Was ist ein Lektor? Was ist die Lektorin?
Z u m A n f a n g | w e i t e r
Ein Liturgisches Handbuch
formuliert eindeutig knapp: "Lektor ist ein
mit dem Vorlesen der Schriftperikopen im Gottesdienst
beauftragtes Gemeindemitglied."
Die Geschichte dieses
Amtes mögen ein paar Notizen aufzeigen: "Der
zunächst im Einzelfall geleistete Dienst verfestigte
sich sehr früh zu einem eigenen Amt, das allmählich
zum Klerus gerechnet wurde. Es war die einzige
Niedere Weihe, die sich in allen Riten auch des
Ostens durchgesetzt hat. Als später das Evangelium
dem Diakon und Priester und die Epistel im römischen
Levitenamt dem Subdiakon vorbehalten wurden, verlor
der Lektor seine eigentliche Funktion. Seit dem 10.
Jh. wird die Lektorenweihe im Rahmen der vier
Niederen Weihen zu einer rein formellen
Vorbereitungsstufe auf die Priesterweihe ohne
eigentliche Funktion. - Durch das Apostolische
Schreiben Pauls VI wurden 1972 die Niederen Weihen
aufgehoben, das Lektorenamt jedoch im Sinn eines
Dienstes beibehalten und aufgewertet.
Die Beauftragung
erfolgt durch den Bischof oder höheren Ordensoberen
innerhalb einer Meßfeier oder eines
Wortgottesdienstes. Nach dem Evangelium werden die
Kandidaten aufgerufen und treten vor den Bischof
(Ordensoberen). Dieser weist am Schluß einer Homilie
auf die besondere Aufgabe und Verantwortung der
Lektoren hin und macht deutlich, daß ihr Dienst weit
über die Verlesung der liturgischen Perikopen
hinausgeht: ,,Ihr sollt das Wort Gottes in der
gottesdienstlichen Versammlung vortragen, Kinder,
Jugendliche und Erwachsene im Glauben unterweisen und
zum würdigen Empfang der Sakramente führen. Ihr
sollt diese frohe Botschaft aber auch denen
verkünden, die sie noch nicht kennen ...."
Anschließend spricht
der Bischof ein Fürbitt- und Segensgebet und
übergibt ihnen die Heilige Schrift. Zum Lektor
können nicht nur die Kandidaten für das
Weihesakrament ( vgl. Aufnahme...) beauftragt werden,
sondern auch Laien, allerdings gemäß kirchlicher
Tradition nur Männer. - Der vorstehende Ritus findet
sich in einem Faszikel des Römischen Pontificale vom
3.12.1972 und erschien 1974 in deutscher Adaptation
unter dem Titel "Die Beauftragung von Lektoren,
Akolythen und Kommunionhelfern".
Ausblick
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In den Gemeinden des
Bistums Fulda gibt es bislang keine
"offizielle" Beauftragung der Lektoren, wie
sie für die Kommunionhelfer längst eingeführt ist.
Lediglich die Priesteramtskandidaten werden mit
diesen Diensten beauftragt, wie kürzlich in
Stadtallendorf geschehen. (Vgl. Bonifatiusbote)
Wünschenswert ist es,
den für wichtig erkannten Dienst, auch wieder von
bischöflicher Seite her aufzuwerten und dann
auch geeignete Formen zu suchen, den Frauen in diesem
Amt gerecht zu werden, die in Mehrheit diesen Dienst
faktisch ausüben. Das liegt aber nicht in unseren
Händen.
Frauen und Männer ab
der Firmung kommen für diese Aufgabe in Frage
(i.d.R. 14 Jahre).
Jeweils zwei Lektoren
übernehmen Lesungen und Fürbitten und ggf.
Meditationstexte im Gottesdienst. In regelmäßigen
Abständen finden Treffen der Lektoren für Übungen
und Dienstabsprachen statt. Lektorenkurse und Fortbildungen werden angeboten. Derzeit üben diesen
Ehrendienst 19 Frauen und Männer in unserer Pfarrgemeinde aus.
Das Projekt Bibelkreis
ist noch immer nicht weiter gediehen, ist mir aber
nach wie vor wichtig, vor allem auch, um sich
inhaltlich mit dem auseinander zusetzen, was Sie der
Gemeinde "vorsetzten" an geistiger Kost.
Seit dem Advent 2002 läuft das
Projekt "Gemeindeevangeliar" - das
Gottes Wort wird handschriftlich von Woche zu Woche in unsere
großes Buch geschrieben und im Sonntagsgottesdienst verlesen.
Aus der Konzilskonstitution
Dei verbum Nr. 21
Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst,
weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie
des Leibes Christi ohne Unterlass das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht.
In ihnen zusammen mit der Heiligen Überlieferung sah sie immer und
sieht sie die höchste Richtschnur ihres Glaubens, weil sie, von Gott eingegeben
und ein für alle Male niedergeschrieben, das Wort Gottes selbst unwandelbar vermitteln
und in den Worten der Propheten und der Apostel die Stimme des Heiligen
Geistes vernehmen lassen.
Wie die christliche Religion selbst, so muss auch jede kirchliche Verkündigung sich von der Heiligen Schrift nähren und sich an ihr
orientieren. |
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