Kein Böllerschießen mehr an
Fronleichnam
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Schröck. Der
Beschluß des Mitarbeiterkreises wurde vergangene
Woche (25.5.99) einstimmig gefaßt: In diesem Jahr
kann wegen des andauernden Kosovo-Krieges kein
Böllerschießen zur Schröcker
Fronleichnamsprozession stattfinden.
Für die Zukunft schreibt der
Beschluß weiter fest, daß im Zusammenhang mit
kirchlichen Veranstaltungen das Salutschießen
abgeschafft ist.
Am Fronleichnamsfest feiern die
katholischen Christen die Einsetzung der Eucharistie
und bezeugen ihren Glauben an die bleibende Gegenwart
Jesu Christi in diesem Sakrament unter den Gestalten
von Brot und Wein. In der Eucharistiefeier und der
nachfolgenden Prozession bekennt die Gemeinde
öffentlich ihren Glauben an Jesus Christus und lädt
zur Nachfolge ein.
"Wir müssen als Christen
auch unsere Traditionen und Bräuche auf Klarheit und
Eindeutigkeit abklopfen", begründet Pfarrer
Stefan Krönung, der sehr wohl weiß, daß diese
Entscheidung auf Unverständnis bei Einigen im Dorf
stößt. Er verweist auf die Haltung und Lebenspraxis
Jesu: "Seine Seligpreisungen loben die
Friedfertigen und Gewaltlosen - von Donner- und
Kanonenschlag ist dort keine Rede."
"Viel Zustimmung habe ich
bereits gehört", stellt der Priester fest, der
seit 1996 als Pfarrer in der St. Michaels - und St.
Elisabethgemeinde arbeitet. "Mütter sind froh,
den Kleinsten nicht mehr die Ohren zuhalten zu
müssen. Ältere erinnern sich, "daß es das
Schießen bei uns nie gegeben hat. Gut, daß es jetzt
wieder aufhört".
Das Böllerschießen ist in
Schröck 1974 eingeführt worden und gehörte dann
mit einigen Ausnahmen zur jährlichen Prozession
ebenso wie das Weinen der Kinder nach den
Salutschüssen an jedem Stationsaltar und das
Erschrecken von Gläubigen.
Auch in Nachbarorten wird seit
einigen Jahren das "Schießen" zur
Prozession gepflegt.
Im süddeutschen Raum,
besonders in Altbayern, sind Schützenvereine, die
einen militärischen Auftrag hatten, seit
Jahrhunderten eng mit der Volksreligiosität
verwachsen. Deshalb gehörten die Böllerschüsse des
Militärs natürlich mit zum Fronleichnamsbrauchtum
dazu.
Ein solches
"Schießen" ist bereits für 1576 bezeugt.
Doch auch dort ist für viele Christen das Brauchtum,
das eindeutig aus der militärischen Tradition
herkommt, heute mit der Verehrung Gottes nicht mehr
vereinbar. Es sind zum Teil heftige Diskussionen
entbrannt, ob der lautstarke Salut der Schützen bei
Prozessionen und kirchlichen Feiern mit dem
religiösen Inhalt der Feste zusammenpaßt.
Aus der Schweiz erreichte die
Pfarrei in diesen Tagen eine Nachricht von Sepp B.
aus Bellach:
"Sie haben völlig recht,
eine solche Schiesserei gehört nicht zu
Fronleichnam. (...) Es gibt doch viel schönere
Arten, Gott zu loben, mit Musik und Gesang zum
Beispiel." (via Email, 23.5.99)
In Schröck
predigt Pfarrer Krönung in diesem Jahr:
"Glockenklang, Liebe und Eintracht, Buße und
Gebet sind Christenwerke - mit diesen wollen wir in
die Öffentlichkeit treten."
Stefan@Kroenung.de
(Vgl.
Oberhessische Presse, 2. Juni 1999)
Hierzu
folgte ein Leserbrief von Diakon Dr. Pasenov (OP
5.6.99): "Bergpredigt eignet sich nicht,
als Waffe mißbraucht zu werden" ohne
zum Gegenstand der Diskussion Stellung zu nehmen:
"Ob Böllerschüsse zu kirchlichen Festen
gehören, bewegt mich eigentlich nicht sehr."
(Aber:) "Gerade die Bergpredigt eignet sich
überhaupt nicht dazu, als Waffe gegen irgendwen
mißbraucht zu werden. Sie meint immer nur mich als
ihren Hörer. Sie droht auch nicht, vielmehr lockt
sie mich durch ihr "selig ist...".
Die Grenze der Perversion wird überschritten, wenn
irgendjemand an Jesu Statt daraus für andere ein
"du sollst..." macht. ...."
"....
Übrigens: ich fand die Fronleichnamsprozession so
gut "besucht" wie noch nie. Sehr viele
junge Leute - viele auch mit ihren Kleinkindern -
vielleicht doch gut, daß es die Böllerschüsse
nicht mehr gibt. Ich war am Anfang sehr skeptisch,
weil ich auch dachte - Tradition, Salut /
Ehrenschüsse - aber vielleicht war die Entscheidung
doch gut so. Von Nachbarn war auch der kleine Junge
erstmals wieder mit. Die Mutter sagte mir, daß er
Angst vor den Schüssen hatte und deshalb nicht mehr
mitgegangen ist." Junge Frau, via Email, 7.6.99
"...
Auch ich habe mit einigen Leuten im Anschluß an die
Fronleichnams-prozession gesprochen. Jedem ist
aufgefallen, daß nicht geschossen wurde. Den meisten
war es egal. Einige waren aber sehr froh darüber,
und niemand hat die Böller wirklich vermißt.
Und meine kleine Nichte mußte sich nicht die Ohren
zuhalten. Somit dürfte das Thema Böllerschüsse vom
Tisch sein." Dr. Weitzel, MAK, via Email, 7.6.99
Pressemeldung aus
Österreich:
Böllerschuß ging nach hinten los: Mann schwer
verletzt
12. Juni 1999:
Beim Hantieren mit Böllern verletzte sich ein
41ähriger Osttiroler schwer. In Tirol bedeutet
Fronleichnam "Kranzltag",
fahnengeschmückte Dörfer, Schützen und
Böllerschüsse. Gesetzlich ist das Böllerschießen
im ganzen Land verboten. Trotzdem kommt es immer
wieder vor, daß sich Burschen und Männer dieser
alten Tradition erinnern und an hohen Feiertagen für
gehörigen "Krach" sorgen. Zu diesem Fall
wurde interessanterweise bemerkt: "In Innervillgraten war es unmöglich,
Einzelheiten über den Vorfall zu erfahren. Wir
stießen auf eine Mauer des Schweigens. Niemand will
etwas gehört oder gesehen haben."
http://hyperg.carinthia.com/kleine/19980612/Kaernten/Kan0048a.html
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1974
"Im Jahr 1974
nahm der Verein das traditionelle Böllerschießen
mit den "Katzenköpfen" bei der
Fronleichnamsprozession und bei Hochzeiten der
Mitglieder wieder auf." (Nau, S. 357; der Schützenverein
wurde am 12.12.1964 gegründet.)
Es findet sich aber
kein Hinweis in den Ausgaben der
Gottesdienstordnungen vor oder nach Fronleichnam auf
das Ehrenschießen der Schützen, wie es die
Schröcker Chronik dokumentiert. Vieles deutet auf
eine "spontane Aktion" hin. Von einem
"alten Brauch" entdecke ich keine Spur
(vgl. Thesen).
Protokoll des PGR vom
Montag, 27.05.1974
Nach "halbjähriger Pause" behandelt der
PGR unter TOP 1 die Fronleichnamsprozession. Zitat:
"Die Gestaltung unserer diesjährigen
Fronleichnamsprozession wurde von den Anwesenden
besprochen und vorbereitet. In diesem Jahr führt die
Prozession wieder durch die Dorngasse. Heilige Messen
7.30 Uhr und 9.00 Uhr." Auffallend: kein Hinweis
auf das "Einführen" des Böllerschießens,
auch nicht bei der "Nachbesprechung" in der
Sitzung vom 20.06.1974 (TOP 2): "Die
vorausgegangene Fronleichnamsfeier war nach Meinung
aller Anwesenden in diesem Jahr, bei sehr guter
Beteiligung der Pfarrangehörigen, von einigen
wenigen Ausnahmen abgesehen, eine ehrfurchtsvolle und
würdige Feier. Die zwei neuen Fahnen wurden
mitgeführt."
Pfarrer Willeke bemerkt dann im
Pfarrbrief:
"Zur
Vorbereitung des Fronleichnamsfestes haben ein paar
Frauen in Zusammenarbeit mit Schw. Remigia an 2
Abenden bis gegen 23 Uhr in der Kirche zu tun gehabt;
Andere haben Mühe und Kunstfertigkeit eingesetzt, um
Blumenteppiche zu gestalten, Altäre aufzubauen,
Bäumchen zum Spalier aufzustellen und den
Prozessionsweg mit schönen Dingen zu säumen.
Aber auch d i e s ist nicht zu verhehlen: Der
"Schwanz des Satans" gleichsam, die
Kehrseite der Dinge, das Lächerliche und das
Ärgernis neben dem Erhabenen.
Das Ärgernis etwa, das die Fronleichnamsbläser
beständig vor Augen haben mussten, wenn sie
aufblickten auf ihre "Vorgänger". Das
Haus, das ungeschmückt bleiben musste, weil der
Besitzer dem Pfarrer den Gruss verweigert - und daher
wohl auch dem Hergott? Das abschleppreife Auto auf
dem Prozessionsweg u.dgl.mehr. Doch sicher wog das
Würdige das Läppische auf. Der Herr spricht
"Wehe" über die Ärgernisgeber. Sie
hätten wahrlich besser daran getan, erst gar nicht
mitzugehen - und damit weniger Schuld sich
aufgeladen...." (Gottesdienstordnung 23.6.-30.6.1974)
Dann:
1975
"Der alte
Barockbrauch des Böllerschiessens - im letzten Jahr
erstmalig wieder aufgegriffen - wird auch in diesem
Jahr fortgesetzt: Mittwochabend ist daher nicht nur
feierliches Einläuten sondern auch
"Einschiessen." Der Segen mit dem
Allerheiligsten an den 4 Altären wird von Böllern
begleitet."
(Gottesdienstordnung, 25.5.-1.6.1975)
1976
"... Die
"Böllerschüsse" zur Wandlung in der
Eucharistiefeier an Fronleichnam sowie zum
Sakramentalen Segen an den 4 Altären sind nicht als
"Jux" aufzufassen, sondern als
"Ehrensalut" für den Herrn aller Herren.
So würde dies früher verstanden, so wollen wir es
auch heute - nach Wiederauflebung dieses alten
Brauches - zu werten suchen. Dank dem Herrn
"Feuerwerker" für seinen Einsatz mit der
neuen Lafette! Für Kinder und etwa
"Schreckhafte" zum Trost: Die Böller
erfolgen jeweils n a c h dem Segen mit der Monstranz
und in grösserer Entfernung" (Gottesdienstordnung 30.5.-6.6.1976, Rückseite)
1979 ohne Notiz (...)
1999 Der Brauch des
Böllerschießens wird durch Beschluß des
Mitarbeiterkreises nach 25 Jahren (mit
Unterbrechungen) wieder abgeschafft. Der Krieg im
Kosovo macht erschreckend deutlich, daß äußere
Zeichen und Symbole mit Inhalt und Auftrag der Kirche
übereinstimmen müssen.
Thesen zum Böllerschießen in
Schröck
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Das Böllerschießen ist ein
Barockbrauch, den es in unserer Pfarrei mit großer
Sicherheit zu keiner Zeit gegeben hat.
Mir es bekannt, daß im
Süddeutschen Raum ein Schützenbrauch in dieser Art
1567 vom Landrichter von Lichtenthann, Jakob
Khollerspacher, bezeugt ist. Er spricht vom
"Schießen" bei einem
"Schaungottesdienst" in Köstendorf 60 Tage
nach Ostern.
Auch als Markenzeichen eines
örtlichen Schützenvereins ist er nicht brauchbar,
da der Schützenverein eine Gründung der letzten
Jahrzehnte ist (12.12.1964) und keine historischen
Vorbilder hat.
Prägende Ereignisse der
letzten Jahrhunderte für unsere Region waren
Reformation, Dreißigjähriger Krieg, Weltkriege.
Kanonendonner ist kein Mittel, die Ehre Gottes zu
fördern. Der Salut ist ein eindeutiges
militärisches Ehrenzeichen. Die Herkunft des
Schützenbrauches ist zweifelsfrei dort zu suchen.
Der Brauch wurde in Schröck
1974 eingeführt, er konnte sich über die Jahre nur
halten, weil mit starkem persönlichen Engagement
eines Einzelnen die Sache betrieben wurde. Eine
Diskussion hat es nach Durchsicht des Protokollbuchs
des PGR darüber zu keiner Zeit gegeben. Allerdings
sind die Unterlagen unvollständig. Es läßt sich
kein Beschluß zum "Einführen" des Brauchs
finden.
In mehreren Jahren fand das
Böllerschießen nachweislich nicht statt.
Für die Böllerschüsse zum
Fest Fronleichnam in Schröck gibt es kein
einheitliches Konzept. Das "Einschießen"
des Festtages am Mittwoch vor Fronleichnam scheint
schon sehr früh wieder aufgegeben worden zu sein,
wie der Salut während der Meßfeier zur Wandlung.
Einzig der Salut an den
"vier Altären" scheint einheitlich
gestaltet worden zu sein.
Von Anfang an ist das
Böllerschießen ohne einhellige Zustimmung
aufgenommen worden.
In diesem Zusammenhang verwehrt
sich schon 1976 Pfr. Willeke in einer Erklärung im
Pfarrbrief:
"Die
"Böllerschüsse" zur Wandlung in der
Eucharistiefeier an Fronleichnam sowie zum
Sakramentalen Segen an den 4 Altären sind nicht als
"Jux" aufzufassen, sondern als
"Ehrensalut" für den Herrn aller Herren.
So würde dies früher verstanden, so wollen wir es
auch heute nach Wiederauflebung dieses alten
Brauches - zu werten suchen. Dank dem Herrn
"Feuerwerker" für seinen Einsatz mit der
neuen Lafette!
Dazu folgt die diffamierende
Bemerkung: "Für Kinder und etwas
"Schreckhafte" zum Trost: Die Böller
erfolgen jeweils n a c h dem Segen mit der Monstranz
und in grösserer Entfernung" (Gottesdienstordnung
30.5.-6.6.1976, Rückseite)
Bei der Abschaffung von
Brauchtum ist immer unterschiedlich verfahren worden.
Gerade unsere Pfarrei macht dies deutlich: Tracht, Gottesdienstbesuch, Religiöses Leben
werden und wurden viel leichtfertiger aufgegeben.
Glaube und Glaubensvollzug
müssen zu aller Zeit hinterfragt werden. Von der
Kirche werden Zeichen und Symbole besser und klarer
gesetzt! Dazu muß eine Ortsgemeinde ebenso in der
Lage sein. (Stefan Krönung, Mai 1999)
Hier dokumentiere ich eine Reihe von
Beiträgen aus der "Praxis-Liste" (http://www.katholisch.de), die aufgrund meiner Anfrage
dort erschienen sind.
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"....entweder bist du
unglaublich mutig oder unglaublich dumm. 8-) Ob du in
der Sache Recht hast, weiss ich nicht. Ich neige
dazu, dir zuzustimmen. Eine anderes Ding ist da deine
Vorgehensweise. Sich mit eingefahrenen Traditionen
anzulegen ist schon mutig. Aber auch noch das halbe
(oder auch nur ein drittel) Dorf gegen sich
aufzubringen (d.h. alle, die im Schuetzenverein sind
und die aus den Nachbardoerfern auch noch) ist,
hoeflich gesprochen, undiplomatisch. Weniger hoeflich
ausgesprochen ist es ausgesprochen d... Vielleicht
haettest du es klueger, d.h. ohne offene
Konfrontation, regeln koennen."
Pfarrer, Nordhessen, kath. Via Email vom 22.05.99
"...Der Paderborner BdSJ-Dioezesanverband
(Schützenjugend im BDKJ) wird sich sicher NICHT
gegen Deinen *Skuetzkenverein* (Was schuetzt der
eigentlich? Nur noch leere Traditionen?) stellen.
Aber sie werden durch mein Forward hoechst
nachdenlich werden. Ich hoffe, das troestet Dich in
Deiner Enttaeuschung, die ich als KDV-Berater (Z.Zt.
KEINE einzige Beratung! Der Krieg kratzt hier
scheinbar keinen!) teile. Meine persoenlich
Solidaritaet ist Dir gewiss."
"Der Heilige Geist moege uns die Power geben,
das zu veraendern und zu bewegen, was unbedingt neu
werden muss!
Er moege Euch die Gelassenheit schenken, das
hinzunehmen, was wir nicht veraendern koennen!
"Und uns die Weisheit senden, das Eine vom
Anderen zu unterscheiden!"
"Sie haben völlig recht, eine solche
Schiesserei gehört nicht zu Fronleichnam. Dieser
schiessfreudige Herr hat offenbar noch nicht gemerkt,
dass wir bald im 21. Jahrhundert leben. Es gibt doch
viel schönere Arten, Gott zu loben, mit Musik und
Gesang zum Beispiel.
mfg Sepp Grimm, Bellach (CH)."
" Lieber Stefan Krönung, das ist ja wohl ein
dolles Un-Ding, was sich "Ihre" Schützen
da leisten! Bei aller Tradition - hier muss sich was
ändern. Was anderes soll denn Wandlung sein oder
be-wirken? In diesem Sinne einen frohen 2.
Pfingstfeiertag - als Nachschlag, weil offenbar 1 x
Heiliger Geist (Pfingstsonntag) nicht reicht... Viele
Grüße aus Warburg/Westf. Reinhard Burchhardt
burchhardt@online.de"
"Oh welch erschröckliche Kunde aus aus
Marburger Landen."
Wir haben letztes Jahr den 350. Jahrestag des Westf.
Friedens gefeiert (in Münster und Osnabrück recht
ausgiebig). Mach den Brauchtumsjüngern klar, auch
der Dreißigjährige Krieg dauerte - gottlob - nur
dreißig Jahre. :-/
Ich könnte Dir den gerade pensionierten
Bezirksheimatpfleger von Unterfranken zu Deiner
Schützenhilfe empfehlen, der konnte so richtig vom
Leder ziehen wider falsches Brauchtum.
Konrad Mülbert"
Date: Mon, 24 May 1999 10:40:34 +0200
From: "bert.zeppenfeld"
<bert.zeppenfeld@cityweb.de>
Subject: Re: Wenn bis dahin kein Krieg mehr ist....
"... Wir hatten in unserer Gemeinde mal ein
ähnliches Problem, nämlich mit der Verbrennung des
"Judas" in Form einer Strohpuppe auf dem
Osterfeuer. Pfarrgemeinderat und ersch. Predigten
haben die Gemeinde darum gebeten, darauf zu
verzichten (u.a.gegen Schützen- und andere Vereine,
und gegen die Feuerwehr). Der Beschluss des PGR wurde
in einem Jahr eingehalten, im nächsten prangte der
Judas wieder hoch auf dem Feuer. Da ist der Pfarrer,
der traditionellerweise mit einer Mischung aus
Prozession und Festzug das Feuer von der Osterkerze
zum Osterfeuerplatz brachte einfach weitergezogen, am
Feuer vorbei wieder zur Kirche. Einige, vor allem
jugendliche Gemeindemitglieder folgten ihm. Die
übrigen haben das Feuer zwar angesteckt und mitsamt
Judas verbrannt, das Thema ist aber seitdem erledigt.
Auch der Wechsel in der Pfarrstelle hat es icht
wieder auf die Tagesordnung gebracht. Ich empfehle,
auch bei der Fronleichnamsprozession eine ähnliche
"Demonstration" zu planen und wünsche viel
Mut dazu! Berthold Zeppenfeld
".... Böllerschießen
erinnert an Krieg, hat nichts in der Kirche verloren
und das muß ich als Kriegsdienstverweigerer ablehnen
(...)
- in den Alpenländern gibt es die Tradition des
Böllerns - aber dort ist
es eben auch eine solche! 1974 ist keine Tradition,
sondern Nachahmung
wegen der Gaudi
- Gaudi soll Frohnleichnam jedoch nicht sein und auch
kein Anlaß, um die
Sau rauszulassen.
Fazit: Bleiben Sie hart - die Argumente sprechen für
Sie und außer den
Schützen, vermutlich die jungen Burschen, dürfte
doch die Mehrheit für
die Argumente offen sein, oder?" via Email
28.5.99