|
||||||||||||
| Aktuell | Ökumenseite | ||||||||||||
Gemeinsame Erklärung zur
Rechtfertigungslehre 31.10.1999
|
||||||||||||
| Ökumenischer
Gottesdienst und Festgeläut in der Pfarrkirche am Sonntag, 31.10.1999, 19.00 Uhr Im
Bild: |
![]() |
Ökumenischer Gottesdienst in der Pfarrkirche mit Pfr. Martin Zekl, Pfr. Stefan Krönung unter Mitgestaltung des Jungen Chors, Schröck
168 Evangelische und Katholische Christen im Dorf versammelt
Seit der Reformation ist im Jahr 1999 zum ersten Mal gelungen, daß beide Kirchen gemeinsame Aussagen zu jener Lehre machen, an der damals die Einheit der westlichen Kirchen zerbrach. Der Papst spricht von einem "Meilenstein" - in Schröck findet man zum Dankgottesdienst mit festlicher Musik im vollen Gotteshaus zusammen.
Auch in der kleinen Landgemeinde Schröck, die weit im Mittelalter ihre Wurzeln in der Glaubensverkündigung des Hl. Bonifatius ( www.bistum-fulda.de ) hat, wurde im Jahr 1527 die Reformation für einige Jahrzehnte eingeführt, wobei Unruhe, Streit und handfeste Auseinandersetzung auf dem Dorf nicht ausblieben.
Doch berichten die Chroniken auch von einer begrüßenswerten Abmachung zweier streitender Geistlichen vor der Kirchentür in Schröck, denn so schreibt P. Nau in seiner Schröcker Chronik "nach einem vorangegangen Wortgefecht in der Kirche einigten sich die beiden Pfarrer dahingehend, sich künftig nicht mehr miteinander zanken zu wollen, sondern jeder sollte die Gelegenheit haben, angehört zu werden."
Im Jahr 1608 wurde die Seelsorge in Schröck von katholischen Geistlichen übernommen. Seit 1884 ist St. Michael und St. Elisabeth wieder eine eigenständige Pfarrei im Bistum Fulda.
Zusammen mit den Christen in der Pfarrei St. Michael und St. Elisabeth ist Pfarrer Stefan Krönung dankbar für zahlreiche Fortschritte auf dem Gebiet der Ökumene. "Die Abmachung von damals gilt für mich noch heute", schmunzelt der Geistliche, der seit 1996 Pfarrer in den Marburger Stadtteilen Schröck und Moischt ist. Zusammen mit meinem evangelischen Amtsbruder unterrichten wir unter einem Schuldach Religionsunterricht."
Genauso selbstverständlich finden Gemeinsame kirchliche Trauungen in der altehrwürdigen Pfarrkirche statt. Der ökumenische Weltgebetstag war in diesem zurückliegenden Jahr im Dorf. In den Kindergruppen und bei den Aktionen der Pfarrei sind evangelische Kinder willkommen und im Jungen Chor singt man nach Noten nicht nach Konfessionen.
Der evangelische Mitbruder Pfr. Martin Zekl sprach anläßlich des Heilig-Geist-Jahres vor katholischen Zuhörern.
Für die Zukunft wünscht sich Pfr. Krönung, daß mehr das "Gemeinsame", als das "Trennende" gesucht und gelebt wird: Die Versöhnung, die Gemeinschaft und die Freundschaft mit Gott, die Jesus Christus in seiner Botschaft vom Reich Gottes verkündet hat.
Am denkwürdigen Tag fand um 19 Uhr ein ökumenischer Vesper-Gottesdienst in der Pfarrkirche mit beiden Geistlichen statt. Per Hauswurfseung und Vermeldung waren alle Schröcker eingeladen, ob evangelischer oder katholischer Konfession. Ein viertelstündiges Glockengeläut in der kleinen Schröcker Dorfkirche hat aus Dankbarkeit stattgefunden.
Am 30./31. Oktober in Augsburg wurde die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre im Beisein von offiziellen Repräsentanten des Apostolischen Stuhles und des Lutherischen Weltbundes und unter Teilnahme zahlreicher Teilnehmer aus dem In- und Ausland im Rahmen eines Gottesdienstes unterzeichnet.
Mit der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre durch Vertreter der katholischen Kirche und des Lutherischen Weltbundes ist es zum ersten Mal seit der Reformation gelungen, dass beide Kirchen gemeinsame Aussagen zu jener Lehre machen, an der damals die Einheit der westlichen Kirchen zerbrach. Darüber hinaus ist es das erste Mal überhaupt, dass ein Dialogergebnis zwischen einer reformatorischen Kirchenfamilie und der römisch-katholischen Kirche verbindlich rezipiert wurde.
Gedanken zum Thema
Ich hatte einen Traum: Ein Mann erschien vor dem Gericht des Herrn und sprach: "Siehe, Herr, ich habe dein Gesetz beachtet, habe nichts Unrechtes, Böses oder Frevelhaftes getan. Herr, meine Hände sind rein." Gott antwortet: "Ohne Zweifel, doch sie sind leer" (W. Hoffsümmer, 255 Kurzgeschichten, 2. Aufl., Mainz 1982, S. 137, Nr. 247).
Diese moderne Erzählung versucht eine Antwort auf die Frage zu geben: Was muss ich tun, um in den Himmel zu kommen? Reicht die Beachtung von Gottes Gebot oder niemanden etwas Böses zu tun nicht aus? Muss der Mensch darüber hinaus etwas mitbringen? Leere Hände öffnen, so scheint es, nicht die Tür zum Himmel. Aber wer kann sie füllen? Es ist die Gnade Gottes.
http://www.Rechtfertigung.de/indexde.html
Bibelstellen zur Rechtfertigungslehre
Römer 3,9-12.21-25.28
Was heißt das nun? Sind wir als Juden im Vorteil? Ganz und gar nicht. Denn wir haben vorher die Anklage erhoben, dass alle, Juden wie Griechen unter der Herrschaft der Sünde stehen, wie es in der Schrift heißt: Es gibt keinen, der gerecht ist, auch nicht einen; es gibt keinen Verständigen, keinen, der Gott sucht. Alle sind abtrünnig geworden, alle miteinander taugen nichts. Keiner tut Gutes.
Auch nicht ein einziger.
Das Kreuz Christi als Grund der neuen Gerechtigkeit:
Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten: die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied: Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden, die früher in der Zeit seiner Geduld begangen wurden. Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.
Römer 5,1-5
Die Hoffnung der Glaubenden:
Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn. Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung. Die Hoffnung aber läßt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
Galater 2,16
Weil wir aber erkannt haben, dass der Mensch nicht durch Werke des Gesetzes gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir dazu gekommen, an Christus Jesus zu glauben, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus, und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird niemand gerecht.
Philipper 3,9-11
Nicht meine eigene Gerechtigkeit suche ich, die aus dem Gesetz hervorgeht, sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die Gott aufgrund des Glaubens schenkt. Christus will ich erkennen und die Macht seiner Auferstehung und die Gemeinschaft mit seinen Leiden; sein Tod soll mich prägen. So hoffe ich, auch zur
Auferstehung von den Toten zu gelangen.
2 Korinther 5,19-21
Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat, indem er den Menschen ihre Verfehlungen nicht anrechnete und uns das Wort von der Versöhnung (zur Verkündigung) anvertraute. Wir sind also Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt.
Wir bitten an Christi Statt: Laßt euch mit Gott versöhnen! Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden.
Epheser 4,32-5,2
Seid gütig zueinander, seid barmherzig, vergebt einander, weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat. Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder, und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat als Gabe und als Opfer, das Gott gefällt.
Jakobus 2,17-24
So ist auch der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat. Nun könnte einer sagen: Du hast Glauben, und ich kann Werke vorweisen; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke. Du glaubst: Es gibt nur den einen Gott. Damit hast du recht; das glauben auch die Dämonen, und sie zittern. Willst du also einsehen, du unvernünftiger Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?
Wurde unser Vater Abraham nicht aufgrund seiner Werke als gerecht anerkannt? Denn er hat seinen Sohn Isaak als Opfer auf den Altar gelegt. Du siehst, dass bei ihm der Glaube und die Werke zusammenwirkten und dass erst durch die Werke der Glaube vollendet wurde. So hat sich das Wort der Schrift erfüllt: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde Freund Gottes genannt. Ihr seht, dass der Mensch aufgrund seiner Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein.
Ihr seid nicht verloren im Strom der Zeit.
Ökumenische Schritte, die Prof. Josef Freitag (Marburg/ Fulda) anläßlich der Unterzeichnung 1999 nennt:
- Künftig Gemeinsame Dankgottesdienste am 31.10. (Reformationstag) bzw. Allerheiligen (der Reformationstag ist ja aus der Vorabendvesper von Allerheiligen hergeleitet). Dabei soll es um ein verbindendes Verständnis der Reformation und ihrer Wirkungsgeschichte kommen, um zu erkennen, wo Gott heute die Kirche reformieren und zusammenführen will, um sich miteinander als die Gemeinschaft aller (in Christus Geheiligten) Heiligen zu erfahren und um die Vertiefung dieser Gemeinschaft zu erbitten, für die schon erreichte Gemeinschaft zu danken.
- Entsprechendes am Buß- und Bettag oder an Aschermittwoch: Gemeinsame Umkehr und Buße einüben; gemeinsames Fragen nach der Rolle der Werke für das Christ-Sein, für Salz-der-Erde-Sein.
- Gemeinsame Tauferinnerungsfeier und Erneuerung des Taufversprechens, zum Beispiel am Dreikönigstag,
- bei ökumenischen Taufgottesdiensten,
- bei gemeinsamem Beginn von Konfirmations- und Firmvorbereitung.
[Digitalisierung von
pfarrgeschichtlichen Quellen und Abhandlungen Nr.
16 |
|
Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth |
|
|
© 1996-2007 - www.pfarrei-schroeck.de |
Update 31.05.11 |
1999-2004