Johannes Kalisch,
Bischofsvikar u. Pfarrer aus dem Nordosten Brasiliens
ist schon einige Male zu Gast in Schröck gewesen.
Der
Nordosten Brasiliens leidet unter einer
kathastrophalen Jahrhundert-Dürre, eine Folge von
"El Nino". Hungernde Bauern ziehen
plündernd über Land - Kirche hilft den
"Ärmsten der Armen" durch Verteilung von
Grundbesitz, Sozialeinrichtungen, Landpastoral...
Johannes Kalisch aus
Bad Soden-Allendorf (Jahrgang 1950) lebt und arbeitet
als Bischofsvikar und Pfarrer in Brasilien.
Vor seinem
letzten Heimaturlaub schrieb er (Juni 1999):
Bevor ich nach Deutschland in
Ihre Gemeinde komme, will ich Ihnen heute über meine
Arbeit in Brasilien berichten.
"Ich bin im Erzbistum
Maceio´, Bundesland Alagoas, tätig. Die Hauptstadt
und Erzbischofsitz Maceio´ liegt am Ozean. 250 km
nördlich liegt die, durch Erzbischof Camara bekannte
Stadt Recife.
Unsere Gegend
ist sehr arm, Industrie gibt es kaum, die
Landwirtschaft wird von der Monokultur des
Zuckerrohranbaus beherrscht. Die Folgen sind riesig:
Armut, Hunger und Arbeitslosigkeit gehören zum
Alltag. 70 % der Bevölkerung leben von weniger als
100,-- DM im Monat, während die Lebenshaltungskosten
riesig hoch sind.
Die Ortskirche von Maceio´
versucht durch viele soziale Programme der armen
Bevölkerung behilflich zu sein.
Um die hohe Kindersterblichkeit
einzudämmen, unterhalten wir die Kinderpastoral.
Allein in meiner Pfarrei Marechal Deodoro, die ich
neben meiner Arbeit im Erzbistum betreue,
unterhalten
wir fast 300 Kleinkinder und Säuglinge, die wir vor
dem Hungertode bewahren. Ebenso trägt meine Pfarrei
ein Tageskinderheim, in dem 100 Mädchen aus ärmsten
Verhältnissen Schule, berufsfördernde Kurse u., vor
allem, tägliche Mahlzeiten erhalten. Im
Straßenkinderheim werden 50 Jungen resozialisiert
und haben Zuhause und Schule.
Da ich auch Oekonom im Priesterseminar
bin, habe ich die Verantwortung 60 Seminaristen und
Betreuer zu ernähren und das Studium zu
bezahlen.Unser Bistum ist arm, daher suche ich
krankhaft nach Wohltätern und Gönnern für diese
Bildungsanstalt des zukünftigen Klerus der
Ortskirche Maceio´, die über eine Million
Katholiken, aber nur 75 Priester zur Verfügung hat.
Ich hoffe, Ihnen einen kleinen
Einblick in unsere Realität gegeben zu haben und
freue mich jetzt schon auf Wiedersehen in
Oberhessen."
J.K.