Ein junger
Benediktiner, in Schröck geboren und aufgewachsen,
hat sich in seinem Heimaturlaub in Sommer 1999 verabschiedet. Der Grund: Er geht nach Afrika als
Missionar auf Zeit. Am Pfarrfest hat er am 29.8.99 "Auf
Wiedersehen" gesagt, Freunde und Verwandte
besucht und für die Arbeit in den jungen Kirchen
Afrikas geworben.
Bruder Antonius
gehört zur Abtei Meschede. Neben ihren
missionarischen Aufgaben, die die Mönche von
Königsmünster in der Heimat erfüllen (Schule,
Jugendarbeit, Seelsorge etc.), sind die Brüder der
Arbeit in den "klassischen"
Missionsgebieten sehr verbunden.
Abt Stephan Schröer
wird den Benediktiner Antonius Fach am 12. September
1999 mit dem Konventamt in der Abteikirche aussenden.
Dann wird er drei Jahre in der Mission in Ndanda
(Tansania) gehen, um dort zu leben und zu arbeiten.
Seine Englischkenntnisse hat er aufgefrischt und
erste Kurse in der Landessprache Suaheli absolviert.
Am 27.6.1965 in
Schröck (Kreis Marburg-Biedenkopf) geboren, aktiv in
Pfarrei und Kolpingsfamilie, trat er 1986 er in die
Benediktinerabtei Königsmünster ein. Als gelernter Bürokaufmann fand
er schon bald seine Aufgabe in der Klosterverwaltung,
die er dort 12 Jahre versah. 1994 konnte er mit drei
anderen Brüdern aus Meschede bei einem elfwöchigen
Praktikum erste Missionserfahrungen sammeln. Aus den
Erfahrungen dieser Zeit erwuchs für ihn der Wunsch,
auch für längere Zeit die Brüder in der Mission zu
unterstützen.
Eine seiner
Hauptaufgaben sieht Br. Antonius darin, Brücken der
Brüderlichkeit zu bauen zwischen Afrikanern und
Europäern, und er will mithelfen, das Erbe der
Gründungsbrüder verantwortlich in die Hände der
jungen afrikanischen Kirche zu übergeben.
Auch in der Abtei
Ndanda wird er Aufgaben in der Klosterverwaltung
übernehmen und damit besonders P. Heinrich Eilhard
OSB, ebenfalls Mönch aus Meschede, zur Seite stehen,
der die Verwaltung der großen Abtei mit ihren rund
70 Mönchen und über 500 Angestellten, von denen
etwa 200 Menschen in den Betrieben der Abtei
ausgebildet werden, leitet. Zur Abtei gehören u.a.
eine Druckerei, Auto- und Elektrowerkstätten,
Schreinerei und Landwirtschaft. Außerdem gehört zur
Abtei auch ein großes Krankenhaus.
Weitere Links um den Schröcker Kirchturm
hinaus:
26.10.99
"....Will die Gelegenheit
nutzen, daß Gäste aus Deutschland hier sind, und
Grüße mitgeben. Eigentlich sollte am 28.10. in
Liwale mitten im Busch Kirchweihe sein, aber durch
den Tod von Julius Nyrere sind 30 Tage Staatstrauer
angesagt und es dürfen keinerlei Feiern stattfinden.
Also mußte alles auf November verschoben werden. Mir
geht es gut und ich hab mich eingelebt. Täglich
lerne ich mehr über Land und Leute dazu. Die
Cashewnuß-Ernte ist in vollem Gange und das bedeutet
wieder Geld für die arme Bevölkerung hier im
Süden. Leider ist im Januar nicht mehr viel davon
übrig. Man lebt halt ganz im "heute" und
denkt nicht weiter. "Wer weiß ob ich morgen
noch lebe?" So ist die Einstellung der Menschen
und daher geht vieles nicht. Nun im Büro gibt es
genug zu tun, aber es herrscht kein Streß. So bleibt
genug Zeit für mich, die ich zum Lesen und Schreiben
nutze. Wie es um das religiöse Leben bestellt ist,
hab ich noch nicht ganz erfaßt. Zwar sind die
Kirchen voll, aber man muß die Leute immer wieder
motivieren. Zudem hab ich rund um Ndanda noch keinen
Gottesdienst zum Vergleich miterlebt. Jedenfalls ist
der Gesang sehr laut und kräftig und gut. Auch das
Verhältnis zum Islam ist gut und die Leute arbeiten
zusammen.
Nun für heute Gottes Segen und herzliche Grüße aus
dem Busch - Ihr Bruder Antonius OSB"