Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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Ein Bericht | Links | Pfarrkirche
Fledermäuse unterm Schröcker Kirchendach:
Einzigartige Mitbewohner

Pfarrkirche Schröck in alter Zeit

Großes Mausohr - präpariert - bei der "Fledermausführung", Schloß Marburg, Juli 1998

Fledermausspuren auf dem Schröcker Kirchendach

Unter dem Kirchendach: Spuren von Fledermäusen. In Schröck sind die Mitbewohner der Zivilisation willkommen: Aktion für Artenschutz in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Wildbiologie, Gießen.
(Fotos: Krö)

Der Bericht

z u r ü c k | w e i t e r

Schröck, 19.02.98: Der angekündigte Besuch von Marion Weber vom Arbeitskreis Wildbiologie (Uni Gießen) versprach eine Exkursion auf den Dachboden der Schröcker Kirche.

Fledermäuse sind die am stärksten gefährdete Säugetiergruppe Europas.

Der Grund für ihre Bestandsbedrohung ist zum einen die Verschlechterung der Nahrungssituation und zum anderen der Rückgang des Quartierangebotes.

Dachstuhl auf der Schröcker KircheFrau Weber kam zu Besuch, weil sie dafür arbeitet, daß im Landkreis Marburg-Biedenkopf das Quartierangebot für Fledermäuse verbessert wird.

"Das Fledermaus-Schutzvorhaben ist vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn in Auftrag gegeben und wird im Landkreis von Flederrnauskundlern der Universitäten Marburg und Gießen durchgeführt".

Besonders Kirchen sind dafür geeignet. Fledermäuse und Menschen lebten und leben schon seit Jahrhunderten unter einem Dach. Bis in die fünfziger Jahre gab es fast in jedem Dorf eine größere Fledermauskolonie, meist vom Großen Mausohr- und meist im Dachboden der Kirche. Die Dachböden der Kirchen bieten den Fledermäusen ideale Voraussetzungen für die Aufzucht der Jungtiere, denn sie haben gleichbleibend warme Temperaturen, sind groß und zugluftfrei und vor allem ungestört. Diese Eigenschaften und vor allem auch die Tatsache, daß sie nicht wie Dachböden von Privathäusem irgendwann ausgebaut werden können, machen die Kirchendachböden zu langfristig sicheren und wichtigen Rückzugsorten für Fledermäuse.

Hinter der Orgel über eine schmale Leiter stiegen wir in den letzten Wintertagen 1998 auf den Dachboden. Verwilderte Tauben waren vor Jahren eine große Plage, doch nach der letzten Sanierung wurde die Einflugmöglichkeiten mit Draht gesichert. Durch die Kreuzöffnungen der kleinen Dachgauben aber kann die Fledermaus herein: So fanden sich auch Spuren des Großen Mausohrs und weiterer Arten.

Am Kot läßt sich die Art bestimmen, kleine Fliegenbeinchen, Schmetterlingsschuppen u.a. aus dem Speiseplan der kleinen Mitbewohner findet sich darin wieder, wenn ein kundiger Mensch, die Geheimnisse der kleinen Ausscheidungen im Licht einer Taschenlampe deutet. In Mauerspaken oder Zapfenlöcher lassen sich in günstiger Jahreszeit die Tiere finden.

Spuren der Mitbewohner: Fliegebeine, Insektenreste... Hier wohnen Fledermäuse
Großes Mausohr - präpariert - bei der "Fledermausführung", Schloß Marburg, Juli 1998 Leider gibt es heute kaum noch Kirchen mit größeren Fledermauskolonien. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf z.B. sind nur noch zwei von ca. 200 Kirchen von Wochenstubenkolonien des Großen Mausohrs besiedelt: Die evangelische Kirche in Seelbach beherbergt im Sommer ca. 15 Weibchen, die dort gemeinsam ihre Jungen aufziehen, in der Martinskirche in Gladenbach sind es ungefähr 120 Weibchen, die jedes Jahr im Frühjahr dorthin zurückkehren.
Links:

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Wir sind nach einer Recherche des BUND mit unserer Seite die einzigste Pfarrgemeinde mit Website zum Thema. Der Hl. Franz wäre sicher hoch zufrieden ;-) (Juni 2000)
Linksammlung unter
http://all-about-bats.net/DStartbild/ilinks.htm

Startseite www.all-about-bats.net

Wann wird er um unser Dorf herumschleichen - der Luchs taucht in Marburg auf: http://www.luchs-in-hessen.de/

Glocken der Kirche
Kirchturm

Unsere Pfarrkirche

Blick in die enge Glockenstube der Schröcker Kirche
Siehe auch:
Bonifatiusbote (Feb. 1998)

Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11

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