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Hein Vagedes schreibt in einem
Bericht: „Wir haben von Anfang an bis heute den Eindruck, dass
die Kinder – überwiegend durch die Kriege von 1992 bis 1995 zu
Waisen geworden – bei den Erzieherinnen und besonders bei der
Leiterin Sabaheta Kadis gut aufgehoben sind. Daran hat sich auch
durch den Umzug in die neuen Gebäude nichts geändert. Diese sind
von der Ägyptischen Regierung gestiftet worden, welche auch das
Baukonzept beeinflusst hat: Von der Straße aus gut wahrnehmbar
das repräsentative Verwaltungsgebäude, anschließend die
Großküche mit dem Speisesaal; dann folgen eine große Sport-halle
und eine offene Anlage mit Sitzbänken für Spiele oder
Aufführungen. Nachträglich ist noch eine kleine Moschee erbaut
worden, wie wir bei einem unserer halbjährlich durchgeführten
Besuche feststellten. Als Wohnraum für die geplante Gesamtzahl
von 100 Kindern sind 7 Pavillons mit Blick zum Fluss Neretva
errichtet.“ Bis zu 14 Kinder sollten laut Planung in einem
Pavillon mit den sie betreuenden Erziehern wie eine Familie
leben. Doch bis jetzt sind nur 2 Pavillons mit insgesamt 46
Kindern belegt – betreut von nur 4 Erzieherinnen. Um mehr Kinder
aufnehmen zu können – Anträge gibt es genügend – müsste der
Kanton Mostar, der für die laufenden Kosten aufkommen muss, mehr
finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Aber die reichen nicht
einmal, um die Verpflegung der Kinder sicher zu stellen. Seit
1999 finanzieren wir daher den Bedarf an Milch und
Milchprodukten, anfänglich mit 250 DM, inzwischen mit 250 Euro
monatlich. Nach Sabahetas Angaben gehören wir zu den wenigen
Hilfsorganisation, auf deren regelmäßige(!) Unterstützung sie
rechnen kann. Einzelhilfen gibt es darüber hinaus, wie zB. aus
der Schweiz: Frau Fischer gab dem Waisenhaus in 2002 und 2003
Geld ausschließlich zur Verbesserung der Kinder-verpflegung.
„Wir sind mindestens einmal jährlich vor Ort“ bestätigt Pfarrer
Stefan Krönung, der fast regelmäßig zu den Teilnehmern der
Hilfstransporte gehört und vor Ort in Oberhessen die Fäden der
Auslandsarbeit spinnt. Zuletzt war er mit der Ärztin Dr. Astrid
Dörner, dem Helfer Willi Wulhorst und der Schülerin Sarah
Schweizer von der Stiftsschule Amöneburg vor Ort. Gemeinsam mit
den Helfern des THW brachten Sie im Dezember 2006 1750
Weihnachtspäckchen der „Aktion Hoffnungszeichen“ nach Mostar.
Bei den Besuchen lässt er sich jedes Mal Bericht erstatten und
fasst es so zusammen: „Wir haben den besten Eindruck von der
Einrichtung in Mostar und hoffen noch lange helfen zu können.“
Aus der schon langen Gesichte der Einrichtung berichtet Hein
Vagedes: „Bei einer Projektreise im April 2000 trafen wir die
damals 30 Kinder und ihre Erzieher zum ersten Mal in den neuen
Gebäuden an der Marsala Tita an. Diese sind mit Geldern des
Roten Halbmondes Ägypten erstellt worden. Von der kurz zuvor
stattgefundenen Einweihung durch Frau Mubarak, Gattin des
ägyptischen Staatspräsidenten, zeugt ein großes Foto und eine
Inschrifttafel im Eingangsbereich des Verwaltungstraktes.
Sabaheta, die Leiterin des Heimes, sagt: „Jetzt haben wir
genügend Platz, aber die Kosten für den Unterhalt der Kinder,
die Entlohnung der Angestellten und die Pflege des großen
schönen Hauses sind nicht immer abgedeckt.“ In dieser
Anfangszeit seien nur zwei der geplanten sieben Pavillons
komplett ausgebaut und bewohnt. Vier weitere sollten in drei
Monaten fertig gestellt werden. Das pädagogische Konzept der
SOS-Kinderdörfer soll realisiert werden, so erfahren wir weiter,
indem jeweils 12 bis 15 Kinder wie in einer Familie in einer
Wohnung (Pavillon) leben und tagsüber eine Erzieherin und ein
Erzieher die Elternrolle wahrnehmen, nachts sollen sie von einem
Mann betreut und beschützt werden. Morgens besuchen die Kinder
ab 6 Jahren die Schule, auch nachmittags können sie sich
selbständig außerhalb des Geländes bewegen, z.B. ins
Stadtzentrum gehen. Sie sollen ein Taschengeld von 10 KM im
Monat bekommen. Auch Kleidung und Schuhe sollen sie wie in einer
Familie erhalten.
Auf unsere Frage nach den Kosten gibt Sabaheta an, dass
monatlich für die Verpflegung eines Kindes 80 bis 90 Mark und
die Bezahlung eines Erziehers 400 Mark benötigt werden. Sie
seien 12 Angestellte, davon 5 Erzieher und 7 für alle anderen
Aufgaben: technisches Personal, Koch, Waschfrau, Wächter.
Wir fragen nach Auflagen aus Ägypten zur Religionszugehörigkeit
der aufzunehmenden Kinder. Sabaheta antwortet, dass keine
diesbezüglichen Bedingungen zu erfüllen seien und sie Kinder
hätten von Eltern unterschiedlicher Religionen.
Welche anderen Organisationen das Heim im letzten halben Jahr
unterstützt hätte, wollen wir noch wissen. Da antwortet die
Heimleiterin spontan: „ Es war leichter Hilfe von großen
Organisationen zu erhalten, als wir noch in den Baracken in
Zalik untergebracht waren. Auch das deutsche Batallion hat uns
nicht mehr unterstützt, seit wir umgezogen sind.“
Welche Abstriche Sabaheta von ihren uns vor 3 Jahren
vorgestellten Idealvorstellungen der Heimführung wegen fehlender
Gelder machen musste, habe ich schon in meinem Bericht vom 25.
September 2003 beschrieben. Doch freudig erzählt sie uns, dass
der Schulnoten-Durchschnitt bei 2,0 liegt. Einige Kinder
besuchen eine Sonderschule.“
Der Aufwand für ein Kind im Waisenhaus beträgt monatlich 45 bis
50 Euro. Den Gesamtaufwand/Kind beziffert die Heimleitung mit
250 Euro im Monat. D.h. für die Erweiterung des Heimes um eine
Wohneinheit mit idealerweise 12 bis 15 Kindern würden monatlich
3.000,00 bis 3.750,00 Euro benötigt.
Ferner hören wir von ihr immer wieder, dass die Stadt nur 30 bis
40% der anfallenden Kosten trägt. Ohne Spenden würden die Kinder
zwar nicht hungern, aber die Qualität der Ernährung wäre nicht
vertretbar. Zur Zeit hätten die Kinder dank der Unterstützung
der Malteser, aus der Schweiz und von Helft Bosnien! e.V. einen
besseren Gesundheitszustand als der Durchschnitt der Kinder in
der Stadt Mostar – das haben Ärzte der spanischen SFOR
festgestellt. Hoffentlich kann das durch Spenden hilfsbereiter
Menschen auch in Zukunft so bleiben!
Bitte helfen Sie uns bei unserer Arbeit mit Ihrer Spende!
Hier weitere Berichte:
Malteser/Auslandsdienst/Bosnien - Bericht
Hilfstransport 2004
Ganz einfach die Malteser unterstützen: Der
Aufnahmeantrag
ONLINE
- Ausfüllen und im
Pfarrhaus oder bei unseren Helfern abgeben! Danke für
Ihre Hilfe!
Auslandsdienst: Transporte und
Aktionen für Bosnien
Der
Schröcker
Maltesernewsletter
http://www.webmart.de/nlhistory.cfm?id=106298
zum
Nachlesen und informieren.
Neue zentrale Rufnummer der Schröcker Malteser:
0700-01005757
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