"11. Schröck,
Post und Kr. Marburg. Pfarrei mit 664
Seelen (4 Jsr.) - Kirchenpatronsfest: 29. Sept. (hl.
Michael). -
Ewiges Gebet: 17. November.
Zur Pfarrei gehört:
Schröck, Pfarrsitz mit obiger
Seelenzahl. Kirche mit Orgel,
Begr., 2 Schulklassen mit 2 Lehrern und 118
Schülern.
Bruderschaften: vom hl. Altarsakrament, vom hl.
Herzen Mariä,
vom hl. Erzengel Michael, für die armen Seelen.
Die Pfarrkirche wurde 1724 und 1725
im Stile der Zeit,
wahrscheinlich von Karl du Ry in Cassel, erbaut.
Einschiffiger Bau
mit Steingewölbe. Länge 24 (Chor 9) m, Breite im
Schiff 10 m,
im Chor 6,70 m. Sie wurde mit dem Hochaltare am 30.
Sept.
1726 von Weihbischof Gudenus in Erfurt konsekriert.
Die beiden
Seitenaltäre, welche 1865 aus der Kirche zu
Amöneburg um 900
Mark erworben wurden, erhielten ihre feierliche Weihe
am 12. Mai
1866 von Bischof Christoph Florentius Kött. Der
achtseitige Turm
steht überm Chor und ist vom Dachfirst ab Holzbau
mit der
Gliederung: Auffschieblinge, Laterne, Glocke, Laterne
und Glockenhaube.
2 Glocken as und es. Die as-Glocke,
1700 zu Ehren des
hl. Erzengels Michael gegossen, stammt aus der
früheren Kirche; die
des-Gl. wurde 1791 von Johannes Schneidewind in
Frankfurt ge=
gossen, ´in venerationem S.Elisabethae propiis
sumptibus Communi-
tatis et benefactoris Joannis Petri Nau in parochia
Schröck.´
Die Orgel, welche 11 kling.
Register hat, wurde im Jahre
1895 von Gebr. Rathmann in Gelnhausen aufgestellt.
Die Unterhaltung liegt der
bürgerlichen Gemeinde ob.
Die Errichtung, bezw. Neuerrichtung
der Pfarrei
Schröck geschah im Februar 1884. Der Ort hatte aber
schon zur
Zeit der hl. Elisabeth einen eignen Geistlichen und
wahrscheinlich
bald auch Pfarrechte erhalten. Es scheint jedoch,
daß die Pfarrei
meistens einen eignen Pfarrer nicht hatte, sondern
vom Stifte
Amöneburg verwaltet wurde. Daher die Bezeichnung des
Geistlichen
als Cooperator, Proparochus, Substitutus,
Administrator, nicht aber
als Kaplan. In der Errichtungsbulle der Diözese
Fulda wird aber
Schröck als Filiale genannt und tritt erst Februar
1884 wieder in
die vollen Rechte einer Pfarrei. Die Pfarrbücher
beginnen mit
dem 18. Januar 1656.
In der Nähe des Ortes liegt der
Elisabethbrunnen zum
Andenken an die hl. Elisabeth, die hier öfter war,
erbaut MDXCVI
von Ludwig IV.
Das Pfarrhaus, ein Holzfachhaus aus
1884, wurde 1889
erweitert. Es enthält 6 beheizbare und 7 nicht
beheizbare Zimmer.
Stelleneinkommen 1594 M.
(S.45)
unter "Zur Pfarrei gehören:" (Marburg)
"c) Die Katholiken in den
Amtsgerichtsbezirken Marburg, Wetter
und Fronhausen. Die Katholiken in Moischt werden von
Schröck aus, jene von Bürgeln und Schönstedt von
Bauerbach
aus pastoriert."