"Christsein auf Füßen"
Wallfahrt und Pilgerschaft
[ Gerne erteile ich Ihnen im Anschluss an unsere
»Gottesdienste
den Pilgersegen. ]
Das christliche Leben nährt sich nicht nur
aus der Liturgie, sondern zudem aus den vielfältigen Formen der
Volksfrömmigkeit (...). Die Kirche ist darauf bedacht, die Volksfrömmigkeit
durch das Licht des Glaubens zu erhellen; sie begünstigt diejenigen Formen, in
denen sich ein dem Evangelium
entsprechendes Gespür und eine menschliche Weisheit äußern und die das
christliche Leben bereichern.
(Weltkatechismus, 1993, Nr. 1679)
Unterwegs sein – das ist eine Grundrichtung im
Leben aller Menschen. Religiöse Menschen sehen hierin den Weg in Richtung auf
das Ziel und die Vollendung bei Gott. Schritte auf dieses Ziel hin werden oft
verglichen,
mit
den Schritten in Wanderschuhen auf dieser Erde und in der Erdenzeit. Anders als
bei der Pilgerfahrt nach Mekka im Islam befiehlt niemand den Christen zu
"wallen". Kein Gebot und keine kirchliche Vorschrift ordnet die
Wallfahrt an. Auf der anderen Seite ist im Christentum das
"Wallfahrts-Phänomen immer vom Volk aus gegangen" ( Bernhard Jüttner
) und treibt Jahr für Jahr mehr als eine halbe Million Menschen in unserem Land
auf die Pilgerwege, darunter auch immer mehr evangelische Christen. Das Verbot,
das ein lutherischer Geistlicher kurz nach Beginn der Wallfahrten zum Maria
Ehrenberg noch 1521 aussprechen wollte, blieb erfolglos.
Immer mehr
Menschen machen sich aus diesem Grund z.B. auf den langen Weg nach Santiago de
Compostela zum legendären Grab des Apostels Jakobus d. Älteren im äußersten
Nordwesten Spaniens. Eine kleine Gruppe der Malteser
aus Schröck und Umgebung hat im
Heiligen Jahr 2000 die Fußwallfahrt in Jahresetappen
begonnen. Mitpilger oder Interessenten können Auskunft übers Pfarrbüro
erhalten. Wer darüber hinaus etwas über die Pilgerfahrt nach Spanien erfahren
möchte, der kann sich an die Jakobus-Gesellschaft, Haus Hirsch, 97769 Bad
Brückenau, Fax 09741-3374 wenden. Seit dem 17. Dezember 2006 ist Schröck
Station auf dem Pilgerweg von Görlitz
über Marburg nach Spanien.
Regelmäßig nehmen Mitglieder aus unserer Pfarrei
und den Gemeinden Oberhessens nach wie vor an der Wallfahrt zum Heiligen Blut in Walldürn
teil.
Josef Weitzel und Wilhelm Hühn können darüber Auskunft geben. Am Freitag vor
Fronleichnam ist Aussendungsgottesdienst und Pilgersegen in der Schröcker
Pfarrkirche. Die Fuldaer
Walldürnwallfahrt vor Fronleichnam ist heute eine Fußwallfahrt von mehreren Tagen
und wird sehr empfohlen. Auch Buswallfahrten werden in unserer Region dorthin
angeboten. (
http://www.wallduern.de/ceasy/modules/cms/index.html?cPageId=29
). Die Walldürnwallfahrt ist für unsere Region seit langer Zeit
bezeugt. Das Hostienwunder zog in der Barockzeit die Massen an. Im
Kurfürstentum Mainz hatte der Walldürn als Pilgerort, an dem beispielsweise im
Jahr 1700 jährlich 184.000 Wallfahrer gezählt wurden, einen herausragenden
Stellenwert.
Seit einigen Jahren müht sich Regionaldechant
Bernhard Klatt die Wallfahrt zum Heiligen Bonifatius auf Amöneburg mit
Leben und Schwung zu erfüllen. Im Jahre 721 wirkte dort der Glaubensbote
Bonifatius. Viele Pfarreien der Umgebung gehen auf dieses Datum zurück. Im Jahr
2001 haben wir von Schröck aus eine Fußwallfahrt
begonnen. Die Wallfahrt nach Fulda zum Grab des Heiligen Bonifatius ist
für einige Gemeindemitglieder jährlicher Brauch.
Im Herbst 2000 war der Sprecher unseres
Pfarrgemeinderates Dr. Lothar Weitzel mit den Maltesern als Ersthelfer zur
Pilgerbetreuung in Bosnien-Herzegowina. Berichten zufolge erscheint in dem Dorf
Medjugorje
seit 1981 die Mutter Gottes sechs jungen Menschen. Seitdem hat dort ein ständig
wachsender Pilgerstrom eingesetzt. In den letzten Jahren besuchten Tausende von
Pilgern Tag für Tag den kleinen Ort in der Herzegowina unweit von Mostar.
Unsere Malteser sind ab und an für Sanitätsdienste
dort!
Eine Gemeindewallfahrt
hat uns im Jahr 2000 die Frauengemeinschaft der Pfarrei am 18. Juni
ausgerichtet. Die Passionsspiele in Hallenberg (
http://www.stadt-hallenberg.de/
) finden alle 10 Jahre im Sauerland statt und beschreiben das Leben und Leiden, das
Sterben und die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi auf einer
Freilichtbühne auf. Vor genau 35 Jahren, so
wurde aus diesem Anlass
rekonstruiert, war eine Gruppe aus Schröck mit Pfarrer Lehndeckel schon einmal
dort. "Wir hatten damals noch alle unsere Tracht an", wussten die
Älteren zu erzählen. In Hallenberg findet seit mehr als 700 Jahren eine Marienwallfahrt
um den 15. August herum statt.
Auf Dekanatsebene veranstaltet die kath.
Frauengemeinschaft kfd in unserer Region Wallfahrten.
Am Beginn des Jahres 2000 stand für Ältere und
Behinderte in unserer Pfarrei eine Krankenwallfahrt nach Fulda auf dem
Programm. Das Pontifikalamt mit Spendung der Krankensalbung hielt Weihbischof
Dr. Ludwig Schick.
Die Lourdeswallfahrt der Bistümer Limburg, Mainz und
Fulda findet jährlich für Kranke, Behinderte und Gesunde und auch für
Pflegebedürftige statt. Hier ist ein Betätigungsfeld der Malteser:
Einige Jugendliche unserer Pfarrei nehmen über die Stiftschule Amöneburg und
den Malteserorden Jahr für Jahr als freiwillige Helfer in Lourdes teil und
kommen voller Schwung und mit Begeisterung von dort zurück. Aus der Gemeinde
sind es immer Einzelne, die sich auf den Weg nach Lourdes machen: 2002 waren von
den 400 Pilgern 5 Schröcker:
http://www.kath.de/bistum/mainz/info/lourdes/tagebuch_2002.htm
Info: Pilgerstelle des Bistums Fulda, Tel. 0661-870 (Frau Send, Paulustor 5, 36037 Fulda,
Tel. 0661 – 87294 )
Die Geschichte des
Malteserordens
( http://www.malteser.de ) beginnt in Jerusalem und hängt sehr eng mit dem
Wallfahrts- und Pilgerwesen des Mittelalters zusammen. Auch in heutiger Zeit sind Mitglieder des Malteserordens und seiner Werke häufig anzutreffen, wenn sich Menschen zu Wallfahrten an heilige Stätten aufmachen.
In Wallfahrtsorten wie Medjugorje oder Rom leisten
Malteser
den Sanitätsdienst
Malteser betreuen Prozessionen und Wallfahrten von
Kirchengemeinden und kirchlichen
Verbänden, etwa den Bittgang unserer Pfarrei zur Kreuzkapelle
im September jeden Jahres. Für das Jubiläumsjahr der Malteser 2003 ist im
Oktober eine Romwallfahrt im Programm und die Fuldaer Malteser laufen
Anfang September von Fulda aus zur Amöneburg und sind in den folgenden Jahren im
Bistum zu Fuß unterwegs.
Die Kolpingfamilie pilgerte 2001
nach Rom. Die Kolpingschwestern und -brüder pflegen die Wallfahrtstage anl. der
Magdalenenoktav (Amöneburg) und besuchen die Forstkappelle
(zwischen Stadtallendorf und Neustadt).
Die folgenden Links informieren über weitere
Wallfahrtsunternehmungen in St. Michael und St. Elisabeth, Schröck:
Literaturhinweis:
- Mit den Füßen beten. Ein Pilgerbuch,
Hrsg. Michael Kessler, Schwabenverlag, Ostfildern 1999, broschiert, 320
Seiten, ca. 10 EUR. ( Im Buchhandel ist ein Pilgerbuch erhältlich, das bei
den verschiedensten Wallfahrten hilfreiche Dienste leisten kann. Dieser
geistliche Wegbegleiter will ein "Mitnehm-Buch" für Pilger sein,
das unterwegs genutzt werden kann. Das Büchlein enthält ein breites
Spektrum von Texten, Gebeten und Liedern, so dass ein Mit-beten und
Mit-feiern ohne zusätzliche Bücher oder Materialien möglich ist. Das
handliche Pilgerbuch gibt konkrete Anregungen für die geistliche
Vorbereitung und Gestaltung von Wallfahrten. In der Einleitung "Auf dem
Weg ins dritte Jahrtausend" stellt Kessler, der promovierte Theologe
ist, das Pilgern in den Zusammenhang der Jahrtausendwende. Pilgerschaft und
Wallfahrt seien von Anfang an Symbol für das christliche Welt- und
Menschenbild, erläutert er. Gerade heute suchten Menschen "im Getriebe
und in den Zwängen des Alltags" nach dem "wahren, dem echten
Leben, nach Quellen ganzheitlichen, geistigen Lebens, nach Oasen der Stille
und Konzentration." Dabei finden alte Formen überraschend neue
Wertschätzung. Insbesondere die traditionellen Pilger- und Wallfahrtswege
werden wiederentdeckt und neubelebt. Die Neuaufbrüche zeigt Kessler,
Direktor des Instituts für Fort- und Weiterbildung der kirchlichen Dienste
in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, am Beispiel der Jakobus-Wallfahrt auf.
Der Europarat hat 1986 bereits den Jakobsweg im ganzen zum europäischen
Kulturgut erklärt und unter Schutz gestellt. Ständig steige die
Begeisterung für die Wallfahrt nach Santiago de Compostella zum Grab des
Apostels Jakobus (d.Ä.), betont er. Allein im Jahr 1998 seien über 70.000
Pilger zu Fuß, zu Pferd oder mit dem Fahrrad nach Santiago gekommen. Die
Idee der Pilgerwege sei besonders im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf
die Jahrtausendwende für viele Projekte und Initiativen wirksam und
inspirierend. Als Beispiele nennt Kessler u.a. das europäische ökumenische
Großprojekt "European Millennium Pilgrimage 2000", die
Misereor-Hungertuch-Wallfahrt mit dem Schwerpunktthema Schuldenerlass, die
Frauen-Pilgerbewegung mit dem Leitwort "Unterwegs für das Leben"
und die Pilgerwege im Rhein-Main-Gebiet zu Themen des konziliaren Prozesses.
Biblische Zeugnisse, Legenden und Darstellungen des Jakobus
nimmt Kessler zum Anlas, den Apostel lebendig werden zu lassen.
Attribute wie Pilgerstab und Muschel werden zur Charakteristik
seiner Gestalt. Den informativen Teil beschließt Kessler mit dem
Kapitel "Zur Spiritualität des Pilgerns", in dem er verschiedene
Aspekte des Wallfahrens betrachtet. Die Pilgerschaft sei im
Judentum, Christentum und Islam zum Elementarbild des Glaubens,
des "guten und geraden Weges" geworden, der Rettung verheiße und
die Gemeinschaft mit Gott. Der biblische Gott sei ein "Gott des
Weges", der sich als Mitgehender in den Weggeschichten mit
einzelnen, mit seinem Volk und seiner ganzen Schöpfung kundtut.
Die Pilgerschaft birgt aus der Sicht Kesslers sieben Elemente in
sich: die Sehnsucht nach Abenteuer, das Erleben der
Bedürftigkeit, des Aufbruchs, der Bewegung, des Schweigens, des
Redens und des Betens. Der Hauptteil des Buches ist den
"Stationen" eines Pilgerweges vom "Aufbrechen" bis zum
"Ankommen und Abschied nehmen"
gewidmet. Jede Station beginnt mit einem geistlich einstimmenden
Text, dem sich geistliche Lieder, Psalmen, biblische Lesungen,
Gebete aber auch Volks- und Wanderlieder anschließen. Sie endet
mit einem Bibelzitat, das auf der nun folgenden Wegstrecke
wiederholt gebetet und bedacht werden kann. Die eingebundenen
Leerseiten hinter jeder Station bieten dem Pilger die
Möglichkeit, persönliche Gedanken einzutragen und so aus "Mit
den Füßen beten" ein Tagebuch werden zu lassen. Im dritten Teil
enthält das Pilgerbuch "geistliche und liturgische
Gestaltungselemente". Das sind vor allem Gebete und Lieder wie
z. B. Tischgebete, Psalmworte, Marien- und St. Jakobus-Lieder,
aber auch Meditationstexte sowie Anregungen zum Rosenkranzgebet
und zum Kreuzweg. Die "Anregungen" geben Hinweise auf Spuren
geistlichen Lebens in verschiedenen Regionen Deutschlands, die
Anlass zu einer Wallfahrt bieten können. Sie schildern zudem
Jakobswege in Südwestdeutschland und laden ein, Spuren des
eigenen Lebens aufzusuchen. Im Anhang findet der Pilger
Literaturhinweise, die nach den Kriterien der einfachen
Vermittlung von Grundlageninformationen sowie der praktischen
Hilfestellung für die Gestaltung des Pilgerweges ausgesucht
wurden. Graphisch und künstlerisch gestaltet wurde das
Pilgerbuch von Paul Bernhard Groll, Lauchheim. Die Einzelbilder
zu den einzelnen "Stationen" eignen sich zugleich als zeitgemäße
Meditations- und Denkbilder. )
Menschen auf dem Weg
- Pilger willkommen!