Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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Bistum und Stadt Fulda

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"Mit Bonifatius begann gewissermaßen die Geschichte des Christentums in Eurem Land. Viele sagen, diese Geschichte neige sich jetzt ihrem Ende zu. Ich sage Euch:
Diese Geschichte des Christentums in Eurem Land soll jetzt neu beginnen, und zwar durch Euch, durch Euer im Geist des heiligen Bonifatius geformtes Zeugnis!"
(Papst Johannes Paul II. am 18.11.1980 auf dem Domplatz in Fulda).


Kurze Geschichte des Bistums FuldaDom zu Fulda (c) 1997

Im Jahr 744 ließ Bonifatius durch seinen Schüler Sturmi das Kloster Fulda ( www.fulda.de ) an dem Ort, der ihm wohl schon länger bekannt war, gründen und 751 durch Papst Zacharias von jeder bischöflichen Gewalt befreien und unmittelbar dem römischen Stuhl unterstellen. Von nicht geringer Bedeutung für die spätere Entwicklung war der Umstand, dass das Kloster Fulda nicht von einem Bistum eingeschlossen wurde, sondern genau an der Grenzlinie zwischen dem Bistum Mainz und dem ebenfalls von Bonifatius gegründeten Bistum Würzburg lag; der Flusslauf der Fulda bildete ja in diesem Bereich seit alters bis zur Entstehung des Bistums Fulda die mainz-würzburgische Diözesangrenze.

Dazu kam neben der hervorragenden politischen Stellung des Fuldaer Abtes im Hochmittelalter, welche selbst die mancher Bischöfe im Reich übertraf, noch der Umstand, dass der Abt für die meisten der etwa 70 Pfarreien seines Herrschaftsgebietes das Besetzungsrecht hatte. Dagegen hatte der Bischof von Würzburg in dem Teil der Abtei Fulda, der seiner Geistlichen Hoheit unterstand, nur drei Pfarreien, der Erzbischof von Mainz im fuldischen Teil seines Bistums sogar überhaupt keine Pfarreien zu besetzen. Der Abt besaß zudem schon sehr früh einen eigenen Weltklerus in den etwa 40 Chorherren der von ihm abhängigen Kollegiatstifte Hünfeld, Rasdorf und Salmünster, die an der Befreiung des Klosters Fulda von der bischöflichen Gewalt teilhatten.

So war das Kloster Fulda von Anfang an geeignet, sich mit dem zu ihm gehörigen Umland wie ein Keil zwischen die beiden Bistümer Mainz und Würzburg zu schieben und eines Tages selbst zum Bistum zu werden.

Im Spätmittelalter kamen, begünstigt durch päpstliche und bischöfliche Schismen in Mainz und Würzburg, die landeskirchlichen Bestrebungen des Fuldaer Fürstabtes hinzu. Er beanspruchte die geistliche Oberhoheit über seine Untertanen aufgrund seiner Verantwortung als Landesherr. Waren um 1500 bereits die Rechte der beiden zuständigen Bischöfe von Mainz und Würzburg weitgehend ausgeschaltet, so versuchte der Abt von Fulda in den Jahren von 1531 - 1533 in Rom die endgültige Loslösung seines Herrschaftsgebietes von der seitherigen Diözesanzugehörigkeit durch formelle Erhebung der Abtei zum Bistum zu erreichen. Als die Verhandlungen am Widerstand des Bischofs von Würzburg scheiterten, ging der Abt auf dem Tatsachenweg vor. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts an nahm der Abt von Fulda die Stellung eines Quasi-Bischofs ein. 1572 gründete er ein eigenes Priesterseminar in Fulda, im 17. Jahrhundert berief er wiederholt Diözesansynoden ein, visitierte die Pfarreien seines Herrschaftsgebietes, d.h. er setzte Akte, die nur einem Bischof vorbehalten sind. 1727 erreichte er es in Rom, dass ein Mönch seines Klosters Weihbischof wurde. Als dessen Nachfolger 1737 selbst Abt wurde, waren geistliche und weltliche Hoheit in einer Hand, so dass es nur noch eine Formsache war, als Papst Benedikt XIV. am 05.10.1752 die bisherige Abtei Fulda zum Bistum erhob.

Die Wirren der Französischen Revolution brachten auch für das Bistum Fulda erhebliche Veränderungen. Zwar wurde es nicht aufgehoben, doch wurde es 1821 neu umschrieben. Dabei verlor es den inzwischen zu Bayern gehörenden Teil an das Bistum Würzburg, erhielt jedoch neben den wenigen katholischen Pfarreien um Amöneburg und Fritzlar, des Freigerichts, Bieber- und Joßgrundes und bei Hanau die weiten Diasporagebiete des Kurfürstentums Hessen. 1857 wurden die katholischen Gläubigen des Großherzogtums Sachsen-Weimar dem Bistum Fulda unterstellt.

Nach kleineren Veränderungen der Bistumsgrenzen im Lauf des 19. Jahrhunderts brachte die Ausführungsbulle zu dem Konkordat das 1929 zwischen Preußen und dem Hl. Stuhl geschlossen wurde, Veränderungen von weit größerer Bedeutung. Das Bistum verlor dabei den ehemals kurhessischen Teil von Frankfurt/Main, der etwa dreiviertel des heutigen Stadtgebietes von Frankfurt ausmacht, an das Bistum Limburg und erhielt dafür vom Bistum Paderborn das überwiegend katholische Kommissariat Heiligenstadt und das weiträumige Dekanat Erfurt mit einem Katholikenanteil von 3,72 Prozent.

(+ Josef Leinweber, Fulda)


Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11

 

Wer an Fulda denkt, hat oft zuerst die katholische Kirche im Sinn. Der konservative und streitbare Erzbischof Johannes Dyba sorgte bis zu seinem Tod im Juli 2001 häufig für Schlagzeilen, außerdem versammeln sich jedes Jahr Ende September die deutschen Bischöfe zu ihrer Herbst-Vollversammlung am Grab des Heiligen Bonifatius in der Stadt in Osthessen. Doch Fulda ist nicht nur klerikal: Reizvoll gelegen im Tal des gleichnamigen Flusses, zwischen den Vorläufern der Rhön und des Vogelsberges, gilt der alte Bischofssitz als eine der schönsten Barockstädte Deutschlands.

Schon im Jahr 744 aus einer Klostergründung von Bonifatius hervorgegangen, vermittelt Fulda seinen Besuchern den Charme und die Heiterkeit einer vergangenen, aber immer noch präsenten Epoche. Heinrich von Kleist beschrieb Fulda einst als den angenehmsten Ort, den er je gesehen habe. Goethe dagegen gefiel die Stadt nicht - sie war ihm zu barock. Dennoch hielt er sich immer wieder gern in Fulda auf - dem Geheimrat hatten es die Gaststätten und Weinstuben angetan, in denen man vorzüglich speiste und einen guten Tropfen trank.

Harmonie und Geschlossenheit der Barockarchitektur beeindrucken: Die herrliche Anlage des Schlossgartens wird auf der einen Seite vom repräsentativen Stadtschloss und auf der anderen von der Orangerie mit der berühmen Flora-Vase am Aufgang eingerahmt. Im Stadtschloss, das ebenso wie der Dom die Handschrift des Baumeisters Johann Dietzenhofer trägt und heute der Stadt Fulda als Rathaus dient, erwartet eine Vielzahl von Kunstschätzen den interessierten Besucher.

Direkt neben der Orangerie steht das barocke Paulustor, das "Entrée" zum Barockviertel. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Dom, dessen Museum einen umfassenden Eindruck der mehr als 1250-jährigen Kloster- und Stadtgeschichte vermittelt. Altes Rathaus, Adelspalais, Stadtpfarrkirche und das Vonderau-Museum im Gebäude des ehemaligen päpstlichen Seminars der Jesuiten runden das Bild ab. Trotz der Vielzahl historischer Bauwerke ist Fulda aber kein Museum, sondern eine vitale Stadt von hoher Lebensqualität. In der sorgfältig restaurierten Altstadt herrscht von früh bis spät reges Treiben.

Mittelalterliche Fachwerkhäuser ducken sich neben barocke Bürgerpalais, beschauliche Gassen laden zum Bummeln, idyllische und mit Blumen geschmückte Innenhöfe zum Verweilen ein. Reste der Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert und Wehrtürme sind stumme Zeugen aus den Zeiten der Überfälle und Belagerungen durch feindliche Heere. Im Hexenturm aus dem 14. Jahrhundert wurden - wie der Name vermuten lässt - der Hexerei bezichtigte Frauen eingesperrt und Verhören unterzogen.

Bedeutende Sakralbauten verschiedener Epochen, unter anderem der Romanik und Gotik, ziehen die Besucher in ihren Bann. Die Michaelskirche aus karolingischer Zeit mit ihrer wuchtigen Rotunde und der "Armenbibel" - einem kantigen Sockel mit sehr einfachen, aber einprägsamen Darstellungen - fasziniert auch Kinder. "Das ist ja ein Comic", krähte unlängst ein Achtjähriger, der sogar Sprechblasen in den Darstellungen entdeckt haben will. Vor den Toren der Stadt gehört Schloss Fasanerie, einst Sommerresidenz der Kirchenfürsten, zum Programm vieler Besucher. Dieses Glanzstück barocker Baukunst birgt unter anderem eine sehenswerte Porzellansammlung.

Der Weinbau spielte Jahrhunderte lang eine wichtige Rolle in der Region rund um Fulda. Warum er aufgegeben wurde, weiß keiner so recht zu sagen. Wahrscheinlich aber richtete die Reblaus so verheerende Schäden an, dass der Anbau sich nicht mehr lohnte. Um die alte Tradition wieder zu beleben, legte der Weinhistorische Konvent Fulda am Südhang des Klosters Frauenberg einen Weingarten an. Dort finden bei Kerzenschein Weinproben mit "Wäck, Woarscht un Wie" statt.

"Was bedeutet denn der galoppierende Reiter auf dem Weinglas?" möchte einer der Teilnehmer wissen. Mit "Karl, dem Spätlesereiter", hat es eine besondere Bewandtnis: Neben Hammelberg an der Saale gehörte auch Johannisberg im Rheingau einst zu Fulda. Der Fürstabt entsandte regelmäßig einen berittenen Boten, der die Erlaubnis zum Beginn der Weinlese zu überbringen hatte. Einmal verspätete sich der Reiter jedoch aus nie geklärten Gründen um zwei Wochen. So mussten inzwischen überreife Trauben verwendet werden. Das Resultat war ein Wein von bislang nicht gekannter Fülle und Güte. Die von vielen so hochgeschätzte Spätlese basiert also auf einem puren Zufall.

Die Fulda-Aue ist die grüne Lunge der Stadt. In der warmen Jahreszeit tummeln sich Kanus und Paddelboote auf dem romantischen Flusslauf. Jetzt im Herbst und Winter lädt die naturbelassene Landschaft zu ausgiebigen Spaziergängen und Wanderungen ein.

Informationen: Fremdenverkehrsamt Rhön, Wörthstraße 15, 36037 Fulda (Tel.: 0661/600 61 11, Fax: 0661/600 61 20) und im Internet unter www.fulda.de 

( Quelle  unbekannt )

 

 

Missionarisch Kirche sein
Bischof Algermissen ruft zur Neubesinnung auf Fundamente des Glaubens auf -
Brief an alle Gemeinden zur Amtseinführung als Bischof von Fulda

Fulda/Hanau/Marburg/Kassel (bpf). Zur Neubesinnung auf die Fundamente des Glaubens und zur Wiederentdeckung des missionarischen Geistes eines heiligen Bonifatius hat Bischof Heinz Josef Algermissen in einem Brief an alle Gemeinden des Bistums Fulda aufgerufen. "Mein großer Wunsch", so der neue Oberhirte, "ist eine geistliche Erneuerung unserer Gemeinden aus dem Evangelium!"
In seinem Schreiben zur Amtseinführung als Bischof von Fulda verweist Algermissen auf die gegenwärtige Phase des Umbruchs und Strukturwandels in der deutschen Kirche. Mancherorts werde der Rückgang der Glaubenspraxis beklagt, erlebe man schmerzlich den Abbruch von Glaubenstraditionen, sei der Mangel an Männern und Frauen spürbar, die zu einem Lebensengagement in der Kirche bereit seien. Der neue Fuldaer Bischof äußert jedoch seine tiefe Überzeugung, dass auch heute die Botschaft des Evangeliums höchst aktuell sei, dass Gott auch heute seiner Kirche genügend Berufungen schenke, dass die Welt auch heute - vielleicht mehr denn je - auf unser Zeugnis und Bekenntnis angewiesen sei. Aber wir müssten lernen, uns selbst die christliche Botschaft neu zu erschließen, um sie dann für andere anziehend zu machen. "Wäre es nicht an der Zeit", fragte der Oberhirte im Blick auf das Lebenszeugnis des heiligen Bonifatius, "diesen missionarischen Geist heute wieder zu entdecken: dass wir nicht ängstlich und defensiv unsere Grenzen abstecken, uns in die sakrale Nische unserer Tradition zurückziehen und den allgemeinen Niedergang beklagen, sondern selbstbewusst an die Öffentlichkeit gehen, bereit, ‚jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach dem Grund unserer Hoffnung fragt'?"

Lebendige Zellen des Glaubens
Bonifatius habe es nicht dabei bewenden lassen, zu predigen und zu taufen, er habe Klöster und Mönchszellen gegründet: Orte, an denen der neue Glaube lebendig und anschaulich werde. In einer Zeit großer Umbrüche und Veränderungen habe er Inseln der Stabilität geschaffen. "Ich würde mir wünschen", so Bischof Algermissen, "dass es auch in unserem Bistum Fulda viele Menschen gibt, die sich vom Geist
Gottes neu ansprechen und begeistern lassen; die im Geist Jesu zusammenkommen, sich am Evangelium orientieren und so unscheinbarerer, aber wirksamer Sauerteig unserer Gesellschaft sind." Nachdrücklich ruft der Bischof alle Gläubigen auf, mitzuhelfen, dass die Kirche auf diese Weise lebendig und für andere anziehend werde.

Christsein mit Profil
In seinem Brief an die Gemeinden verweist Algermissen auf die Standfestigkeit und Furchtlosigkeit des heiligen Bonifatius, der "mit sich und seiner Botschaft identisch" gewesen und insofern er auch Widerstände ertragen habe. So sehr es Bonifatius um die Gewinnung der Menschen für Christus gehe, er biedere sich
nicht an, schließe keine faulen Kompromisse. Wo es um die Substanz seiner Botschaft gehe, sei er klar und unnachgiebig.
Eine Entscheidung für Gott und gegen die Götzen der Zeit sei auch heute eine Entscheidung gegen den Trend, betonte Bischof Algermissen. Es sei nicht leicht, im Freundes- oder Kollegenkreis im Abseits zu stehen, weil man an der eigenen Glaubenspraxis, an christlichen Werten und Überzeugungen festhalte. "Mir macht der Pragmatismus und Populismus Sorge, mit dem in unserer Gesellschaft, in Medien, Wissenschaft und Politik insbesondere das menschliche Leben an seinem Anfang wie in seinem Ende in Frage und zur Disposition gestellt wird." Algermissen dankt allen, die als Christen auch in der Öffentlichkeit Rückgrat zeigten und für ihre Glaubensüberzeugung einstünden. Zugleich appelliert er an alle Entscheidungs- und Verantwortungsträger, mit der ganzen Autorität ihres Amtes dafür einzutreten, dass unsere Gesellschaft ein menschliches Gesicht behalte.

Neu unter das Wort Gottes stellen
Unter Hinweis auf das Martyrium des heiligen Bonifatius erinnert Algermissen daran, dass auch bei der Bischofsweihe die Bibel wie ein Dach über den Kandidaten gehalten werde. All sein Reden und Tun solle vom Wort Gottes inspiriert sein, an ihm solle er Maß und bei Widerständen zu ihm Zuflucht nehmen. Der Dienst der Verkündigung, der Dienst am Wort Gottes sei gleichsam der erste Dienst, den der Bischof seinem Bistum zu leisten habe. Alle Gläubigen lädt Bischof Algermissen ein, sich mit ihm neu unter das Wort Gottes zu stellen.

Der Einheit verpflichtet
In dem Schreiben weist Algermissen darauf hin, dass ein Bischof zugleich auch Repräsentant der Universalkirche sei. Für die Kirche in Deutschland habe Fulda als Tagungsort der Bischofskonferenz darüber hinaus aber auch noch eine ganz besondere Stellung und Verpflichtung: Am Grab des Apostels der
Deutschen müsse auch die Einheit der Kirche in Deutschland je neu gestärkt und bekräftigt werden. "Als Bischof von Fulda fühle ich mich innerlich verpflichtet, das Vermächtnis des heiligen Bonifatius für die Kirche in Deutschland wach zu halten und mich mit allen Kräften, noch über meine diözesanen Aufgaben hinaus, für die Einheit der Kirche in unserem Land stark zu machen", unterstreicht der Oberhirte.

Leben aus der Kraft Gottes
Abschließend dankt Bischof Algermissen für die vielen Zeichen des Vertrauens und Willkommens, die ihm in den letzten Wochen und Monaten entgegengebracht worden seien. Er werde alles daran setzen, den Erwartungen gerecht zu werden. Unter Hinweis auf seinen bischöflichen Wahlspruch bittet er, nicht bei den Schwächen - den eigenen wie denen der anderen - stehen zu bleiben. Es sei leicht und vielleicht auch allzu menschlich, Defizite aufzuzählen und sich beim Negativen aufzuhalten. Wo wir Menschen versagten, sollten wir "auf die Kraft vertrauen, die von Gott kommt", und uns gegenseitig ermutigen und stützen. Auch darum möchte er sich in seinem Dienst am Bistum bemühen.

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