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Religiöses Brauchtum um Christi Himmelfahrt
http://www.religioeses-brauchtum.de/sommer/christi_himmelfahrt.html
[PresseInfo
1999] Bittage gehalten Unwetter, Katastrophen
und Krieg als Themen
Mit vielen
oberhessischen katholischen Gemeinden hat die Pfarrei
Schröck den mehr als 1500 Jahre alten Brauch der
"Feier der Bittage" gemeinsam.
Auch in diesem Jahr
zogen in der "Himmelfahrtswoche"
allabendlich über 100 Christen nach der Meßfeier in
der Pfarrkirche mit Ministranten, Helfern, Alt und
Jung zu den Bildstöcken und Wegkreuzen an den vier
Ortsausgängen von Schröck.
Am Tag Christi
Himmelfahrt wurde mehr als 200 Beter gezählt, die
die Straße von Schröck noch Bauerbach zogen, sicher
geleitet durch Polizeibeamte, die den
Sicherungsdienst übernahmen.
Voraus ziehen dabei
Ministranten mit Fahnen und Kreuz. Abschluß und
Höhepunkt einer jeden Wallfahrt ist die
"Allerheiligenlitanei" und der gesungene
"Wettersegen" gegen Blitz, Hagel und
Unwetter.
"Um den gütigen
Gott zu bitten, er wolle mit seiner milden
väterlichen Hand die Fluren segnen, die Früchte der
Erde erhalten, und wie er alle Thiere mit Segen
erfüllt, und ihnen ihr Speis zu gelegener Zeit
giebt, also auch uns Menschen die nothwendige Nahrung
mittheilen." heißt es bei Leonhard Goffine 1690
in seinem "Christkatholischen
Unterrichtsbuch" zur Funktion der Bittgänge.
Daran hat sich nichts
geändert: In den neuen Gebetstexten und Litaneien
habe die Anliegen nur Namen und Inhalte, die den
Mitmenschen aus den Medien bekannt sind: Krieg im
Kosovo Unwetter in der USA
Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit an vielen Orten.
Pfarrer Krönung:
"Diese Bittgänge sind geschätzte Zeichen, den
Glauben an Gott, an die Macht des vertrauenden
Gebetes und die helfende Fürsprache der Heiligen zu
bekunden. Wir machen oft die Erfahrung, hilflos zu
sein. Das teilen wir einander mit und erinnern uns an
die Zusage Gottes, daß er uns beisteht! Bittgänge
sind die Friedensdemonstrationen der kleinen
Leute!"
Im Meßbuch heißt es
dazu: "An den Bitt- und Quatembertagen betet die
Kirche für mannigfache menschliche Anliegen,
besonders für die Früchte der Erde und für das
menschliche Schaffen".
Die Feier der Bittage
ist im religiösen Leben und Brauchtum der Pfarrei
Schröck verwurzelt und werden Jahr für Jahr vom
ersten Maisonntag an (Zechspannkreuz) in der
Himmelfahrtswoche begangen vor dem Fest Christi
Himmelfahrt. Das Gebet und seine Anliegen dabei,
richten sich auf das gegenwärtige Leben und seine
Gefährdung.
"Zusammengenommen
bringen wir mit der Kirchengemeinde dabei über
tausend Menschen auf die Beine" rechnet Pfarrer
Krönung.
Letzter Bittgang ist
am Pfingstmontag, 9.00 Uhr mit der Prozession zum
"Roßdorfer Kreuz" (Beginn der
Pfarrkirche).
Bildstocknotizen:
"Das Kreuz am
Berger Weg wurde über 200 Jahre nach seiner
Errichtung am Vorabend des Festes von der Himmelfarht
unseres Herrn im Gewittersturm vom umstürzenden Baum
zerschmettert. 2 Tage zuvor führte der letzten
Bittgang zu dieser Stätte. Die baldige
Wiedererrichtung muss in unser aller Interesse
liegen!"
(Gottesdienstordnung 3.-10.6.1979)
Fernsehaufnahmen und Beitrag für www.hessenschau.de
im Jahr 2001 mit Jochen Schmidt. In diesem Jahr soll auch das "Bauerbacher
Kreuz" wieder aufgerichtet werden.
Lit.
Roppel, Alexandra: Glaubensbekenntnisse und
Volksfrömmigkeit. Sehenswerte Bildstöcke markieren
katholisch geprägte Landschaften. In: Marburger Neue
Zeitung, 20. Mai 2000, S. 16