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Die Poststelle existiert neuerdings im Pfarrhaus ( bis Ende Februar 2005 )

Ein Gedicht von Hildegard Vollmar

Eine Poststelle existiert neuerdings wieder in Schröck

Und dient unseren Ort als guten Zweck,

nachdem die Poststelle seit Jahrzehnten im Haus Nahrgang am Himborn

bedauerlicherweis‘ vor ungefähr einem Jahr geschlossen wurde.

Das wollte uns Schröckern überhaupt nicht passen,

um Briefmarken zu kaufen nach auswärts zu fahren wollten wir nicht fassen

und wofür die Post noch all dienlich ist,

das werden wir erst noch hinterher merken, ganz gewiss.

Eine Rettung wäre noch gewesen wenn ein Schröcker Geschäftsmann,

sich der Poststelle nebenbetrieblich annahm,

doch dafür tat sich keiner finden,

wer wollte sich dadurch auch mehr Arbeit aufbinden?

Unser Pfarrer machte sich so seine Gedanken,

Ideen und Einfälle kennen bei ihm keine Schranken,

so kam er von dem Problem nicht mehr los

und faßte so insgeheim den Entschluß.

Er machte den Vorschlag im Pfarrhaus die Poststelle unterzubringen,

diese Idee zog er auch gar nicht so in die Länge,

mit der Meinung: "Ich könnte mir die Sache gut vorstellen,

an Räumlichkeiten tut es dort nicht fehlen."

Bald danach wurde die Schröcker Pfarrgemeinde eingeladen,

um gemeinsam über dieses Vorhaben mit dem Pfarrer zu beraten.

Ein Teil der Anwesenden nach hin- und herüberlegen, dann doch dem Pfarrer zugestimmt,

wurde ein Trägerverein dann schnell gegründ‘.

Denn ein gewisser Hinterhalt muß schon sein,

das ist eine wichtige Sache dabei

und es tat auch gar nicht so lange währ’n,

schnell taten sich ein Teil für die Mitgliedschaft bereit erklären.

Je nachdem mit dem freiwilligen Schein,

trug sie der Pfarrer in die Liste ein,

obwohl man lang‘ noch nicht wußte, ob das Vorhaben gelingt,

die Zusage lag doch an der Hauptpoststelle ganz bedingt.

Und was meinte Fulda dazu, naja, die trauen unserem Pfarrer alles zu,

machten letztendlich keine Schwierigkeiten nicht, nur mit der Bitt‘,

"Lieber Pfarre Stefan Krönung, du hast zwar noch viel Elan und Schwung,

doch damit ist nicht zu spaßen,

tu bei all der zusätzlichen Arbeit die Sonntagspredigt nicht unterlassen."

Wochen und Monate gingen ins Land

Die Eröffnungszeit verschoben- wie bekannt,

im ganzen Dorf wurde es laut:

" Mit der Postagentur im Pfarrhaus wird es im Leben naut!"

Am meisten wird unser Pfarrer in der Wartezeit oft,

die Hoffnung aufgegeben und doch wieder gehofft,

denn ein Sprichwort heißt: "Hoffen und harren macht manchen zum Narren,

mit Harren und Hoffen hat‘s mancher getroffen."

Doch eines Tages nach der langen Ungewissheit,

kam der endgültige Eröffnungsbescheid,

so dass am Donnerstag den 23. August,

mancher der Skeptiker doch dran glauben mußt.

Im ganzen Umkreis, sogar im Internet überall,

Fernsehen und Zeitungen berichteten von dem einmaligen Fall,

dass im Schröcker Pfarrhaus – weit und breit alleine nur –

existiert eine Postagentur.

Die Anregung und die Verdienste unserem Pfarrer gilt,

der ist mit seinem Denkvermögen ein richtiger Held,

er ist ja auch mit seinen 36 Jahren noch ein junger Spund,

mit ziemlich viel Unternehmungsgeist – und

bemerkt so nebenbei, alleinstehend, frank und frei.

 

Am 20.1.05 hat die Deutsche Post AG die Kooperation gekündigt. Das war das Ende der Bürgerinitiative Schröcker Post.

Texterfassung Katharina Krater