Weil Menschen einander brauchen
Verein "Helft Bosnien! e.V. 1996-2007"  & Malteser-Auslandsdienst - Berichte und Informationen


H. Vagedes: Schlimmer als vor 2 Jahren! Oktober 2000
S. Krönung: Menschen in Not - April/Mai 2000
S. Krönung: Katholischer Priester bei Muslimen in Mostar -Oktober 1999
H. Vagedes: Wer hilft weiterhin Menschen in Bosnien? - Juli 1999
 

Menschen in Not

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Kleiderlager in Pfarrers Garage und die Helfer aus Duisburg (April 2000)
Kleiderlager in Pfarrers Garage und die Helfer aus Duisburg (April 2000)
Frieden und Gerechtigkeit. Der kleine David wird uns später beim Wort nehmen. SFOR-Soldaten an der Grenze zu BIH.
Das Malteser-Büro in Mostar
Das Malteser-Büro in Mostar
Zerstörte Häuser an den Bergen über Mostar. In Ost-Mostar spricht von von 6-7000 Sozialfällen.
Zerstörte Häuser an den Bergen über Mostar. In Ost-Mostar spricht von von 6-7000 Sozialfällen.
Frieden und Gerechtigkeit. Der kleine David wird uns später beim Wort nehmen. SFOR-Soldaten an der Grenze zu BIH.
Weil Menschen einander brauchen...
 
 
Hein Vagedes von den Schröcker Maltesern in Bosnien Situation schwieriger als vor 2 Jahren!

Mostar, Herbst 2000: Hein Vagedes war vom 5. bis 17. Oktober d.J. in Bosnien. Für ihn war es die 10. Fahrt innerhalb von fast 5 Jahren.

Er erinnert sich: "Die erste Reise über Ostern 1996 - sie war nicht ganz ungefährlich - hatte die Hungersnot vieler Menschen unmittelbar nach dem Krieg so nah gebracht, daß wir beschlossen, schnell Hilfe zu leisten. Wir, das waren 2 Ehepaare unserer Gemeinde, unser damaliger Kaplan und die Eltern einer bosnischen Flüchtlingsfamilie".

Auf seine Initiative gründete sich der Verein Helft Bosnien, der über die Situation der Menschen in Mostar informierte und Geld sammelte, für das seit Herbst 1996 Familien monatlich ein Paket mit Nahrungsmitteln erhielten.

Das ehrenamtliche Engagement im Sinne der Malteser ("Hilfe den Bedürftigen – obsequium pauperum") geht seither so weit, daß alle 6 Monate die Familien und seit einem Jahr auch ein Heim mit 30 Kriegswaisen besucht werden.
Unregelmäßig führen die Schröcker Malteser Transporte mit Hilfsgütern durch.

Hein Vagedes berichtet: "Uns geht es schlechter als vor 2 Jahren!" wurde uns geantwortet, als unser bosnischer Freund Miro und ich vor wenigen Wochen unsere Schützlinge in Mostar und Umgebung aufsuchten und sie nach ihrer persönlichen Lage fragten. Spürbar wurde dies ganz besonders bei einigen Familien, die sich entschuldigten, dass sie uns nichts anzubieten hätten. Bei den vorangegangenen Besuchen war uns immer ein kleine Tasse Kaffee oder ein Glas Saft als Ausdruck ihrer bekannten Gastfreundschaft gereicht worden.

Unaufgefordert erzählten sie, wie wichtig für sie immer noch das monatliche Lebensmittelpaket ist, das aufgrund von Spenden gerade auch aus unserer Pfarrgemeinde vor Ort gepackt und verteilt wird. Es ist für sie das Mittel zum
(Über-)Leben."

Wer lebt in Bosnien-Herzegowina 5 Jahre nach dem Friedensschluss von Dayton in solcher Existenznot? Dies sind alte Frauen oder Männer, deren Rente nur 100 bis 130 DM beträgt. Davon müssen Medikamente gekauft, Strom- und Wasserrechnungen beglichen und Miete gezahlt werden, wenn man kein Eigentum hat. Was dann für den Erwerb von Nahrungsmitteln übrigbleibt - oft leben mehrere Personen ohne eigenes Einkommen mit im Haushalt -, läßt sich leicht abschätzen.

Noch kritischer ist die Lage für Familien mit Kindern, wenn weder Vater noch Mutter eine regelmäßige Arbeit haben. Die Erwerbslosigkeit liegt immer noch über 75%. Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe gibt es nicht.

Allein das Los der jungen Frau Mirsada Toporan mit ihrem 3-jährigen Sohn Semir ist mir Anlaß genug, um Sie um Ihre Unterstützung zu bitten.

Sie wohnt in einem Barackendorf in einem Raum ohne fließend Wasser und sanitäre Ein-richtungen. Die ärmlichen Möbel hatten andere ausrangiert. Auf dem niedrigen Tisch steht ein Teller mit Essen, das sie von einer Nachbars-familie dafür erhalten hatte, daß sie einen Graben ausgehoben hatte. Wenn sie Gelegenheitsarbeit findet, ist das immer "Männerarbeit", wie sie es selber nennt. Dazu zählt auch Ziegeln schleppen. Sie erzählt uns, daß sie 7 Tage nach Semirs` Geburt nichts mehr zu essen hatte und mit dem weinenden Kind Arbeit gesucht hat. Nach 2 Monaten war sie so geschwächt, daß sie für ihr Baby keine Milch mehr hatte und Semir Bohnensuppe füttern mußte. Sie selber ist inzwischen auf 45 kg abgemagert.

Um diesen Bedürftigen helfen zu können, bitten die Malteser weiterhin um Ihre Unterstützung.

Malteser Hilfsdienst, Schröck - Auslandsdienst
Kath. Kirchengemeinde Schröck

 

Bosnien nach wie vor im politischen Schwebezustand

Zu wiederholten Mal war Pfarrer Stefan Krönung für 14 Tage mit den Schröcker Maltesern und dem Verein Helft Bosnien! e.V. mit Hilfsgütern vor Ort. Zwei Tage dauerte die Hinfahrt, im Gepäck waren Kleidung, Schuhe, Spielsachen – zerstörte Häuser und nichtgeräumte Minenfelder begleiteten den Zug nach Mostar, der Stadt an der zerstörten Brücke über die Neretwa. Die alte Brücke ist Weltkulturerbe und das international bekannte Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges, seit sie 1993 von Panzern zerstört wurde.

"Wir sammeln Spenden und werben für Patenschaften über Kirchengemeinden, Friedensgruppen und Initiativen, um in Mostar Grundnahrungsmittel für ca. 30 notleidende Familien und Gruppen zu kaufen und zu verteilen", berichtet Pfarrer Krönung über die Arbeit, die er als Gründungsmitglied des Vereins seit 1994 tatkräftig unterstützt.

Regelmäßige Besuche und Kontrollen vor Ort gehören zur Arbeitsweise, wie die strenge Verpflichtung zu ehrenamtlicher Betätigung. So werden die Fahrten und Werbekosten ausschließlich aus privaten Mitteln bezahlt und die Spendengelder zu 100 Prozent vor Ort verwendet. Doch das ist gar nicht so leicht: Krisen- und Katastrophenorte gibt es viele auf der Welt und sind erst einmal die Fernsehbilder verschwunden, schwindet auch die Bereitschaft zur Unterstützung.

"Es ist schlechter als zuvor" hörten die Helfer aus Hessen oft, die dürren Renten und mageren Gehälter werden oftmals nicht gezahlt oder gekürzt, die Arbeitslosigkeit ist hoffnungslos hoch, wie eine städtische Sozialarbeiterin bestätigte, die bei manchen Besuchen die Gruppe begleitete.

Kontakte zum Bürgermeister, zum örtlichen Caritasverband und zum Malteserbüro in Mostar waren für die Arbeit vor Ort von Bedeutung.

Bei den Lokalwahlen in Bosnien vor vier Wochen haben die bisher dominierenden nationalistischen Parteien der drei Volksgruppen punktuelle Niederlagen erlitten. Aufs Ganze gesehen ist ihre Stellung aber weiterhin allzu stark, die starke Präsenz von Nato-Truppen ist nach wie vor nötig.

Zwar scheint die im Krieg geteilte Stadt zusammenzuwachsen, doch sind Kirchtürme und Minarette nach wie vor Ankerpunkte eigener Nationalität und Ethnität. Die Wunden der Vergangenheit heilen langsam und der Weg zur Versöhnung ist weit.

Pfarrer Krönung wünscht sich, daß die Versöhnungsgesten, die der Papst der Welt am 12. März d.J. vorgemacht hat, auch auf dem Balkan gehört werden.

Es muß verstärkt um die Reform der Wirtschaft gehen, die Rückkehr der Flüchtlinge ist weiterhin eine starke Belastung, politische Einrichtungen müssen gestärkt und gefestigt werden.

In feuchten Kellern und notdürftig reparierten Wohnungen besuchen die Malteser die Menschen. "Freunde in Mostar leisten die Geduldsarbeit der Übersetzung. Wir fragen viel und möchten viel hören, um zu Hause für die Menschen in Bosnien-Herzegowina und ihre Nöte werben zu können. Die Politik aus dem Mund der armen Leute ist in Zeitungen nicht nachzulesen." Die Ärtzin Astrid Dörner bestätigt eine brauchbare medizinische Versorgung: "Nur wovon sollen die Leute die Medikamente bezahlen?"

Erschreckend viele Kinder tragen Verletzungen aus dem Krieg. In Bosnien sind zwischen 1992 und 1996 fast 17.000 Kinder im Krieg getötet und 35.000 verletzt worden.

In einem Haus für Kriegswaisenkinder, das mit Unterstützung arabischer Länder erbaut wurde, tut sich die Stadt Mostar schwer, den Unterhalt zu finanzieren. Für eine weiteres halbes Jahr übernimmt der Verein die monatliche "Milchrechnung".

Auch in Zukunft ist Hilfe nötig. Die Schröcker Malteser sammeln gut erhaltene Kleidung, Unterwäsche, Decken und Bettwäsche, Kinderspielzeug und vor allem Spenden für die Menschen und den Transport.

Spendenkonto:
Malteser-Auslandsdienst-Kassel

Info und Kontakt:
Malteser Hilfsdienst e.V., Ortsgliederung Schröck -
Auslandsdienst
www.malteser-schroeck.de

Malteser-Auslandsdienst-Kassel

Katholischer Priester bei Muslimen in Mostar

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Hilfstransport des kleinen Vereins "Helft Bosnien! e.V." in den hessischen Herbstferien (Oktober 1999)

Mit einem kleinen Hilfstransport bin ich in diesen Herbstferien im Ostteil der Stadt Mostar gewesen, als katholischer Pfarrer unter Muslimen.

Es war eine Anreise von drei Tagen mit dem Kassler Verein "Helft Bosnien! e.V." in Privatwägen und mit einem Anhänger, weil der Verein sich das Ziel gesetzt hat: "Jede Spendenmark geht an den Empfänger. Es gibt keine Auslagen für Sprit, Verwaltung, Werbung."

Der Troß transportierte Lebensmitteln, Winterkleidung, Spielsachen und ertrug geduldig viele Zollformalitäten und lange Wartezeiten an den Grenzen der kleinen Republiken Ex-Jugoslawiens.

Die letzten dreihundert Kilometer führten durch Berglandschaften, in denen nicht wenige Dörfer durchquert wurden, die teils zerstört und verlassen waren und deren vermiente Friedhöfe und abgesperrte Geländeflächen an den brutalen Krieg erinnerten, der mit dem Waffenstillstand von Dayton (Ohio, 5. Oktober 1995) ein militärisches Ende gefunden hatte.

Mikrokosmos der landesweiten Zerstörung

Mostar ist die altehrwürdige Stadt in Bosnien-Herzegowina, die zu Beginn des Krieges (1992-1995) von der jugoslawische Armee von den umliegenden Höhen aus unter Beschuß genommen worden war. Auf deren Trümmern kam es dann zum bewaffneten Konflikt zwischen Moslems und Kroaten, die sich ursprünglich gemeinsam gegen die serbische Aggression gewehrt hatten. Die Folge war, daß nicht nur Häuser, Schulen, Kirchen, Moscheen, Geschäfte und Brücken (darunter die "steinerner Halbmond" genannte Bogenbrücke aus dem 16. Jhd.) zerstört waren, sondern auch die Herzen der Überlebenden schwer getroffen waren: Man kannte in der Stadt einander und jeder wußte, wer wen erschossen, verraten, verhaftet hatte. Die Aufgabe für die Zukunft war gestellt: Das Miteinanderleben oder wenigstens ein Nebeneinanderleben in Frieden sollte wieder möglich sein!

Messerstechereien und sogar Schießereien zwischen dem muslimischen und dem kroatischen Teil der Stadt waren noch bis Anfang diesen Jahres an der Tagesordnung.

Die am Ostufer des Neretva-Flusses lebenden Moslems fühlten sich von den katholischen Kroaten auf der anderen Seite hintergangen. Man kann es verstehen, wenn man sehen kann wie sich das Geschäftsleben, der Handel und das Leben ­ nicht zuletzt dank der Anbindung an Kroatien durch die kroatische Währung, den Kuna, rasch entwickeln. Mehrheitlich sind Neubauten und Renovierungen in diesem Teil der Stadt entstanden.

Unser muslimischer Freund Miro zählte uns dagegen im Ostteil zwar 7 neu errichtete Moscheen vor aber keine drei Schulen, in denen die Kinder im Drei-Schicht-Betrieb unterrichtet werden.

Die Religionen haben den Auftrag zur Versöhnung

Der Muezzin ruft im Ostteil der Stadt vom Tonband in einer Lautstärke, daß es im katholischen Teil noch deutlich zu hören ist. Viele führen den heftigen kroatischen Nationalismus der Mostarer in erster Linie auf ein seit Jahrhunderten existierendes Gefühl der Bedrohung zurück. Schreckensvision ist und bleibt, man könne eines Tages im "katholischen", kroatischen Mostar erwachen ­ und mitansehen, wie die grüne Fahne des Propheten auf den Kirchtürmen gehisst würde, die jetzt wieder aufgebaut werden. Ich habe darin auch ein Motiv für den Neubau der großzügigen Franziskanerkirche an der ehemaligen Frontlinie gesehen, die noch nichts von ihrem erschreckenden Zustand der gewaltigen Zerstörung eingebüßt hat oder den Beginn des Baus der neuen Kathedrale mit den riesigen Fundamenten, die mit Unterstützung deutscher Kirchengelder gebaut werden soll.

Gegen die Angst vor dem islamischen Fundamentalismus kann erfolgreich der Kampf gegen die soziale Ungerechtigkeit geführt werden, denn wer satt zu essen hat, ist vor Extremen gefeit. "Unsere Kinder brauchen Bildung und Erziehung, nur wenige gehen in die Koranschulen", sagt Miro und zusammen zählen wir die wenigen Paar Schuhe beim Freitagsgebet in den kleinen Moscheen. "Der Wunsch zum Miteinanderleben ist sehr groß."

48 Stunden in der Stadt

Wir waren mit Helfern des Vereins und Gästen mehr als 48 Stunden mit unseren Hilfsgütern im Stadtteil Mahala in Mostar, herzlich und freundschaftlich aufgenommen von Muslimen. Gastgeber Miro und Indira Demirowitsch betonten dabei, dass jeder wisse, dass ein katholischer Priester mit dabei sei und nichts zu befürchten brauche.

(Und ich hatte meinen nagelneuen himmelblauen Kangoo drei Tage und drei Nächte samt Anhänger an der Straße stehen).

Die Zeit verbrachten wir mit Besuchen von verarmten Familien, denen wir über unsere Patenschaften aus Deutschland und die Spendeneinnahmen in Mostar und Umgebung monatlich ein Paket zukommen lassen, das mit Lebensmitteln im Wert von 50 DM vor Ort zusammengestellt wird. So z.B. für den 40jährigen Saric. Bis zu seinem Schlaganfall sammelte er in den Ruinen Schrott, um mit dem Verkauf seine Frau und die zwei Kindern (5 und 9 Jahre) zu ernähren. (Kilo Kupfer bringt ca. 3 DM) [Foto vorhanden]

Sie hausen im Erdgeschoss eines baufälligen Hauses, daß ihnen nicht gehört, in dem sie aber unterkamen, als sie aus dem Westteil der Stadt vertrieben wurden. Tochter Amaris ist geistig behindert und wird täglich in eine Sonderschule gefahren. Es gibt keine Sozialhilfe, keine Rente und keine Unterstützung.

Ebenfalls auf dem Programm stand neben Besuchen beim örtlichen Caritasdirektor, dem Büro des Malteser-Auslandsdienstes in Mostar auch ein Besuch in einem Heim für Kriegswaisenkinder, das in Baracken untergebracht ist, die in einer humanitären Aktion nach dem Krieg errichtet wurden. Der Platz ist für 31 Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis 18 Jahren eng bemessen und muß eingeteilt werden bis zum Umzug in die neuen Gebäude, die mit Spenden aus arabischen Ländern errichtet werden.

Schwierig ist der Unterhalt für solche Einrichtungen, da die Stadt maximal 60 Prozent der laufenden Kosten tragen kann. Wir haben vor Ort entschieden für ein halbes Jahr die Milchrechnung zu übernehmen (mtl. 210 l zu 1,20 DM).

Noch scheint der Fluß Neretva Mentalitäten und Welten in Mostar zu trennen. Das ist der Eindruck, den ich selbst und unsere Freunden vom Verein gewonnen haben.

Die Steine der alten Brücke, einstmals als Meisterstück osmanischer Baukunst bewundert, im Granatenhagel in drei Tagen zerstört (9.11.93), liegen zum Trocknen am Flußufer, neue Übergänge sind provisorisch hergerichtet. Sie machen es möglich, dass die Menschen herüber und hinüber gehen. Furcht voreinander scheint aber mehr und mehr zu weichen, man kauft auf der anderen Seite ein, vielleicht bleibt Mißtrauen. Die spanischen Sfor-Soldaten mit ihren Panzerspähwagen patrouillieren und wachen über einen Frieden, dem noch starkes Wachstum zu wünschen ist.

Ich selbst habe mich in diesen Tagen an ein Wort erinnert, daß die Kleruskongregation den Priestern für das nächste Jahrtausend geschrieben hat: Sie sollen "Diener der Versöhnung" sein.

Deswegen war ich mit Freunden in Mostar, als katholischer Priester bei Muslimen. Ich will mit kleiner Kraft mitbauen am Fundament Hoffnung im west-östlichen Mostar zwischen Kreuz und Halbmond.

Mit nach Hause bringe ich den Aufruf, die Menschen in Bosnien nicht zur vergessen, auch wenn die Fernseh- und Nachrichten immer neuen und anderen Schreckensorten nachreisen, und leider auch die großen Hilfsorganisationen in deren Troß mitzulaufen scheinen.

Zahlreiche Organisationen haben auch Mostar verlassen.

Helfen Sie uns bitte mit Ihrer Spende oder Patenschaft auch weiterhin helfen. Danke.

(Nachtrag: Am 15.9.99 meldet die Süddeutsche Zeitung "Festnahmen im kroatischen Teil der Stadt", erstmals erfolgte eine große Razzia der SFOR im (Westteil von) Mostar, wobei die UN-Friedenstruppe massiv gegen "subversive Aktivitäten" vorging. Es kam zu zahlreichen Verhaftungen, Waffen und Dokumente wurden sichergestellt. Mehrere Personen wurden festgenommen und den örtlichen Behörden übergeben. Ein kroatischer Geheimdienst ist dabei aufgeflogen.)

Quellen:

Geschichte von Bosnien-Herzogowina und Serbien

http://www.unibas.ch/schulen/wgym/projekte/f1a97/exjugos/geschichte_exjug.htm

Kongregation für den Klerus über den Priester für das dritte christliche Jahrtausend schreibt ( http://www.clerus.org ; Deutsch:Verlautbarungen des Apostl. Stuhls, Nr. 139 vom 19.03.1999, Bezug über http://www.dbk.de )

Der kleine Verein Helft Bosnien e.V. im Caritasverband Kassel sammelt Spenden und wirbt für Patenschaften über Kirchengemeinden, Friedensgruppen und Initiativen, um in Mostar Grundnahrungsmittel für ca. 30 notleidende Familien und Gruppen zu kaufen und zu verteilen.

Regelmäßige Besuche und Kontrollen vor Ort gehören zur Arbeitsweise, wie die strenge Verpflichtung zu ehrenamtlicher Betätigung. So werden die Fahrten und Werbekosten ausschließlich aus privaten Mitteln bezahlt und die Spendengelder zu 100 Prozent vor Ort verwendet.

Seit Vereinsgründung im Jahr 1996 war es ebenfalls möglich den Transport von 50 gespendeten Kliniksbetten zu finanzieren, sich an teuren Untersuchungen und an einer Augenoperation eines jungen Mannes zu beteiligen.

Gelegenheiten zum Transport von humanitären Gütern werden ebenso wahrgenommen, wie die Möglichkeit zu Information und Austausch über die Lage in Mostar und Umgebung, die Kontaktpflege und Hilfeleistung bei Behördengängen oder Übersetzungen.

Ihre Hilfe wird gebraucht und gerne genommen!

Wer hilft weiterhin Menschen in Bosnien?

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Heute - dreieinhalb Jahre nach dem Waffenstillstand von Dayton - sind in Bosnien-Herzegowina viele Veränderungen zu sehen: die Kinder haben wieder Unterricht, zwar im Schichtbetrieb - Schulen sind erst zum Teil wiederaufgebaut -, Verwaltungen arbeiten wieder, manchmal in schon renovierten Gebäuden. Auch Schäden an einigen großen Mietshäusern sind inzwischen behoben. Dennoch leiden heute viele Menschen mehr als zuvor. Wie ist das zu erklären? Die seit dem Krieg akute Wohnungsnot wird kritischer. Die zerstörten Häuser werden langsamer wiederhergestellt, als der Bedarf steigt. Die Inlandsflüchtlinge können noch nicht in ihre Heimatorte zurück und belegen häufig Wohnungen oder Häuser derer, die aus dem Ausland zurück müssen. Und das sind einige hunderttausend Menschen. Viele von ihnen finden nur bei Verwandten in deren ohnehin überbelegten Räumen Unterschlupf; da ihre eigenen Wohnungen zerstört, belegt oder nicht zugänglich sind, wenn diese in Gebieten oder Stadtteilen liegen, die jetzt von einer anderen ethnischen Gruppe dominiert werden. Die Erwerbsmöglichkeiten sind praktisch gleich null. Bei unseren Besuchen von mehr als 30 Familien im März/April d.J. mußten wir feststellen, daß fast alle Personen einseitig bzw. unterernährt sind. Muslimische Frauen und Männer im arbeitsfähigen Älter haben nur selten eine Chance, einen Arbeitsplatz zu finden. Und da der Staat bei 80%-Arbeitslosigkeit auch kaum Steuern einnimmt, kann er auch kein Arbeitslosengeld zahlen. Nur für Schwerkranke wird eine Sozialhilfe von 30 DM gezahlt. Ältere Menschen erhalten eine Rente zwischen 100 und 130 DM, sofern sie berufstätig gewesen sind. Von diesem Betrag lebt dann häufig die ganze Familie bis hin zu den Enkeln - Die internationalen Hilfsorganisationen haben seit Mai dieses Jahres ihre Aktivitäten im Land stark reduziert, einige ganz eingestellt. Die Medien machen die Öffentlichkeit auf aktuellere Krisengebiete aufmerksam. Auch Bosnien braucht Aufbauhilfe wie Deutschland nach 1945 durch den Marshallplan. Dadurch könnten viele Menschen ihre wachsende Hoffnungslosigkeit, auch die Trümmer überwinden und die wirtschaftliche Basis für eine Selbstversorgung schaffen. So sind sie weiter auf Zuwendung von außen- von uns - angewiesen, um wenigstens nicht zu hungern. Durch Spenden/ Patenschaften in 1998 kann unser Verein Helft Bosnien! e.V. z.Z. 30 Familien in Mostar und Umgebung monatlich ein Paket, das mit Lebensmitteln im Wert von 50 DM vor Ort zusammengestellt wird, zukommenlassen - Mit Ihrer finanziellen Hilfe könnten wir dieses Programm ab September d.J. weiterführen. Im ersten Halbjahr 99 haben wir weniger als ¼ der Einnahmen des Vorjahres erzielt. Sind Sie bereit, eine oder auch mehrere Patenschaften - je 50 DM/Monat - zu übernehmen oder unser Bemühen um notleidende Menschen durch eine Spende zu unterstützen? Dafür sage ich Ihnen schon im voraus Vergelt`s Gott

Hein Vagedes, Kassel, 15. Juli 1999

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