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von Luzia Fischer
Vorwort
Die kleine Schriftenreihe mit bemerkenswerten Kostbarkeiten um den Schröcker Kirchturm herum, stößt auf große Nachfrage und das Angebot an "alten und neuen Schätzen" ist ebenso groß.
Frau Luzia Fischer hat mir eine Sammlung von "Ostereiersprüchen" aus Schröck zur Verfügung gestellt, wie Sie sie 1955 in der Schröcker Schule mit Kindern des Ortes zusammengetragen und immer wieder ergänzt hat.
So verstehen sich diese "Schröcker Gute Seiten" (SGS 7) als Zugabe zur Veröffentlichung von Irmgard Bott (Ostereier-Malerei aus Mardorf und Erfurtshausen, Königstein i. Taunus, 1979, ISBN 3-7845-6540-9.), die das "Spruchheft von Frau Auguste Mann" (S.25-45) wiedergegeben hat. Der geneigte Leser kann hieraus Vergleiche anstellen und das je Eigene der dörflichen Überlieferungen finden.
Für mich ist es immer wieder eine Entdeckung, wie Glaube und Religion, Lebensweisheit und Alltagsklugheit in solchen Verslein zusammenfinden und dem Menschen den Weg zum Leben zeigen wollen.
Stefan Krönung, Pfarrer in Schröck - Palmsonntag 1998
1 Ach wenn Du wärst mein eigen,
wie glücklich würd ich sein.
2 Alles, was Dein Herz erfreut, werde Dir gegeben,
auch dazu Zufriedenheit und ein langes Leben.
3 Allzeit fröhlich ist gefährlich,
allzeit traurig ist beschwerlich,
allzeit glücklich ist betrüblich,
eins ums andre ist vergnüglich.
4 Am Ostermorgen die Sonne aufgeht,
darin ein weißes Lämmlein steht.
Das ist das wahre Osterlamm,
das für uns starb am Kreuzesstamm.
5 Auch die schönste Rose sticht,
die man nicht mit Vorsicht bricht.
6 Auf jedes Blättchen will ich schreiben:
Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben.
7 Blüh auf wie das Veilchen im Moose
so sittsam, bescheiden und rein,
und nicht wie die stolze Rose,
die immer bewundert will sein.
Die blüht ja nur ein Weilchen,
dann wird sie vom Sturme geknickt,
und nur das liebliche Veilchen
wird von Händen der Freunde gepflückt.
8 Behüt Dich Gott, so heißt das Wort,
das man sich sagt beim Scheiden,
weil sich in dieses eine Wort
die besten Wünsche kleiden.
Behüt Dich Gott in Freud und Leid,
behüt Dich Gott in Ewigkeit.
9 Blühe wie ein Veilchen, blühe immer
und vergiß mich nimmer.
10 Christus ist das wahre Licht,
folge ihm, Du irrest nicht.
Gott allein such zu gefallen,
denn er liebet Dich vor allen.
11 Das Ei ist rund und schön,
drum laß mich die Kirmes auch nicht stehn.
Merke Dir´s und denke dran,
sonst legt im nächsten Jahr der Hahn.
12 Die Jahre der Jugend sind heiter und schön,
schade, daß sie so schnell vorübergehn.
13 Das Ei ist rund und spitzig,
die jungen Burschen sind witzig.
Sie führen schöne Worte,
aber ihr Herz ist an einem anderen Orte.
14 Das Ei ist geschrieben zu meinem Vergnügen,
drum will ich Dir´s schenken zu meinem Andenken.
15 Drei Rosen im Garten, drei Lilien im Wald,
laß mich nicht länger warten und schreibe mir bald.
16 Dir blühe nie vergebens ein Blümlein auf der Flur.
Benütz die Zeit des Lebens, denn einmal lebt man nur.
17 Das Allerschönste Du mir gibst,
wenn, wie ich Dich, auch Du mich liebst.
18 Das kleinste Wiesenblümlein spricht:
Vergiß des lieben Gottes nicht!
19 Das kleinste Wiesenblümlein spricht:
Freund, vergiß die Liebe nicht!
20 Die Jahre der Jugend sind heiter und schön,
doch schade, daß sie so schnell vorübergehn.
Die heiteren Tage, die fröhlichen Stunden,
eh´ man sie ahnt, sind sie verschwunden.
21 Des Himmels höchster Segen, des Lebens höchstes
Glück,
sei Dir auf allen Wegen in jedem Augenblick.
22 Die Freude, die schwindet, es dauert kein Leid.
Die Jahre verrauschen im Strome der Zeit.
Die Blumen verwelken, die Jahre vergehn,
doch Liebe wird immer und ewig bestehn.
23 Dein Leben sei fröhlich und heiter,
kein Leiden trübe Dein Herz,
das Glück sei stets Dein Begleiter,
nie treffe Dich Kummer und Schmerz.
24 Des Lebens köstlicher Gewinn ist ein frohes Herz und
froher Sinn.
25 Dir blühe nie vergebens ein Blümlein äuf der Flur.
Benutze gut die Zeit des Lebens, denn einmal lebt man
nur.
26 Das Veilchen am Bache, die Rose am Strauch
sind alle zwei herzig, und Du bist es auch.
27 Eisen, Stahl und Marmor bricht, aber unsre Freundschaft
nicht.
28 Ein Eilein, ein kleines Geschenk,
woran man die Freundschaft erkennt.
29 Erfülle freudig Deine Pflicht
Und von der Wahrheit weiche nicht!
Dann wird auf Deinen Lebenswegen
Dich stets begleiten Gottes Segen.
30 Es hat gelegt ein junger Has im Garten in das grüne
Gras.
31 Es blüht ein Blümchen an moosiger Quelle,
es schimmert die Freundschaft so lieblich, so helle. Blau ist seine Farbe, hell ist sein Licht,
sein Name ist Vergißmeinnicht.
32 Ein Verschen nach der Mode
fällt mir grad jetzt nicht ein,
drum will ich bis zum Tode
stets ewig treu Dir sein.
33 Eier leg ich mancherlei,
kleine und auch große.
Dieses ist das schönste Ei,
rot wie eine Rose.
34 Ein Häuschen von Zucker, von Zimt die Tür,
der Riegel von Bratwurst, das wünsch´ ich Dir.
35 Endlos wie das Ei unsre Liebe sei.
36 Eh´ die Morgensonne lacht,
hab ich schon an Dich gedacht.
Abends, wenn sie untergeht,
unsre Freundschaft noch besteht.
37 Ewig spricht der Sturm der Liebe,
ewig schlägt für Dich mein Herz,
ewig Dein in Freud und Schmerz.
38 Es steht ein schönes Blümelein auf unsrer grünen Au.
Sein Aug´ ist wie der Himmel so heiter und so blau.
Es weiß nicht viel zu sagen, doch alles, was es spricht,
ist nur: Vergißmeinnicht!
39 Ein frohes Herz Dir stets bewahre,
leb noch glücklich viele Jahre
verschont von Sorgen, Müh und Plagen,
und sei vergnügt an allen Tagen.
40 Felsen können brechen, Täler untergehn,
aber Dich vergessen, das wird nie geschehm.
41 Für das kurze Erdenleben
ist die Freundschaft viel zu schön.
Ewigkeiten muß es geben,
wo sich Freunde wiedersehn.
42 Froh erwache jeden Morgen,
froh erfülle Deine Pflicht.
Wo Du gehst, flieh Gram und Sorgen,
blüh´ Dir ein Vergißmeinnicht.
43 Gemalt hab ich dies Osterei
für Dich aus lauter Lieb und Treu,
denn die Hühner legen heute
nur weiße ungemalte Eier.
44 Genieße still zufrieden den sonnig heit´ren Tag,
Du weißt nicht, ob hienieden ein gleicher kommen mag.
45 Heiterkeit und froher Scherz erfreue stets Dein gutes
Herz.
46 Heiter und hell fließe der Strom Deines Lebens.
47 Heiter wie ein Maienmorgen, so soll unser Leben sein,
ohne Kummer, ohne Sorgen blühe, goldner Sonnenschein.
48 Hast Du ein Herz gefunden, das treu es mit Dir meint,
in Freuden und in Leiden, bleib treu mit ihm vereint.
49 Ich schenke Dir ein Osterei aus lauter Lieb und lauter
Treu.
50 Ich schenke Dir ein Ei aus lauter Lieb und Treu.
Nimm´s in acht, sonst bricht´s entzwei.
51 Immergrün und hoffnungsvoll sei Dein ganzes Leben.
Immergrün und liebevoll sei auch Dein Bestreben.
Lebe glücklich ,lebe frei, froh, vergnügt und heiter,
und der Herr des Himmels sei immer Dein Begleiter.
52 Ich wollt ein Sträußlein winden,
da kam die dunkle Nacht.
Kein Blümlein konnt ich finden,
sonst hätt ich Dir´s gebracht.
53 Ich schenke Dir den Himmel,
eine Kutsche mit vier Schimmel,
ein Mädel mit sechzehn Jahrn,
da kannst Du mit Kutsche fahrn.
54 In dem schönen Monat Mai legt das Vögelein sein Ei.
Aber der gute Osterhas legt seins ins grüne Gras.
55 In dieses Herz (diesen Kranz) schreib ich hinein
den Wunsch, Du sollst stets glücklich sein.
56 In Unschuld sei der Lilie gleich,
so wie das Veilchen an Demut reich,
im Guten treu wie Immergrün,
dann wirst Du schön wie Rosen blühn.
57 Ich schenke Dir ein Ei
aus lauter Lieb und Treu.
Und wenn wir wieder Ostern haben,
so sollst Du noch ein schöneres haben.
58 Ich liebe Dich so lang ich weiß,
bis rote Rosen werden weiß,
bis weiße Rosen werden rot,
ich liebe Dich bis in den Tod.
59 Ich schenke Dir zum Osterfeste
die Gabe aus dem Hühnerneste,
und sollt ich´s nächstes Jahr wieder erleben,
dann will ich sie Dir aus dem Gänsenest geben.
60 Ich schreibe Dir dies Ei aus Scherz,
aber doch aus gutem Herz.
Ich mache Dir´s recht schön,
drum laß mich die Kirmes nicht stehn.
61 Ich saß im grünen Moose und dachte so an Dich,
ich brach mir eine Rose und Dir ein Vergißmeinnicht.
62 Ich wünsche Dir das Beste zum frohen Osterfeste.
Gesundheit und ein langes Leben möge Dir der Schöpfer geben.
63 Ich sucht auf blumigen Wegen für Dich ein Blümlein aus
und schickte mit Freud und Segen als Gruß es Dir ins Haus.
64 Immer glücklich sei Dein künftig Leben
und bestreut mit Rosen seine Bahn.
Alles Gute sei vom Himmel Dir gegeben,
was ein liebes Herz nur wünschen kann.
65 Im Munde die Wahrheit, im Auge die Treu,
im Herzen die Liebe, bewahre die drei.
66 Im Wandel der Zeiten mög Gott Dich begleiten.
67 In Liebe gedenk ich Dein, drum soll dies Ei mein Bote
sein.
68 Ist die Gabe noch so klein,
so soll doch groß die Freude sein.
69 Jeden Abend, jeden Morgen grüß ich Dich mit Freud
und Glück,
und kein Wölkchen finstrer Sorgen trübe Deinen heitren Blick.
70 Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiß,
als heimliche Liebe, von der niemand was weiß.
71 Könnt ich doch mit schönen Sachen
Dir recht große Freude machen.
O so nimm mit mildem Sinn
diese kleine Gabe hin.
72 Lebe glücklich, frei von Schmerzen,
freue Deines Lebens Dich,
und in Deinem lieben Herzen
sei ein Pätzchen auch für mich.
73 Lilienweiß bewahr Dein Kleid,
welches Jesus Dir verleiht.
Rein hast Du´s von ihm empfangen,
rein wird er´s von Dir verlangen.
74 Lieblich ist der Reiz der Jugend,
doch die Blüten fallen ab.
Aber Edelmut und Tugend
folgen uns bis übers Grab.
75 Laß die Winde wehen auf des Lebens Bahn,
laß die Wellen schlagen wider Deinen Kahn.
Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht.
Gott ist Dein Begleiter, er verläßt Dich nicht.
76 Lerne reden, lerne schweigen, aber stets am rechten Ort.
77 Mit der Zeit und mit den Jahren
wirst Du meine Treu erfahren.
Wenn schön und herrlich sind die Stunden,
die schon längstens sind entschwunden.
78 Mit Freuden erwache jeden Morgen
und froh erfülle Deine Pflicht.
Wo Du gehst, fliehn Gram und Sorgen,
und vergiß auch meiner nicht.
79 Mit Rosen umblüht sei stets Deine Bahn,
daß nie ein Kummer Dich trübe,
und gehst Du auch traurig und trüb hinan,
so hör auf das Blümlein der Liebe.
Höre, wie lieblich und freundlich es spricht:
Mein Name ist Vergißmeinnicht.
80 Nicht wie Rosen, nicht wie Nelken,
die da blühen und verwelken,
sondern wie das Immergrün,
so soll unsre Freundschaft blühn.
81 Nimm von mir die kleine Gabe,
sie ist die schönste, die ich habe.
So wie der Spruch in Blumen ruht,
so bin ich Dir von Herzen gut.
82 Nur Deine Lieb allein vermag
mir Glück zu spenden jeden Tag.
83 Nie werd´ ich Dich vergessen, vergiß auch meiner nicht.
Ich werde Rosen brechen, brich Du Vergißmeinnicht.
84 Niemand kennt den Lauf der Dinge,
trotzdem streben wir voran.
Was das Leben Dir auch bringe,
pack es immer fröhlich an.
85 Nimm dieses Ei und denk dabei,
daß es aus treuer Freundschaft sei.
86 Ostermorgen vertreibt die Sorgen.
87 Rosen, Tulpen, Nelken, all die Blumen welken,
nur das eine Blümlein nicht, das da heißt Vergißmeinnicht.
88 Rosen verwelken, Marmor zerbricht,
aber unsere Freundschaft nicht.
89 Rosen sind der Freuden Fülle,
Glück wohnt in des Herzens Stille.
90 Richte nicht den Wert des Menschen
schnell nach einer kurzen Stunde.
Oben sind bewegte Wellen,
doch die Perle liegt am Grunde.
91 Rosen und Vergißmeinnicht mahnen Dich an Deine
Pflicht,
daß Du in dem Weltgetümmel nicht vergißest auch den Himmel.
92 Schaue vorwärts, nie zurück,
neuer Mut ist neues Glück.
93 Sei zu Hause und für andre stets ein kleiner
Sonnenschein,
dann wird auch Dein eignes Leben nie ganz ohne Strahlen sein.
94 Sei dem Veilchen gleich, das im Verborgenen blüht,
sei immer fromm und gut, auch wenn es keiner sieht.
95 Sei gegrüßt aus weiter Ferne, denn wir haben Dich so
gerne.
96 Sei immer bescheiden, verlang nie zu viel,
so kommst Du zwar langsam, aber sicher zum Ziel.
97 Sei immer bescheiden, bleib so, wie Du bist,
glaub nur nicht, daß Reichtum das Wichtigste ist.
98 So klein auch diese Gabe scheint,
sie ist doch herzlich gut gemeint.
99 Soll ich oder soll ich nicht
Dir, mein Liebchen, trauen?
Ich kann Dir zwar ins Augenlicht,
aber nicht ins Herze schauen.
100 Schau hell hinein in den Sonnenschein
und laß Dir den Lenz behagen.
Ob Du lachst und ob Du weinst,
der Winter kommt, eh´ Du es meinst,
mit seinen kalten Tagen.
101 Stark, wo es gilt, sich selbst zu bezwingen,
schnell, wo es gilt, ein Opfer zu bringen,
treu, wo es gilt, die Freundschaft zu leben,
mild, wo es gilt, dem Feind zu vergeben.
102 Scheint die Gabe noch so klein,
ist sie doch von Herzen gut gemeint.
103 Schenk vielen Deine Freuden,
allen Munterkeit und Scherz,
nur wenig Edlen Deine Leiden,
Auserwählten nur Dein Herz.
104 Rauche Dein Pfeifchen in stillem Vergnügen,
leere Dein Gläschen in männlichen Zügen.
Hast Du ein Mädchen, so liebe es treu,
so fließen die Jahre und Tage vorbei.
105 Trennen uns auch ferne Hügel,
halte still, was liegt daran?
Unsre Freundschaft hat ja Flügel, die
kein Mensch erreichen kann.
106 Unschuld und Tugend zieren die Jugend.
Unschuld und verlorne Zeit
kommen nicht mehr in Ewigkeit.
107 Viel duftende Rosen in lieblicher Zahl,
die mögen Dich grüßen vieltausendmal.
108 Veilchen und Vergißmeinnicht
mahnen Dich an Deine Pflicht,
daß Du in dem Weltgetümmel
nicht vergessen sollst den Himmel.
109 Vergesse nie die Heimat,
wo Deine Wiege stand.
Du findest in der Ferne
Kein zweites Heimatland.
110 Verlasse Dich auf Dich allein
und niemals auf die andern,
denn Du wirst immer bei dir sein,
indes die Freunde wandern.
111 Wahre Freundschaft nur verbindet
Seelen zu der schönsten Pflicht,
und die Kränze, die sie windet,
welken selbst im Grabe nicht.
112 Wald und Feld, Wies´ und Flur
künden Gottes Allmacht nur,
und willst Du Gottes Liebe sehen,
so bleibe unterm Kreuze stehen.
113 Wandle froh und ohne Sorgen
in den frischen Tag hinein,
und ein neuer Ostermorgen
wird Dir dann beschieden sein.
114 Wahre Freundschaft windet Kränze
nicht von Rosen, nur von Immergrün,
denn die Rosen blühen nur im Lenze,
aber unsre Freundschaft, die soll ewig blühn.
115 Wenn frohes Glück und stille Freuden
für Dich von fester Dauer sind,
wenn kein Kummer und kein Leiden
in Deiner Seele Platz gewinnt,
dann ist mein Wunsch für Dich erfüllt,
der aus reinem Herzen quillt.
116 Wenn Du willst spazierengehn
und siehst am Weg ein Blümlein stehn,
pflück es ab und denk dabei,
daß es von Deiner Freundin sei.
117 Wenn Du einen Kranz willst winden
und Dein Finger Rosen bricht,
wirst Du auch ein Blümlein finden,
das da heißt Vergißmeinnicht.
118 Wenn die muntren Vögel singen
in der schönen Frühlingszeit,
wenn die Freuden Dich umringen,
o dann gedenke mein.
119 Wenn Du einst am späten Abend
in den Wald spazieren gehst,
und Du siehst Vergißmeinnicht,
pflück es ab und denk an mich.
120 Wenn die Osterglocken klingen,
sproßt des Frühlings erstes Grün.
Munter dann die Vögel singen,
und die blauen Veilchen blühn.
121 Wenn die Bächlein aufwärts fließen
und die Hasen Jäger schießen,
wenn die Mäuse Katzen fressen,
dann erst will ich Dich vergessen.
122 Wenn Wolken trüb vorüberziehn,
am Himmel still vergehn,
mög Dir im Herzen ewig blühn
ein Frühling sonnigschön.
123 Wenn der Weinstock traget Reben,
und daraus fließt kühlen Wein,
wenn der Tod mir nimmt das Leben,
hör ich auf, Dein Freund zu sein.
124 Wenn Du gehst auf stillen Wegen,
die durch fremde Lande ziehn,
bringt Freundschaft Dir den Kranz entgegen
von Blumen, die in der Heimat blühn.
125 Wenn Menschen Dich verlassen,
wenn Lieb und Treue bricht,
dann mußt Du Gott umfassen,
denn er verläßt Dich nicht.
126 Wenn alle Felsen brechen
und Hügel stürzen ein,
so halt ich das Versprechen, Dir immer treu zu sein.
127 Wenn die Winde wehen auf der Lebensbahn,
wenn die Wellen stürmen wider Deinen Kahn,
schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht,
Gott ist Dein Begleiter, er verläßt Dich nicht.
128 Wie des Baches Quelle silberhell und rein,
so mögen auch die Tage Deiner Jugend sein.
129 Wie die Rose still verborgen
in dem kleinen Tale blüht,
und des Lenzes erster Morgen
duftend Wald und Flur umzieht,
so zieht auch im frohen Kreise
Lebenslust auf Dich herab,
und zur langen Lebensreise
reicht Dir Gott den Pilgerstab.
130 Wie sich holde Täubchen küssen,
die von keiner Falschheit wissen,
so sei auch Dein Herz gesinnt
gegen mich, mein liebes Kind.
131 Wie könnt ich Dein vergessen?
Vergiß auch meiner nicht!
Ich werde Rosen brechen,
brich Du Vergißmeinnicht.
So wie die Rosen blühen.,
so blühe auch Dein Glück,
und wenn Du Rosen siehst,
so denk an mich zurück.
132 Will das Glück nach seinem Sinn Dir was Gutes
schenken,
sage Dank und nimm es hin ohne viel Bedenken.
133 Jede Gabe sei begrüßt, doch vor allen Dingen:
das, worum Du Dich bemühst, möge Dir gelingen.
134 Welken muß die schönste Blume,
wenn ein Engel sie auch bricht.
Alles welkt auf dieser Erde, aber unsre Liebe nicht.
135 Wer Eier schält und sie nicht ißt,
beim Liebchen sitzt und sie nicht küßt,
beim Weine sitzt und schenkt nicht ein,
der muß ein rechter Esel sein.
136 Wie das Veilchen im Grase,
wie der Wein im Glase,
so schön und so rein
soll ewig meine Liebe sein.
Dies Osterei hier aber nimm
Als Treuezeichen von mir hin.
137 Willst Du glücklich sein im Leben,
trage bei zu andrer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigne Herz zurück.
138 Wo drei Palmen einsam stehen, wirst Du auch ´ne Lilie
sehn.
Bei der Lilie steht geschrieben: Ewig soll sein Herz Dich lieben.
139 Zarte Hände reichen Dir der Blumen schönste Pracht,
wünschen Dir mit frohen Grüßen, daß die Sonne stets Dir lacht.
140 Zwei Herzen, die aus Liebe brennen,
die kann kein Mensch auf Erden trennen.
141 Zum Festgeschenk aus meiner Hand
nimm dieses Ei zum Unterpfand.
142 Zum Osterfest den Wunsch ich bringe,
daß Lieb und Freud Dich hold umschlinge.
Gesundheit und ein langes Leben
Dir der liebe Gott mög geben.
143 Zwei Täubchen auf dem Dache,
die lieb ich so sehr,
aber Dich, mein liebes Schätzchen,
vieltausendmal mehr.
144 Zum Abendstern hab ich geschaut
und ihm die Botschaft anvertraut.
o glaube, wenn sein Strahl Dich grüßt,
daß es der Gruß des Freundes ist.
145 Zur Osterzeit, wenn alles sprießt,
Dich meine Freundschaft herzlich grüß!
Schröcker Gute Seiten
Texterfassung: Stefan Krönung
Schröcker Gute Seiten Nr. 7 (SGS)
(c) 1998 Hrsg. vom Katholischen Pfarramt
St. Michael u. St. Elisabeth, Schröck
Tel. 06424-92230
www.pfarrei-schroeck.de
(Die Musterblätter hat Frau Luzia Fischer gezeichnet.)
Das Titelbild zeigt drei Schröcker Ostereiermalerinnen: V.l.n.R. Josefine Fach, geb. Nau; Therese Preis, geb. Rhiel und Hildegard Nau, geb. Nau. (Foto: L. Fischer, 1960).
Mit dem Kauf dieses Heftchens unterstützen sie die "Ostereierverkaufsaktion" unserer Schröcker Jugendlichen, der Kolpingsfamilien und BDKJ-Verbände im Bistum Fulda. Vielen Dank!
Bekannt sind die Ostereier aus Erfurtshausen und Mardorf, aber der Brauch wurde einst In allen 16 katholischen Ortschaften um Amöneburg. Auch heute noch werden zur Osterzeit Eier vielerorts gemalt und beschrieben. Man verschenkt sie zu verschieden Anlässen mit ganz individuell beschriebenen Sprüchen, die auf alten Sprüchesammlungen basieren.
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Update 10.04.06 |
www.pfarrei-schroeck.de (c) 2001
Lit.:
Ostereiermalerei aus Mardorf und Erfurtshausen, fest gebunden, 48
Seiten Umfang, viele Farbbilder bzw. Aufnahmen. Herausgegeben von Irmgard Bott, im Jahre
1981, Verlag Karl Robert Langewiesche Nachfolger Hans Köster KG, Postfach, Königsstein
im Taunus, ISBN 3-7845-6541-7
Ich mache Dir das Ei recht schön ... Zur Ostereiermalerei
im Amöneburger Becken, kartonierter Umschlag, 67 Seiten, etliche Fotos und
Quellenhinweise. Herausgegeben von Andereas Seim und Wolfgang Velte, im Jahre 1997 i. V.
m. dem Arbeitskreis Volkskunde und Kulturwissenschaft e.V. Postfach 1122, 35001
Marburg/Lahn, ISBN 3-929425-17-3