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Hochzeit und Ehe in den orthodoxen KirchenEs gibt viele verschiedene
Kirchen, die sich "Orthodox" (Rechtgläubig)
nennen und es gibt verschiedene "Liturgien" in
den Ländern, in denen orthodoxe Christen leben. So ist die Ehe, die Vereinigung
des Mannes und der Frau ein Geheimnis, das nach dem
Apostel Paulus auf das Geheimnis der Vereinigung Christi
mit der Kirche zurückzuführen ist: "Dies Geheimnis
ist groß: ich deute es aber auf Christus und die
Kirche." Die Liebe des Christus für die Kirche ist das Vorbild für die Liebe von Mann und Frau.
Indem sich der Mensch seinem
Partner schenkt und diesen mit all seinen Schwächen
akzeptiert, nimmt er "ein Kreuz auf sich". Aus
diesem Grund verbindet die orthodoxe Kirche im
Gottesdienst bei der Eheschließung das Sakrament mit
einem Hinweis auf das Martyrium. Darauf weisen das Lied:
"Heilige Märtyrer, die ihr herrlich gerungen habt
und gekrönt seid ... ", wie auch die Benutzung von
Kronen bzw. Kränzen hin. Die Ehe setzt eine gegenseitige
Hingabe und Hilfe in Liebe voraus. Wenn sich die
Ehepartner nicht einander öffnen. hat die Gemeinschaft
in der Ehe keinen Bestand. Die Ehe beruht wie jede andere
wahre gemeinschaftliche Beziehung auf einem Heraustreten
des Menschen aus sich, durch das die Liebe ermöglicht
wird. Die Ehe ist ein partnerschaftliches Geben und
Nehmen. Da sich die Gefühle verändern können,
Verliebtsein sich abnutzt, sich Vorteile des einen zu
Nachteilen des anderen wandeln können, braucht die Liebe
in der Ehe eine Grundlage. die nicht der Veränderung der
Zeit unterliegt. d.h. in eine auf Gott bezogene Dimension
gestellt wird. Bekanntlich erlaubte das Alte
Testament die Ehescheidung. Dies aber war, wie Christus
bestätigt. nur ein Zugeständnis an die Herzenshärte
des Menschen. (Mt 19.8) Da Christus die Eheschließung
auf Gott selbst zurückführte, untersagt er
ausdrücklich die Auflösung der Ehe. "Was nun Gott
zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht
scheiden." (Mt 19.6: vgl. Mk 10.9) Der Apostel
Paulus schreibt auch, indem er sich auf das Gebot des
Herrn beruft: "Den Verheirateten aber gebiete nicht
ich. sondern der Herr. daß die Frau sich nicht von ihrem
Manne scheiden soll - hat sie sich aber geschieden, soll
sie ohne Ehe bleiben oder sich mit ihrem Mann versöhnen
- und daß der Mann sein Frau nicht verstoßen
soll." (1. Kor 7,10.11) Die Erhaltung der Ehe ist
Gottes Wille, ihre Auflösung durch menschliches
Verschulden ist ein schweres Vergehen. Das Neue Testament kennt nur in
zwei Fällen die Auflösung der Ehe, nämlich bei Tod und
Ehebruch. (Vgl. 1. Kor 7.39.40: Mt 5.32:19.9) Aber auch
der Ehebruch bedingt nicht zwingend die Auflösung der
Ehe: sie ist nur zulässig, weil es sich in der Tat um
eine schwere Sünde handelt. die die Grundlage der Ehe
zerstört. Bei Tod und Ehebruch gestattet
die orthodoxe Kirche eine zweite Eheschließung: aber
auch eine dritte Ehe wird geduldet. Bei Basilius dem
Großen steht im fünfzigsten Kanon über die dritte Ehe
folgendes: "Es gibt kein Gesetz für eine dritte
Ehe: also eine dritte Ehe wird dem Gesetz nach nicht
vollzogen. Denn dies betrachten wir als Schande für die
Kirche. Wir verurteilen dies aber nicht öffentlich. da
sie der offenen Prostitution vorzuziehen ist." Aus: Galitits, Georg; Mantzaridis, Georg; Wiertz, Paul: Glaubens aus dem Herzen. Eine Einführung in die Orthodoxie. München, 2.Aufl. 1988. (SS. 157ff.) Trauungsriten in den orthodoxen KirchenKernritus der Trauung in den
orthodoxen Kirchen ist die "Krönung" der
Brautleute. Seit der Antike war sie Recht des Hausvaters,
seit dem 4. Jahrhundert wurde sie vom Priester
übernommen und wurde in Auswirkung des islamischen
Rechtes als notwendig zur Gültigkeit der Ehe betrachtet.
Weitere Informationen bei:Gemeinsame Kommission der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und der römisch-katholischen Kirche in Deutschland: Ehen zwischen orthodoxen und katholischen Christen. Eine Handreichung. Bonn: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz etc, 1993
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