Das Fronleichnamsfest gilt als
eine typisch katholische Einrichtung. In einer
Prozession an einem Donnerstag (!Gründonnerstag) in
der 2. Woche nach Pfingsten wird die Eucharistie, die
konsekrierte Hostie (eine "in Fleisch und Blut
Jesu" verwandelte Brotscheibe) in einer
Monstranz feierlich unter Gesang und Gebet durch die
Straßen der Städte und Dörfer getragen, auch in
Oberhessen und im Dorf Schröck getragen. An vier
Stationen ("Altären") wird angehalten, das
Evangelium verlesen und Fürbitten gesprochen, sowie
der Segen gespendet.
Die Meßfeier in Schröck ist
um 9.00 Uhr. Anschließend Fronleichnamsprozession.
Die Kommunionkinder tragen an diesem Ehrentag ihre
Festgewänder. Die Hochzeiter des letzten Jahres
tragen den "Himmel", das Tragzelt, unter
dem der Priester mit der Monstranz geht. Kinder
streuen Blumen auf den Prozessionsweg, der fast
durchweg mit Birken, kleinen Hausaltärchen und
Fahnen geschmückt ist.
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Eine derart
überschwänglich-festliche "eucharistische
Frömmigkeit" war der frühen Kirche fremd. Für
sie hatte die Eucharistie ihren exklusiven Platz im
Gemeindegottesdienst. Das Fronleichnamsfest hat seine
Wurzeln in der am Beginn des zweiten
Jahrtausends
entstandenen eucharistischen Frömmigkeit und geht
auf eine Vision der Juliana von Lüttich zurück
(1209), die in einem Traum die Kirche in Gestalt
einer weißen Mondscheibe sah, in der ein kleines
Stück fehlte. Dieses fehlende Stück war für sie
ein gesondertes eucharistisches Fest.
1264 schreibt Papst
Urban IV. dieses Fest (Festum sanctissimi Corporis
Christi) für die ganze abendländische Kirche vor.
Thomas von Aquin wurde
beauftragt die Texte für das Offizium und die Messe
zusammenzustellen. In diesem Zusammenhang schuf er
einen seiner herrlichen Gebetstexte, die Sequenz
"Lauda Sion - Deinem Heiland, Deinem
Lehrer" (zB Gotteslob Nr. 545).
Ältestes Zeugnis für
eine Prozession stammt aus Köln von 1277.
Der Name bedeutet Fron
(=Herren) Leichnam (entgegen der modernen Bedeutung
nicht toter sondern gerade umgekehrt: lebender Leib).
Der
Feiertag wurde im Hinblick auf die Einsetzung der
Eucharistie durch Jesus bei der Abendmahlsfeier am
Donnerstag vor Ostern auf einen Donnerstag gelegt.
In Schröck und
anderen katholischen Dörfern und Regionen ist
Fronleichnam der "Höhepunkt" im
Jahreskreis. Gäste aus der Stadt Marburg nehmen
gerne an den frohen Festen teil.
Die Liturgiereform des
II. Vatikanischen Konzils hat die Texte der früheren
Feste reformiert und nennt das Fest "Hochfest
des Leibes und Blutes Christi". Seit dem II.
Vaticanum hat die Feier des Fronleichnamsfestes als
Mitte die Feier der Eucharistie, in der Leib und Blut
des Herrn seinem Stiftungsauftrag gemäß bereitet
und genossen werden. Die Prozession, ihre
lobpreisenden Anbetung- bzw. bittenden
Segnungselemente entfalten sich aus diesem Zentrum
heraus.
Das pilgernde Gottesvolk trägt den Leib des Herrn in
dankbarer Freude und bittender Zuversicht durch die
Stätten menschlichen Lebens, Arbeitens und Feierns,
und dies aus der Zuversicht heraus, daß der Herr
Nahrung auf dem Weg ist, Quelle der Zuversicht und
Unterpfand ewiger Herrlichkeit. Die liturgischen
Texte sehen die Eucharistie umfassend als
verehrungswürdige zweifache Speise an, die die
Gläubigen bei ihrem Genuß in Christus als eine
heilige Gemeinde eint.
http://www.festjahr.de
http://www.festjahr.de/festtage/fronleichnam.html
http://www.katholisch.de/2548_5085.htm
Notizen:
Den Baldachin hat
Familie Schick seit 30 Jahren aufgebaut und
unterhalten. Familie Hansmann übernimmt diesen
Ehrendienst im Jahr 2000.
Im Jahr 2005/2006 wurde der Baldachin aufwendig renoviert.