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Schröcker Pfarrhaus-Post sieht rot
Pfr. Stefan Krönung: "Mit den neuen Verträgen für Postagenturen droht das "aus"!"
Schröck 7.2.2003: Die Deutsche Post kürzt die Pauschalvergütungen für ihre 7500 Annahmestellen in Tankstellen und Tante-Emma-Läden. Diese Nachricht erhielten die Mitarbeiter der Agentur im neuesten Postmagazin in diesen Tagen auf den Tisch. Neben dem Rückblick auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2002 bestimmte die Sorge um die Verschlechterung der Rahmenbedingungen die Jahresversammlung des "Vereins zur Förderung der Schröcker Dorfstruktur e.V.", die am heutigen Freitagabend im Pfarrheim St. Michael stattfand.
Vorsitzender Andreas Sprenger fürchtet, dass die Medienberichte wahr sind. "Die Post wird fürs Schröcker Pfarrhaus keine Ausnahme machen. Wir werden uns mit dem neuen "Partnervertrag" beschäftigen müssen. Ein Mitglied des 152 Mitglieder starken Betreibervereins meint: "Es ist schlimm, daß in unserem Land alles kaputt gerechnet wird. Es ist ganz und gar uninteressant, wie Otto Normalverbraucher Dienstleistungen in Anspruch nehmen kann. Selbst Fördervereine und Bürgerinitiativen sind machtlos."
Ein neu gegründeter "Verband der Postagenturnehmer'' protestiert vehement gegen die Streichung der Provisionen für die Filialen in ländlichen Regionen und mobilisiert auch Politiker. Einstimmig beschloss die Jahresversammlung dem Interessensverband unverzüglich beizutreten. Verbandschef Torsten Modery befürchtet eine illegale Ausdünnung des Filialnetzes, weil bis zu 40 Prozent der Händler die Zusammenarbeit mit dem gelben Riesen aufgeben wollten.
Bis zum Sommer will die Post alle notwendigen Verträge unter Dach und Fach haben, um eine flächendeckende Versorgung zu sichern. Der Konzern verfügt zur Zeit über 12 854 stationäre Einrichtungen, davon 5205 eigenbetriebene Filialen. Laut Gesetz sind lediglich 12 000 Poststellen im Land vorgeschrieben und die nur in Orten mit mehr als 2000 Einwohnern.
"Bei den neuen "Partnerverträgen" haben die Agenturbetreiber bis zu 30 Prozent weniger Grundvergütung. Für unsere Post wäre das nur schwer zu verkraften." berichtet Pfarrer Stefan Krönung bei der Jahresversammlung des Dorfstrukturvereins e.V. (FSD) "Unser Verein arbeitet an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Es wird nicht möglich sein den neuen Agenturvertrag, der weithin als Knebelvertrag gilt, zu akzeptieren."
Die privaten Postagenturbetreiber, haben es innerhalb weniger Jahre geschafft dem Unternehmen Deutsche Post AG Kosten in Milliardenhöhe einzusparen. Die Öffnungszeiten deutlich kundenfreundlicher und der Service besser ausgestaltet worden, als zu Zeiten der Amtsschalter. Für eventuelle Fehler bei der Zustellung müssen die Agenturen tagtäglich den Kopf hinhalten, obwohl sie darauf keinen Einfluss haben.
Postinitator Pfr. Stefan Krönung befürchtet: "Bleibt es bei den neuen Agenturverträgen kann auch die Post im Pfarrhaus den sehr arbeitsaufwendigen Betrieb einer Agentur nicht mehr aufrecht erhalten. Arbeitsplätze sind gefährdet."
Zusammen mit dem Vorstand des Dorfstrukturvereins e.V. (FSD) und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Postagentur im Pfarrhaus ruft er die Kunden und Mitbürger auf, die Post im Dorf auch weiterhin unterstützen und zu bewerben. "Wir sparen weite Wege und sparen Sprit. Die Öffnungszeiten liegen für berufstätige Frauen und Männer günstig."
Werden Sie noch heute Mitglied im Dorfstrukturverein e.V. (FSD), der die einmalige Post im Pfarrhaus betreibt. Helfen Sie unserer Bürgerinitiative mit Tatkraft und Sachverstand. Mitgliedsanträge liegen auf der Post aus.
Postagentur im Pfarrhaus
c/o Pfarrei St. Michael und St. Elisabeth
Kettelerstr. 12 - 35043 Marburg-Schröck
Tel. 06424-92230
www.pfarrei-schroeck.de/fsd.htm