[Firmung]
Das Gemeindepraktikum
Was ist ein Firmpraktikum in der Pfarrei?
Ein
Erfahrungsbericht
Die Pfarrgemeinde kennenlernen, mit Menschen, die vor Ort arbeiten und viele Dinge tun, sprechen, seinen eigenen Platz um den Kirchturm herum finden – das könnten Überschriften sein, die das Firmpraktikum erklären. Es ist Bestandteil der Vorbereitung junger Christen in der Pfarrei St. Michael u. St. Elisabeth im Marburger Stadtteil Schröck auf den Empfang der Firmung. Ein Dreivierteljahr lang kamen die 23 Jugendlichen im Alter von 14-17 Jahren in drei Gruppen mit ihren ehrenamtlichen Katecheten und Pfarrer Stefan Krönung zu Gespräch, Meditation und Austausch zusammen. "Den Heiligen Geist suchen und erleben" war das Ziel des Unternehmens. Gottesdienste, gemeinsame Aktionen und das Pfarrpraktikum waren weitere Bestandteile der Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung, das den jungen Schröcker Katholiken am Nikolaustag Weihbischof Johannes Kapp aus Fulda spenden wird. Unter Handauflegung und Gebet wird dabei die eigene Taufe besiegelt, wird den jungen Leuten der Auftrag erteilt, als Christen mit "Siegel und Zertifikat" den Glauben zu leben und zu bezeugen.
Mit der Taufe entschieden die Eltern der Jugendlichen, daß ihre Kinder, den Glauben kennenlernen sollten. Mit der Erstkommunion im Alter von 8 Jahren waren die Kinder zum erstenmal eingeladen, diesen Glauben zu bekennen und in der Tauferneuerung ein eigenes "Ja" zu sagen.
Mit der Firmung schließlich entscheidet sich der Heranwachsende, diesen Weg in seinem eigenen Leben fortzusetzen.
Das Firmpraktikum in Schröck gestaltete sich in diesem Jahr (1997) auf unterschiedlichste Art und Weise. Für zahlreiche Jugendliche, die als Ministranten, Gruppenleiter u.a. tätig sind, stellte sich die Frage: "Was wähle ich aus". Dafür taten sich andere sehr schwer, eine Aufgabe zu finden – rechten der Not gehorchend schließlich das Laub auf der großen Wiese ums Pfarrheim herum: "Was soll ich sonst machen?"
Eine Liste mit "Angeboten" war allen Firmbewerbern vorher zugegangen. Der Zeitraum erstreckte sich von den Sommerferien bis zum Firmtag am 6. Dezember.
Wenige Praktikanten übernahmen ein Projekt, das über den Firmtermin zeitlich hinausging, bereiten zB im neuen Jahr einen Gebetsgottesdienst mit neuen geistlichen Liedern vor.
In der Pfarrbücherei gab es einige Aufgaben. So war Michael J. dabei, als einige ausgediente PC´s aus Industrie und Privathaushalt repariert und zusammengestellt wurden, die in der Pfarrbücherei das "digitale Zeitalter" einläuten helfen sollten. Im Praktikumsbericht schreibt er: "Meine Aufgabe war es, Frau Müller und Frau Viertelhausen in das Computerprogramm einzuweisen und Buchtitel in den Computer einzugeben." Sein Wunsch in der Rubrik "Was könnte verbessert werden": "Ein moderneres Modell des Computers wird benötigt."
"Kindergruppe Regenbogen" nannte Jasmin S. ihr Firmpraktikum und erläuterte: "Nachdem ich im November letzten Jahres in Wolfshausen einen Schnupperkurs für Gruppenleiter mitmachte, war ich motiviert, eine Kindergruppe in Schröck zu gründen. Geholfen diese Idee zu verwirklichen haben mir dabei die Kinder der 3. Und 4. Klasse. Wir treffen uns nun schon seit April jeden Freitagnachmittag von 15-16 Uhr im Pfarrheim. Jede Woche haben wir viel Spaß zusammen. Wir spielen spannende Spiele, singen lustige Lieder und basteln. Natürlich bin ich auch immer offen für Ideen der Kinder. So entstand auch ein Theaterstück aus dem Buch "Pippi Langstrumpf". Wir führten es Anfang November dreimal erfolgreich auf."
Thomas und Gela notierten Erfahrungen, die sie als Betreuer im Sommerzeltlager der Pfarrei in Kleinsassen/Rhön gemacht hatten.
Mit der Pfarrkirche beschäftigten sich Jennifer N. und Christina Sch.: "Wir haben uns Informationen über die Kirche aus der Schröcker Chronik geholt und zusammen einen Bericht darüber geschrieben."
"Draußen helfen", Arbeitsstunden für die Gemeinde leisteten Christian, Reinhard, Tobias und Timo ab. "Mein Praktikum besteht daraus, das ich Rasen gemäht habe. Und ich habe das Gras zusammengerecht und weggefahren." Die Außenanlagen ums Pfarrheim machen 3,5 ha Fläche aus.
In die Zeit der "Firmpraktika" fiel die 10. Buchausstellung der Pfarrbücherei mit allerlei Büchern für den Geschenketisch. Verkaufsschlager war dabei das "handgeschriebene Schröcker Kochbuch" mit mehr als 150 Rezepten. Im Eigenverlag wurde das Buch hergestellt, gebunden und verkauft. Michael hält fest: "Pfarrer Krönung druckte die einzelnen Seiten des Kochbuchs. Stefan N.s Aufgabe war es mit dem Computer das Inhaltsverzeichnis des Kochbuchs zu erstellen und die einzelnen Rezepte in verschiedene Gruppen wie zB Fleisch, Gemüse, Salate etc. einzuteilen. Meine Aufgabe war es, die einzelnen Seiten mit dem Schneideapparat in der Mitte durchzuschneiden und nach den Seitenzahlen zu sortieren." Sein Fazit: "Mir hat das Firmpraktikum Spaß gemacht. Ich hoffe, daß sich die Herstellung des Kochbuchs auch für die Gemeinde gelohnt hat."
Die Mühe lohnt auf alle Fälle, die in einen Firmkurs gesteckt wird. Junge Christen lernen und erleben, wozu sie berufen sind: Mitzuarbeiten am Reich Gottes.
In der Heilig-Geist-Andacht, die eine Woche vor dem Firmtermin allabendlich in der Kirche stattfindet betet Christina: "Gebt ihr dem Gott der Liebe ein Gesicht durch das Ausbreiten des Friedens auf der Erde."
Stefan Krönung
22.01.02