Erntedank geht in unserem Dorf
alljährlich leider unter oder kommt sehr zu kurz, weil unser Kirchweihfest am
gleichen Tag liegt.
Aber die Gedanken gehen
tiefer: Die Milch kommt aus der Flasche, eine
Vielzahl von Gemüsen aus der Dose, Fisch und Fleisch
aus der Tiefkühltruhe. Die Bitte um das tägliche
Brot hat angesichts der hoch entwickelten
Nahrungsmittelindustrie in den Ländern des Westens
keine existentielle Bedeutung mehr. Industrie und
Chemie produzieren in unserer Landwirtschaft immer
höhere Erträge. Butterberge und Überproduktion von
Obst und Gemüse haben jeden Gedanken an Not und
Sorge um eine gute Ernte verdrängt. Das Wort
"Hunger" ist offenbar exotisch geworden.
Und doch dankt die Kirche am ersten
Oktobersonntag, am Erntedankfest, Gott für die Gaben
der Schöpfung. Schließlich gilt unverändert die
alte Volksweisheit: "An Gottes Segen ist alles
gelegen".
Selbst in einer Zeit industrieller
Produktionsweisen in der Landwirtschaft ist es für
die Menschen in den reichen Ländern der Welt
sinnvoll, zum Abschluss der Ernte dafür Dank zu
sagen, dass ausreichend Nahrung für alle da ist.
Daran will der Erntedank-Sonntag erinnern. Der
Gedanke der Bewahrung der Schöpfung ist in den
letzten Jahren als neues Element hinzugekommen.
1998 haben wir diesen Tag
deswegen besonders gestaltet.
Im Anschluss an den Familiengottesdienst (Bild) veranstalteten Krabbelgruppe,
Kolpingsfamilie und Kinder aus der
musikalischen Früherziehung von Frau Schmidt-Enzmann
einen Familientag im Pfarrheim.
Zur Aufführung kam die "Raupe
Nimmersatt". Sie fraß sich durch die Erntegaben
und anschließend fraßen alle Schauspieler, Eltern
und Besucher ihre Teller leer. Ein Mittagstisch war gedeckt und
Gemeinschaft wurde gepflegt. Aus diesen und anderen Ansätzen
entwickelten sich über die Jahre viele Gemeindetreffpunkte und
Familientage ( zB. Weltmissionssonntag, Familientag der
Kolpingfamilie im Februar etc.)