Die Feier der Trauung .
Siehe auch:
Wie Christen über die Ehe denken...
Zeichen und Symbole
 

Übersicht:
Brautkerze
Brautraub
Brautschuhe
Brot und Licht

Alte Hochzeitsbräuche sind heute noch brauchbar

Hochzeitskleid
in weiß
Hochzeitszug
Polterabend
Zur Hochzeit einladen
 

Zum Anfang

Zur Hochzeit einladen

Mancherorts war es üblich, daß Freunde des Bräutigams das Einladen übernahmen. Sie schossen zwei Wochen vor der Hochzeit vor den Häusern der Gäste ein paar Pistolenschüsse ab. Danach sprachen sie die Einladungen aus und wurden zur Belohnung reichlich bewirtet.
Oft gingen am Tage vor der Hochzeit die engsten männlichen Verwandten des Hochzeitspaares mit Sträußen geschmückt von Haus zu Haus, um im Namen des Hochzeitspaares zur Hochzeit einzuladen.

Der "Hochzeitsbitter", sorgte in vielen Gegenden für die Einladung der Gäste. Meist lief er mit Blumen und einem Stock, der mit bunten Bändern geschmückt war. An der Seite hing die (Schnaps-) Flasche, die ihm immer wieder zu füllen war.
Dazu gehörte ein "Hochzeitsbitter-Spruch" in Gedichtform. Dabei zählte er auch die Speisefolge auf und ermahnte, Messer und Gabel mitzubringen. Am Ende hieß es dann:

"Nun macht euch fein, aber nicht zu fein,
Braut und Bräutigam wollen gern die
feinsten sein.

Eine schöne Art einzuladen ist es, wenn das Brautpaar selbst Gäste besucht und persönlich einlädt. Dabei können Absprachen zum Fest getroffen werden, die Hochzeitgeschenke koordiniert werden. In einer persönlichen Einladungskarte kann auch etwas von dem stehen, was am Hochzeitsfest für die künftige Ehe besonders wichtig ist. (Text, Bibelvers, Gedicht, Bild, ...)

In ländlichen Gebieten Bayerns findet man auch heute noch den Brauch, daß der Gast im "Bescheid-Tüchlein" seinen Beitrag zur Hochzeitsfeier mitbringt, damit das Paar und seine Eltern nicht allein alle Kosten tragen müssen. Dieses Tüchlein kommt zum Schluß des festlichen Mahls noch einmal zur Geltung: Dann werden nämlich Reste hineingepackt.
Eine andere alte Sitte: Gegen Ende der Hochzeitsfeier kriechen einige Kinder unter den Tisch und ziehen der Braut den linken Schuh aus. Dann gehen die Kinder reihum und sammeln in diesem Schuh Geld.

Im Mittelalter gab es Gesetze gegen den übertriebenen Luxus bei Hochzeiten. So durfte nicht länger als sieben Tage gefeiert werden. Nach einer brandenburgischen Verordnung durften nicht mehr als vierzig (!) verschiedene Gerichte aufgetragen werden.

Polterabend feiern

"Polterabend entfällt" ist oft auf Hochzeitsanzeigen zu lesen. Junge Leute sagen: "Wir haben 100 Gäste auf der Hochzeit, wir wollten alle Freunde einladen und machen keinen Polterabend."
Das Polterfest ist älter als unsere christlichen Hochzeitszeremonien. Mit dem Lärm von zerbrechenden Töpfen und Pfannen, Kannen und Krügen vor dem Haus der Braut meinte man, die Bösen Geister fortscheuchen zu können.
Weil Glas ein Symbol für Glück ist, das ja gerade in der zukünftigen Ehe heil bleiben soll, durfte kein Glas zerworfen werden.
Die Polterscherben mußten auf jeden Fall aus Steingut oder Porzellan bestehen. Bauschutt, Papierberge, Müll und ähnliche aus neuzeitlichen Mißverständnissen entstanden, kamen nicht in Frage.

Hochzeitskleid in weiß

Mit der Farbe weiß werden "Reinheit, Vollkommenheit, Freude und Festlichkeit, Leben und ungebrochenes Licht" verbunden. So ist seit urchristlicher Zeit weiß die Farbe des Taufkleides. Sie ist darüber hinaus die Farbe für die Kleidung bei allen Festen, an denen eine Lebenswende gefeiert wird, so bei der Hochzeit, bei der Erstkommunion, beim Eintritt ins Kloster oder beim Tod.
In Verbindung mit dem (Braut-)Schleier drückt sich im weißen Brautkleid die Suche nach Schutz und Geborgenheit aus.

Ein schöner Brauch ist es, aus dem Brautkleid oder dem Schleier später das Taufkleid für das Kind zu nähen.

Pfennige für die Brautschuhe

Die Braut bezahlte in machen Gegenden ihre Brautschuhe selbst von den Pfennigen, die sie während der Brautzeit zusammen gespart hatte. Wurde dann der Schuh beim Sammeln vorgezeigt, konnte man sehen, welchen Wert er hatte. Man schloß darauf auf Fleiß und Sparsamkeit der jungen Braut.

Die Brautkerze

Die Kerze gehört seit dem Mittelalter zu jeder Brautmesse. Eine gute Idee ist es, vor der Feier der Trauung eine Kerze selbst zu getalten und zu verzieren.

Brot und Licht

Bei der Hochzeit spielen Brot und Licht von jeher eine große Rolle. So prangte in Westfalen inmitten der Hochzeitstafel ein Riesenbrot mit einer Kerze. Das Brot wurde anschließend an die Armen verteilt, die Kerze in die Kirche gestellt.

In Schlesien oder in Hessen reichte der Bräutigam der Braut oder die Brautmutter dem Paar beim Einzug in das neue Heim ein Stück Brot von einem frischen Laib. Ein Stück verwahrte die Braut für alle Zeiten; der Rest des Brotlaibs wurde an die Armen verteilt.

Brot und Salz, Wein und Kerzen können nach örtlichem Brauch auch vor dem Abschluß der Traugottesdienstes überreicht werden, bzw. gesegnet werden.

Und dann...

gibt es noch den Brautraub, die Entführung der Braut: Ein Freund des Bräutigams entführt die Braut und zieht mit ihr ins nächste Gasthaus, wo der Bräutigam seine Auserwählte mit ein paar Runden freikaufen muß. Ob die römische Sage vom Raub der Sabinerinnen hier Pate stand?
Bei den Griechen schnitten sich Braut und Bräutigam am Tag der Hochzeit eine Locke ab, die sie den Göttern weihten, die Neuvermählte in ihren besonderen Schutz nahmen: Zeus, Hera und Artemis.
Daß der Trauring gegen böse Unholde und Feinde schützen sollte, glaubten früher die Menschen. Im Badischen legte man einem kranken Kind den Ehering auf die Brust. Man versprach sich davon heilende Wirkung.
Und aus der Eifel-, Saar- und Moselgegend wird berichtet, daß auf dem Lande die Hoftür der Braut am Morgen der Hochzeit erst dann dem Bräutigam geöffnet wird, wenn er genügend Lösegeld durch einen Spalt des Tores gesteckt hat.

In Oberhessen wurde bei Hochzeiten die Aussteuer auf einem großen Leiterwagen in das gemeinsame Nest des Brautpaares gefahren. Unterwegs mußte ein Wegezoll an die Burschen im Dorf bezahlt werden.

LESETIP
Durch das Jahr - durch das Leben. Hausbuch der christlichen Familie.

Zum Anfang

Start Stichwort (c) 1995-2001 Stefan@Kroenung.de Update 29.09.03