Kommunionvorbereitung ist in Schröck und Moischt ein gemeinsamer
Weg von Eltern und Kindern in einer Gemeinde, die
sich als lebendige Gemeinschaft versteht.
Interessierte Mütter und Väter sind eingeladen,
zusammen mit dem Seelsorger, die Kinder zu begleiten.
Darüber hinaus ist die Vorbereitung in der einzelnen
Familie von größter Bedeutung - sie muss aber freiwillig und
ungezwungen übernommen werden.
Die Dauer der
Vorbereitung ist in den letzten Jahren bei uns immer
wieder verlängert worden und soll künftig die Dauer
eines ganzen Kirchenjahres (Advent bis Advent +
halbes Jahr bis zum Weißen Sonntag) umspannen.
Den Eltern kommt dabei
aus der Sache selbst wie in den ersten 1600
Jahren unserer Kirchengeschichte die
entscheidende Rolle zu: Sie sind die eigentlichen
Vermittler und Glaubenszeugen für ihre Kinder, wie
sie es ja auch bei der Hochzeit und der Taufe
öffentlich versprochen haben.
Die Kinder werden zur
Erstkommunion geführt, wenn es ihrer persönlichen
Reife entspricht und das können nur die Eltern
entscheiden, die ihre Kinder am besten kennen.
Seelsorger, ggf.
Katecheten und die Gemeinde unterstützen die Eltern
bei dieser Aufgabe auf unterschiedliche Art und
Weise. Sollten Familien
sich nicht in der Lage sehen, diese Aufgabe zu
übernehmen, ist es wichtig gemeinsam nach einer
Patenfamilie zu suchen!
Der sogenannte »Weiße
Sonntag«
ist in unserer Region traditionell von großer
Bedeutung. Einmal jährlich ist an diesem Tag das
Fest für die Kinder und deren Eltern. Das ist gut
und wichtig, führt aber gleichzeitig zu vielen
Missverständnissen und ist manchmal ein Grund, warum
das "kleine Scheibchen Brot" übersehen
wird. Das Fest ist in der Gefahr, seine tiefere
Bedeutung zu verlieren. Der Erstkommuniontag ist
nicht selten der "Letztkommuniontag".
Eine Hilfe ist es aus
meiner Erfahrung, auf einen anderen Tag auszuweichen,
um die Bedeutung des "Heiligen Brotes" zu
unterstreichen - nahe liegend wäre der
Gründonnerstag und ein anderer günstiger Tag im
Rhythmus der Gemeinde und des Kirchenjahres.
Am Ende der gesamten
Kommunionvorbereitung ist dann der Weiße Sonntag der
Tag der gemeinsamen Kommunion aller Kinder, die im
Laufe des Jahres (oder an einem gemeinsamen Tag) zur
Erstkommunion gegangen sind, sowie der Tag der
feierlichen Erneuerung ihres Taufversprechens, also
ein Start in eine neue Phase des christlichen Lebens
mit dem Wunsch: "Fortsetzung folgt..."
In vielen Gemeinden
wird dies probiert und das Urteil der Eltern und
Kinder, die sich ernsthaft auf diesen Weg eingelassen
haben, ist einhellig positiv, was ihre Erfahrung mit
dieser Praxis betrifft.
Wie geht das nun
im einzelnen vor sich?
In einem Austausch mit Müttern
der Kommunionkinder des Jahres 1997/98 haben wir
nach gemeinsamen Überlegungen uns für den
Gründonnerstag als gemeinsamer Tag der
Erstkommunion ausgesprochen und das
Konzept der Familienkatechese mit Pfarrgemeinderat und
Seelsorger verwirklicht.
Mit Pfarrer und
Helferinnen treffen sich die Kinder 14tägig zum
Gruppentreffen. In den dazwischenliegenden Wochen
findet die Katechese zu Hause am
"Familientisch" statt. Für
"verschärft Interessierte" finden
Gruppenleitertreffen statt. Alle Eltern
beteiligen sich an den thematischen Elternabenden
in regelmäßigen Abständen.
In
mehreren Sitzungen hat der Mitarbeiterkreis (der bis
zur Neuwahl 1999 die Aufgaben des Pfarrgemeinderates
übernommen hat) über die Erstkommunionvorbereitung
in Schröck beraten und das Konzept einstimmig
unterstützt. Die Kirchenzeitung "Bonifatiusboten" hat an Ostern 2004
das Konzept in einem ganzseitigen Artikel vorgestellt.
Längfristig sollen die
Eltern - das wird besonders wichtig für wachsende Seelsorgseinheiten
- für sich mit ihrem Kind überlegen, an
welchem Tag es zum ersten Mal mit zur Kommunion geht.
Der Zeitpunkt ist nicht von Feiertagen abhängig!
Der Termin kann ein für die Familie wichtiger Tag
sein. Hier einige Beispiele aus der Praxis: Tauftag
oder Namenstag des Kindes, wenn dieser auf einen
Sonntag fällt; der Besuch der im Ausland lebenden
Patentante oder der Großeltern; es kann das
Erntedankfest, ein Adventssonntag, der
Gründonnerstagabend oder ein anderes Fest des
Kirchenjahres sein; oder es sprechen sich einige
befreundete Familien ab und wählen sich einen
Sonntag aus.
Die Eltern teilen dann
diesen Termin dem Pfarrer und melden ihr Kind an. In
der Messe nehmen die Kinder mit ihren Eltern (und
evtl. Taufpaten und Großeltern) vorn in der Kirche
Platz. Sie werden namentlich begrüßt und so der
Gemeinde vorgestellt. Für jedes Kind brennt auf dem
Altar eine Kerze, die die Kinder auch als Erinnerung
mitnehmen. In den Fürbitten wird besonders für das
Erstkommunionkind gebetet. Zur Kommunion gehen die
Kinder mit ihren Angehörigen als erste. Zum
Abschluss überreicht ihnen der Priester ihr
Kommunionandenken. Die Feier in der Familie sollte
sich dann im kleinen Kreis abspielen. Das festliche
Essen wird dazugehören (mit der brennenden
Kommunionkerze auf dem Tisch) und eine Gestaltung des
Tages, die kindgemäß ist - ohne Rummel, ohne
Geschenke. Bei Tisch darf das Kommunionkind vorbeten.
Die Feier im kleinen Kreis der Familie und einiger
weniger Menschen, die dem Kind besonders nahe stehen,
ist von bleibender Erinnerung für das Kind. Es ist
"sein Tag" und lässt den religiösen Sinn
dessen, was in der Kommunion geschieht, erfahren,
ohne daß Hektik und eine Geschenkelawine alles
zudecken.
Der Weiße Sonntag
bleibt. Er bekommt seine alte Bedeutung wieder
Der "Weiße
Sonntag" ist dann das große Gemeinschaftsfest,
wo auch ruhig viele Verwandte und Bekannte zu Besuch
kommen können und Geschenke gemacht werden. Der
kirchliche Rahmen des "Weißen Sonntages"
ist ja geläufig. Die Kinder können in der Festmesse
festliche Kleidung - das Taufgewand - tragen. Ein
übertriebener Aufwand ist da fehl am Platz.
(Handschuhe, Hut und überflüssige Zutaten bleiben
zu Hause).
Zur Erneuerung des
Taufversprechens bringen die Kinder ihre Taufkerze
mit (oder gestalten mit Ihren Eltern eine
Kommunionkerze). Der "Weiße Sonntag" wird
eingeleitet durch das gemeinsame Abendgebet, zu dem
die Kinder und ihre Gäste eingeladen sind. Er klingt
aus mit der Dankmesse am Tag nach dem "Weißen
Sonntag".
Nach der Dankmesse
gibt es auch die berühmten Erinnerungsfotos (da das
Fotografieren und Filmen in der Festmesse stört und
deshalb unerwünscht ist!).
Dem einzelnen Kind
gerecht werden
Der Tag, an dem ein
Kind zum ersten Mal zur Kommunion geht - in Schröck
und Moischt 1998 der Gründonnerstag - wird als Fest
im kleinen Kreis der Familie gefeiert und nicht von
Nebensächlichkeiten überdeckt. Der Weiße Sonntag
ist dann das große Gemeinschaftsfest für alle
Kinder, die in dem vergangenen Jahr zur Erstkommunion
gegangen sind.
Grundgedanken des
Konzepts
1. Die Eltern
entscheiden, wann sie mit ihrem Kind an der
Vorbereitung auf Erstkommunion und Beichte
teilnehmen. Das ist sinnvoll, da die Eltern ihr Kind
am besten kennen. Das Grundschulalter ist
erfahrungsgemäß vernünftig. In einer
Übergangszeit von "Jahrgangs-katechese"
zur "Familien-katechese" ist das 3.
Schuljahr eine gute Orientierung.
2. Die Inhalte der
Vorbereitung sind eingebettet in den Ablauf des
Kirchenjahres. Deshalb dauert die Vorbereitungszeit
mehr als ein Jahr und beginnt mit dem Beginn des
Kirchenjahres dem Advent. Es wird erwartet,
daß die Familien am gottesdienstlichen Leben der
Gemeinde teilnehmen, die Elterntreffen wahrnehmen und
bei den Gruppentreffen sich aktiv beteiligen und die
Familienrunden zu Hause halten.
3. Der "Weiße
Sonntag" wird als Tag der feierlichen
Tauferneuerung weiterhin gemeinsam gefeiert, wie
gewohnt mit Festgewand und Kerze, den äußerlichen
Zeichen der Taufe.
Der Tag der
Erstkommunion kann von den Eltern gewählt werden.
Für 1988 war das der Gründonnerstag, im Jahr 1999
wird das der Vorabend des Weißen Sonntags sein. Im
Jahr 2000 wird es zwei Kommuniontermine geben, den
Gründonnerstag und ein Sonntag im Juni.
An diesem Tag nehmen
die Familien am Gottesdienst teil, die Kinder tragen
das weiße Taufgewand (der Gemeinde).
4. Inhaltlich ist die
Kommunionvorbereitung in den Ablauf des Kirchenjahres
eingebunden, das sowohl in der Familie als auch in
der Gemeinde erlebt wird. Während des
Vorbereitungsjahres erhalten Eltern und Kinder durch
gemeinsame Treffen der Gemeinde und ggf. in
Familiengruppen Unterstützung. Dabei bieten sich
viele schöne Erlebnismöglichkeiten. Wichtig ist
aber auch die ständige Begleitung der Kinder durch
die Eltern.
Kursunterlagen und
Hilfen gehören dazu.
Literatur, Tipps und Links
http://www.erstkommunion.de/
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