Vermeintlicher
Großbrand in der Kirche war Übung für die Freiwilligen
Feuerwehren in Schröck und Moischt.
Schröck/Sonntag, 11. November 2001:
Es war der starke Weihrauchduft im
Gottesdienst, der den Kabelbrand im Orgelgehäuse nicht gleich zum
Feueralarm hatte werden lassen. Für ihre Großübung im Herbst
hatte die Freiwillige Feuerwehr im Marburger Stadtteil Schröck
zusammen mit den Kollegen aus Moischt und Marburg die Kirche im
Dorfkern gewählt und sich ein realistische Szene für den
Sonntagmorgen in der Landpfarrei Schröck ausgedacht.
Im Nu, so die Übungsplanung, wäre
die Kirche verraucht. Eine kleine Panik wurde angenommen und
Gottesdienstbesucher und Verletzte mussten in Sicherheit gebracht
werden, wobei sorgfältig zwischen Kirchenbänken und im Beichtstuhl
nach verletzten Personen zu suchen sei...
Genau hierzu lud am Schluss des
sonntäglichen Hochamts Pfarrer Stefan Krönung auch die 180
Gottesdienstbesucher ein: "Üben Sie mit unserer Feuerwehr,
damit wir im Ernstfall vorbereitet sind." Und statt Vermeldung
und guten Wünschen für die kommende Woche erinnerte er die
Kirchgänger an die Punkte, die zu einer Notfallmeldung gehören.
Noch während ein Ministrant auf dem
Weg war, den vermeintlichen Feueralarm per Telefon bei der
Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 zu melden, verließen die
Schröcker geordnet die Kirche.
Rasch war die alarmierte Feuerwehr
zugegen, sicherte die Unglücksstelle, marschierte mit schwererem Atemschutzgeräten in die Kirche und brachte einige Verletzte bei
kalter Witterung in Sicherheit. Ärzte und Kräfte der örtlichen
Maltesergruppe kümmerten sich sogleich um Schocks, Knochenbrüche,
Rauchvergiftungen... Unter den Ersthelfern war auch der Chirurg und
Kommunionhelfer Dr. Berthold Gerdes, der am Sonntagsgottesdienst mit
der Familie teilnahm.
Decken und Hilfe kam aus den
Nachbarhäusern, Schaulustige und Interessierte liesen sich
ebenfalls für Hilfeleistungen ansprechen, ging es ja schließlich
darum die "Kirche im Dorf" zu retten und für Freunde,
Verwandte oder Nachbarn etwas zu tun.
Für Wehrführer Theo Preis und seine
Feuerwehrkameraden ein schönes Gefühl und vor allem ein Grund, um
von einer gelungenen Übung zu sprechen und die Mühen der Planung
und Vorbereitung solcher Großübungen auf sich zu nehmen.
Beim gemeinsamen Mittagessen und bei
einer Gedenkfeier für verletzte und ums Leben gekommene
Feuerwehrmänner und Rettungskräfte zeigte sich Pfr. Krönung
dankbar für die Hilfe der örtlichen Feuerwehr: "Wir haben an
jedem Wochenende zwei Großveranstaltungen, sprich Gottesdienste im
Dorf. Da ist es ein gutes Gefühl die Helfer und Retter in der Nähe
zu wissen. Wir danken Euch für Euren Bereitschaft und für Euren
Dienst und bitten Gott um seinen Beistand bei Eurer Arbeit."
(SK)