Kräutersegnung am Fest Maria Himmelfahrt

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Kräutersegnung am Tage der Aufnahme Marias in den Himmel (15.August)

Von Anna Katharina Jakobi

Ein hoher Marienfesttag ist für uns Anlaß, die Blumen und Heilpflanzen des Feldes mit in die Kirche zu nehmen und segnen zu lassen. Blumen und Heilpflanzen mit leuchtenden und bescheidenen Blüten, zusammengebunden zu einem seit Generationen bewährten Würzwisch. Wir ehren Maria, die Mutter unseres Herren Jesus Christus, und sagen unserem Schöpfer Dank für die Gaben der Natur. Leuchtend und bescheiden, das paßt gut zu Maria. Wir denken auch an die fleißige Arbeit der Mönche und Ordensfrauen, die in den Klöstern viele alte Schriften entziffert haben und so zu unserem besseren Verständnis der Heilpflanzen beitrugen. Was sollten nur unsere Vorfahren, nicht krankenversichert und überwiegend in Armut lebend, ohne Heilpflanzen anfangen? Um erste und schnelle Hilfe zu leisten, mußten sie sich mit den Heilpflanzen beschäftigen und sie vor allem kennen. Gegen das Vergessen und aus Sorge, daß einige Heilpflanzen in unserer Gemarkung sehr rar geworden sind oder nicht mehr vorkommen, haben wir im Pfarrgarten (Kettelerstr. 12) ein kleines Beet angelegt und die Pflanzen beschriftet. Noch sieht das Ganze spärlich aus, aber die Pflanzen werden sich sicherlich bis zum nächsten Jahr ausbreiten. Es werden auch noch ein paar Heil- und Gewürzpflanzen hinzu kommen. Wir hoffen, daß sich die Kinder damit vertraut machen, daß sie die Pflanzen von klein auf erfahren können und selbständig ihren Würzwisch zusammenstelleStadtteil vor den Toren Marburgs: Schröckn, daß sie weiter dazu beitragen, das über Jahrhunderte erarbeitete Wissen nicht zu verlieren. Freudig sammeln wir daher im Feld die Zweige für den Würzwisch. Bescheiden wollen wir sein im Umgang mit den Wiesenstauden, die uns in jedem Jahr aufs neue Blüten und Blätter liefern sollen. Wir wollen nicht die Wurzeln ausreißen, den Pflanzen die Möglichkeit lassen, Samenkapseln zu öffnen. Schon in ganz jungen Jahren überließen uns die Eltern das Sammeln der Heilpflanzen. Wir mußten gut aufpassen, wenn wir in der Festwoche hinter den größeren Geschwistern und Verwandten hergingen, damit wir ja die richtigen Pflanzen nach Hause brachten. Am Samstag vor dem Fest saßen wir zusammen und bündelten die Heilpflanzen zum Würzwisch. mit einem Stückchen Bindfaden hielten wir das Ganze zusammen und schnitten die Zweige unten gleichmäßig ab. Dann baten wir die Mutter um ein Stückchen Trachtenband, das über dem Bindfaden zusammengenäht wurde. Den fertigen Würzwisch stellten wir in ein Gefäß, das nur am Boden mit Wasser bedeckt war, so daß er bis zum Festtag frisch blieb. Am Festtagmorgen mußten wir zeitig vor dem Hochamt aufstehen und den Würzwisch aus dem Wasser nehmen, damit er abtropfen konnte. Den Würzwisch sollten wir mit den Blüten nach oben in die Kirche tragen. Da die Großeltern und Nachbarn einen geweihten Zweig oder Würzwisch haben wollten, banden wir zwei. Nach der Kräutersegnung gingen wir zu den Großeltern. Sie freuten sich über Schafgarbe, Rainfarn, Johanniskraut, Mariendistel, Flockenblume, Tausendgüldenkraut und Wermut, denn sieben Kräuter sollten mindestens im Würzwisch sein. Zusätzlich hatten wir noch Sumpfgarbe, Blutweiderich, Thymian (Quendel), Ringelblumen, großen Wiesenknopf, Teufelsabbiß (weil im Herbst die Wurzeln wie abgebissen aussehen), Frauenflachs, Odermennig, Ampfer und Mädesüß mit eingebunden. Einige Pflanzen konnten wir nicht finden, die Großeltern wollten sie uns aber bis zum nächsten Jahr zeigen. Sie verrieten uns auch noch, daß demnächst ein Kälbchen erwartet wird und man froh sei, beim Tränken des Muttertieres ein paar Kräuter zur Verfügung zu haben. Mit den Blüten nach unten wurde der Würzwisch auf dem Dachboden zum Trocknen aufgehängt, nachdem man den Bindfaden etwas gelockert hatte. Die unverbrauchten und geweihten Reste gab man am Karsamstag (heute Osternacht) ins Osterfeuer bei der Kirche. Es sei noch erwähnt, daß der Würzwisch in den angrenzenden katholischen Dörfern unterschiedlich zusammengestellt wurde. Aber immer waren es Heil- und Würzkräuter. Heute können wir in Zeitschriften und Büchern viel über die Heilpflanzen lesen. Oft werden auch sachkundige Vorträge angeboten. Wenn wir erst einmal die Pflanzen kennen, interessieren uns auch die Berichte und Vorträge. Es werden Teemischungen, Umschläge und Badezusätze beschrieben und in Absprache mit dem behandelnden Arzt, können wir dann zur Unter-stützung der Therapie beitragen. Es macht zur Zeit Sorge, daß die Wege nicht wie üblich zur Heuerntezeit gemäht werden, und daß viele Heilkräuter Mühe haben, durch den hohen Gräserwulst ihre Blüten ans Licht zu bringen, dadurch auch seltener werden. Es macht weiter Sorge, daß sich in dem dichten und hohen Gras vermehrt Zecken aufhalten. Außerdem mußte man hier feststellen, daß für die Vögel oder anderes Getier Parzellen dicht bepflanzt wurden und so kein Lebensraum für Schafgarbe, Johanniskraut, Labkraut, Rainfarn, Flockenblume und andere mehr war, diese Pflanzen aber vorher reichlich da wuchsen. Wermut durfte man früher am Fuße der Amöneburg pflücken, was heute untersagt ist. So liegt es nahe, sich Pflanzen in den Hausgarten zu holen. Mit ein paar Samenkörnchen oder durch Beschaffung in den Gärtnereien, die heute vermehrt Heilpflanzen anbieten, können wir den Stauden im Garten einen Platz geben, im Steingarten oder für die hohen Sorten einen anderen Platz. Dabei werden wir feststellen, daß diese Stauden sehr genügsam sind. Man mache sich vertraut mit dem majestätisch wachsenden Alant, der fast l,50 Meter hoch wird, mit großen hellgrünen Blättern und gelben Blüten, den schon die hl. Hildegard von Bingen in Ihrem Gesundheitsbuch beschreibt; mit Beifuß und seinen würzigen Blüten, dem Blutweiderich mit seinen carminroten Blütenrispen, die das Auge erfreuen, hat man so gepflanzt, daß man öfter am Tage einen Blick darauf werfen kann. Vom Wermut mit seinen speziellen Eigenschaften und grün/silbernen Zweigen und kleinen gelblichen Blüten, legten die jungen Frauen früher ein Zweiglein ins Gesangbuch. Eine attraktive und starke Pflanze ist der Rainfarn und leicht anzubauen. Ein kräftiges Gelb wird uns lange erfreuen. Die Kornblume fühlt sich so richtig wohl in unseren Gärten, nimmt nichts übel, läßt sich verpflanzen, belohnt mit vielen Korbblüten. Kornblumenblau war auch die Bezeichnung bei Stoffen und Garnen und nicht royal wie man heute sagt. Die Distelfinken lieben den Samen der Kornblume und husch, husch haben sie davon genascht. Man sagt nicht umsonst ,,so flink wie ein Distelfink". Die Königskerze war im Rheinland Mittelpunkt des Würzwisches. Sie wird sehr oft auf Hustenteepackungen aufgeführt und steht mit ihren großen grün/ grauen Blättern und gelben Blüten wirklich königlich im Garten. Eibisch ist im Garten längst heimisch, hat viel schleimhaltiges Wurzelwerk, zeigt uns die weiß und lila angehauchten Blüten lange. Schneidet man die verblühten Zweige etwas ab, kommen neue Triebe und neue Blüten. Frauenflachs auch Marien-Bettstroh, sät sich immer wieder selbst aus und taucht manchmal im Gemüsebeet auf, wo er mit seinen gelborangen Blüten schön aussieht, aber eigentlich nicht stört. Mädesüß mit wunderbarem Duft möchte gerne viel Feuchtigkeit und hat man einen Gartenteich wäre die Randbepflanzung ideal. Dort würde sich auch die Mariendistel wohl fühlen. Im Frühsommer zeigt sie ihre sternförmig ausgebreiteten und gezackten Blätter flach auf der Erde, aber im Hochsommer kann man sie hochgewachsen von der Landstraße aus in den Wiesengräben sehen. Ihr leuchtendes Hellgrün fällt auf. Ausprobiert ist auch, daß sie mit trockenen Böden zurecht kommt. Weiter geht es mit blaublütigem Ysop, Salbei und Lavendel, wobei Ysop manchmal rosa blühen kann. An Duft und Würze halten sie sich neben den heilenden Eigenschaften die Waage. Ein Hausmittel, das aber jeder für sich entscheiden muß: Hat man vom ungewaschenen Obst ein Bläschen im Mund, wäscht man ein Salbeiblatt und zerkaut es einige Zeit im Mund, braucht es aber nicht zu verschlucken. Zwischendurch sei auch mal gesagt, daß man auf Entdeckung gehen kann, was die trockenen Samen der Pflanzen angeht. Man nehme ein Vergrößerungsglas und man wird eine Vielfalt an Formen feststellen können. Mal eine Nierenform, mal eine Trapezform oder vieles mehr. Wenn man sich damit befaßt, könnte man sogar die Stauden und Blumen anhand der Samenkörner bestimmen. Die Schafgarbe, die in ihrer überwiegend weißen Farbe aus dem Feld kam, fängt auf einmal an rosa zu blühen. Krampflösend soll sie sein, sagen die Gesundheitsbücher, aber wie bei allem, mäßig damit sein. Die Ringelblumen mit gelben und orange n Blüten, blühen bis zum Frost. Heute wird der Calendula (lat.) große Bedeutung zugeschrieben und ich schreibe den lateinischen Namen, weil oft Calendulasalbe angeboten wird. Von Mehltau befallene Pflanzen soll man nicht ernten. Es ist ratsam, sich mit dem richtigen Zeitpunkt der Ernte zu befassen. Thymian, das Würzkraut, hält viel Trockenheit aus. Die wilde Form findet man heute selten. Die Flockenblume bringt mit ihren blau/lila Blüten Farbe ins Beet. Berichten zufolge sei die Pharmaindustrie sehr an ihr interessiert. Ampfer, auch Butterblatt genannt, gab früher neben seiner Heilkraft noch etwas anderes her; Butterbrotpapier war knapp und so wickelte man die selbstgemachte Butter in die gereinigten großen Blätter und legte sie auf den Steinboden im Keller. Die Kühlschrankbutter schmeckte später nicht so gut, heute hat man sich daran gewöhnt. Teufelsabbiß und Ackerskabiose werden nach "Was blüht denn da" von Alois Kosch und Dietmar Aichele als alte Heilpflanzen eingeordnet. Auch wenn man nicht ungeübt und ungefragt Mixturen zusammenstellen soll, so erfreuen die letztgenannten Pflanzen doch den Gartenbesitzer durch langes Blühen. Vielleicht können wir durch unsere Pflege im Garten dazu beitragen, das seltene Aufkommen wenigstens zu erhalten. Lungenkraut, auch längst heimisch in den Gärten, zeigt bald nach dem Frost im Frühjahr blau/rosa Blüten. Die weißen Punkte auf den grünen Blättern werden nach der Blütezeit immer intensiver, so daß wir an ein Organ im Brustkorb denken müssen. Können wir den großen Wiesenknopf an eine helle Wand pflanzen, gibt er viel mehr her als er scheint. Mit Ehrenpreis besitzen wir eine Pflanze, deren Farbenfreundlichkeit der man nicht missen möchte. Ganz dicht an der Teerstraße tut uns die Wegwarte wirklich leid. Kaum zu glauben, daß sie dort bestehen kann. Dabei ist sie so hell und licht. Hat man sie im Garten, fragt man sich am Morgen, öffnet sie heute ihre Blüten oder wird das Wetter schlecht? Liebstöckl oder Maggikraut wird zu einer stattlichen Staude und ihre hellen Blüten bleiben lange erhalten. Getrocknet bekommt es manchen Menschen besser. Ansonsten wird es erst kurz vor dem Garvorgang kleingeschnitten in die Gerichte gegeben. Beinwell mit lila/weißen Blüten und kräftig grünen Blättern strotzt vor Kraft, kann viel verdecken und einen Meter hoch werden, die Hummeln mögen ihn und man weiß, daß die kleinen Brummer an uns kein Interesse haben. Schon der Name Beinwell Beinwohl sagt viel aus. Breitwegerich haben wir im zweiten Weltkrieg mit Spinat zu Gemüse verarbeitet und ist mit seinen breiten Blättern eng mit dem Rasen verbunden. Dagegen erhebt sich der Spitzwegerich schon mehr vom Boden ab und erst recht seine Blütenstände. Er war früher eines der bekanntesten Kräuter bei festsitzendem Husten neben Brombeerranken und Zwiebeltee. Die Kamille kennt wohl jeder und seitdem die Ackerränder auch nicht mehr ganz unbehandelt sind, fragt man sich, ob man sie nicht auch im Garten aussäen sollte. Das Tausendgüldenkraut, eine alte Heilpflanze, wird viel gelobt und sollte nicht in Vergessenheit geraten. Das Johanniskraut kommt zum Schluß, aber umso schöner sieht es im Hausgarten aus: viel mehr leuchtend gelbe Blüten, üppiger im Wuchs und ein Augenschmaus. Vollständig kann die kleine Broschüre nicht sein, sie will anregen, ein wenig helfen, all die Schätze nicht zu vergessen und danke sagen.
 

Schröck im Juli 1997  

 

Zum Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Entstehung:

Der Todestag eines Heiligen war von jeher auch dessen Gedenktag. Im Osten wurde das Fest schon im 5. Jahrhundert gefeiert und war bald staatlicher Feiertag im byzantinischen Reich. Der 15. August war der Marienfeiertag der Jerusalemer Kirche.
 

Aussage:

Der Glaube, daß Maria als ganzer Mensch die Endgültigkeit der Erlösung erlangt hat, daß ein Glied der Kirche bereits das Leben lebt, zu dem alle berufen sind, ist bereits im 5. Jahrhundert bezeugt. Maria ist wie Jesus gestorben, aber sie konnte nicht im Grab bleiben. Alttestamentliche Berichte, nach denen Henoch (Gen 5,24) und Elias (2 Kön 2,11-14) in den Himmel aufgenommen wurden, stützen diesen Glauben, so daß der Weltkatechismus sagen kann: "Nach Vollendung ihres irdischen Lebenslaufes wurde die heiligste Jungfrau Maria mit Leib und Seele in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen, wo sie schon an der Auferstehungsherrlichkeit ihres Sohnes teilhat und so die Auferstehung aller Glieder seines Leibes vorwegnimmt." (KKK 974)


Kräutersegnung:

Schon die heidnische Antike und die germanischen Völker wußte um die Heilkraft mancher Pflanzen, die sie mit geheimnisvollen Beschwörungsformeln und magischem Zeremoniell ausgruben oder pflückten. Nicht mehr viele Gemeinden kennen und pflegen den "Kräutersegen" am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, der seit über tausend Jahren Bestandteil der Liturgie des Tages ist. Aber in einer "grüner" und umweltbewußter werdenden Welt mögen sich neue Zugänge öffnen zu dem, was man in südlicheren Gefilden besser weiß. Viele Menschen interessieren sich für die Heilkraft der Pflanzen oder Gewächse. Ein Segensgebet, das in dem römisch-deutschen Pontifikalbuch steht, das im 10. Jahrhundert bei St. Alban in Mainz zusammengestellt worden ist, bettet diese Kunst ein, in vertrauensvolles Beten: "Allherrschender Gott, den Menschen Urheber alles Heiles und aller Gesundheit, du Arzt für Seele und Leib, in unerforschlicher Weisheit hast du eine Fülle von Pflanzen als heilwirkende Medizin für die Kranken geschaffen. Wir bitten dich: Erfülle diese Kräuter, die du geschaffen hast, mit deinem heilsamen Segen, und jedem Kranken, der sie gebraucht, seien sie Arznei für den Leib und Kraft für die Seele, auf daß er dir Dank abstatte und alle Geister loben unseren Herrn Jesus Christus." Das war nicht immer so. Man gewinnt eine Ahnung davon, wie mit dem christlichen Glauben und seinem so positiven Verhältnis zur Natur ,,die ganze wimmelnde Welt der Götter und Geister und Zauberformeln" (Pascher) zerbrochen ist, wenn man liest, was um das Jahr 900 der Theologe Regino von Prümm erklärt hat: ,,Es ist nicht erlaubt, beim Sammeln von Heilkräutern Bräuche und Zaubersprüche zu beachten, vielmehr nur das Glaubensbekenntnis und das Vaterunser, auf daß Gott, unser Herr, geehrt werde." Der Schritt von der Magie zum Glauben dürfte vor allem durch die Segnung der Kräuter gefördert worden sein. Von den Kräutern und Pflanzen - Nahrung und Heilmittel für Mensch und Tier - erwartet der Christ, wie die ältesten Quellen zeigen, nichts anderes als das Wirken ihrer geschöpflichen Kräfte. Die Segnung geschieht zunächst an mehreren Festen, um Gott, den Herrn und Schöpfer der Natur, zu ehren. Geblieben ist der ,,Kräutersegen" (etwa seit dem 10. Jahrhundert) am Hochfest vom 15. August. Im heutigen Segensgebet (Benediktionale, S.65) werden die Aussagen der Heiligen Schrift über die göttliche Weisheit (vgl. Sir 24) und die Bewunderung für die mehr als salomonische Pracht der Lilie des Feldes (vgl. Mt 6,28f) auf Maria, die Mutter des Herrn, bezogen. Da Gott sie ,,über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen" hat, danken wir an ihrem Fest - mitten in der Erntezeit -,,für alle Wunder" der Schöpfung; wir preisen Gottes Herrlichkeit und den Reichtum seines Lebens. Wir stimmen ein ,,in das Lob der ganzen Schöpfung". Noch immer ist bei der Kräutersegnung der ursprüngliche Anlaß im Segensgebet selbst erkennbar geblieben. Wir sprechen vor Gott aus: ,,Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. Segne + diese Kräuter und Blumen ...".
Als Zeichen weisen sie über sich hinaus. Im Mittelpunkt steht das Heil des ganzen Menschen, das Wirken Gottes in Schöpfung und Erlösung. Wir blicken auf Maria. An ihr hat der Mächtige Großes getan. So leitet das Magnificat die Segnung ein. Auf die Fürsprache Mariens bitten wir nicht nur um Heilung oder Gesundheit, sondern um das Heil, das uns in der ,,ewigen Gemeinschaft" mit Gott geschenkt wird. Worauf es bei der Kräutersegnung eigentlich ankommt, zeigt der Lobpreis, der mit der Anrede Gottes verbunden ist: Z.: ,,Der Name des Herrn sei gepriesen. A.: Von nun an bis in Ewigkeit."

 

SEGENSGEBET
Z.: Lasset uns beten. Herr, unser Gott, du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung. Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. Segne + diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Laß uns zur ewigen Gemeinschaft mir dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.
A.: Amen.

Der Zelebrant besprengt die Kräuter mit Weihwasser. Der Segnung kann ein Mariengebet angefügt werden. (Benediktionale S. 65)

Quellen:
Theodor Maas-Ewerd (Gottesdienst 14(1980), 120); Adam Berger, Pastoralliturgisches Handlexikon; Benediktionale, u.a.

 

Brauchtum in Oberhessen


Der Festtag Maria Himmelfahrt wird in der Landgemeinde Schröck traditionell mit der Meßfeier zur Ehren der Gottesmutter und dem Kräutersegen begangen.

Katharina Jakobi im Kräutergarten am Pfarrhaus in Schröck (1996-2005)


Segensgebet aus dem Benediktionale

Quelle:
Schröcker Gute Seiten Nr. 2 (SGS 2) © 1997 Hrsg. Vom Kath. Pfarramt St. Michael u. St. Elisabeth, Stefan Krönung, Pfr.,