Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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2000 | Gemeinde | Was will Gemeindeaufbau? | Wie´s die anderen machen | Konzept aus Maihingen
Weiter gehts..... Gemeindeaufbau und Gemeindeentwicklung

Gemeindezirkus ;-)) Dank an Christoph, der mir eine ganze Woche lang seinen Zirkus geborgt hat!

Wir bringen einen Gemeindeaufbau in Gang

Team für den Gemeindeaufbau: Pfr. Krönung, Dr. Renner, Th. Jakobi, G. Schopferer, M. Nahrgang (18.06.98)

Nachdem Pfarrversammlung (1996) und Mitarbeiterkreis (1997) den Auftrag zur nächsten Gemeindemission erteilt hatten, wurde im April 1998 eine kleine Arbeitsgruppe mit der Vorbereitung betraut.
Zu ihr zählen Thomas Jakobi, Frau Nahrgang, Frau Schopferer u. Pfr. Krönung.

Am Donnerstag, 18.06.98, fand im Pfarrhaus ein erstes Treffen mit Dr. Karl Renner statt, der den Bereich Gemeindeaufbau im "Katholischen Evangelisationszentrum Maihingen" leitet. Seine 10 Prinzipien zum Gemeindeaufbau wurden am darauffolgenden Wochenende in der Pfarrei veröffentlicht.

  • Pastorale Planungen in unserer Region
  • Der Pastorale Prozess im Bistum Fulda http://www.bistum-fulda.de
  • Familienkatechese
  • Pfarrgemeinderat seit 1999
  • Stundengebet in der Gemeinde und Wiederbelebung der verschiedenen Gottesdienstformen
  • Hausgottesdienst
  • Pastoralgremium seit 2005
  • Neue missionarische Initiativen

"Das Wort Gottes ist das Sakrament der Laien - jeder ist gerufen, auszuteilen und weiterzugeben"
Dr. Karl Renner


Warum Gemeindeaufbau?

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  • Fast jeder 3 Schröcker Katholik kommt doch zum Sonntagsgottesdienst
  • Das Gemeindeleben wächst seit Jahren in Gruppen und Kreisen
  • Wer mitmachen will, hat jederzeit und überall Gelegenheit
  • Die Gemeinde ist offen und kinderfreundlich

oder ....

  • In Moischt wohnen ca. 150 Katholiken. Kaum bekannte Gesichter darunter, die den Weg zu Gemeindeveranstaltungen finden
  • 70% der Menschen am Ort haben nur an Lebenswenden und besonderen Anlässen Kontakt zur Ortsgemeinde. Welchen Glaubenserfahrung können Sie beisteuern
  • Seit März 2002 gibt es Dorf einen 60%-Pfarrer

Weitere Links zum Gemeindeaufbau in der Pfarrei

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Wie´s die anderen machen

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Gemeindemission der Redemptoristen (Köln)
Mitten im Leben - Zeit für Glauben http://www.redemptoristen.de/ 

Gemeindemission und Glaubenswochen im Internet http://www.oblaten.de/index1.htm 

Das Rad und das Pünktlein

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Rabbi Jizchak Meir erging sich einmal an einem Spätsommerabend mit seinem Enkel im Hof des Lehrhauses. Es war Neumond, der erste Tag des Monats Elul. Der Zaddik fragte, ob man heute den Schofar geblasen habe, wie es geboten ist, einen Monat, ehe das Jahr sich erneut. Danach begann er zu reden: "Wenn einer Führer wird, müssen alle nötigen Dingen dasein, ein Lehrhaus und Zimmer und Tisch und Stühle, und einer wird Verwalter, und einer wird Diener und so fort. Und dann kommt der böse Widersacher und reißt das innerste Pünktchen heraus, aber alles andere bleibt wie zuvor, und das Rad dreht sich weiter, nur das innerste Pünktchen fehlt."

Der Rabbi hob die Stimme: "Aber Gott helfe uns: man darf´s nicht geschehen lassen!"

(Martin Buber, Die Erzählungen der Chassidim, Zürich 1949, 830.)

KATHOLISCHES EVANGELISATIONSZENTRUM MAIHINGEN
Klosterhof 5 86747 MAIHINGEN Tel.: 09087/1015
Dienstbereich: Gemeindeaufbau, Dr. Karl Renner 
http://www.lumenchristi.de/
 

Ziele des Gemeindeaufbaus

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Gemeinde ist Kirche vor Ort. Das meint hier nicht zu erst, daß die Gemeinde organisatorisch oder hierarchisch im Gefüge einer Diözese und der Weltkirche steht, sondern vor allem, daß die Gemeinde Anteil hat an der Grundberufung der Kirche, die wir mit Gemeinschaft und Sendung kurz beschreiben können.

Das Zweite Vatikanische Konzil sagt über die Kirche: ,,Die Kirche ist ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit." (Lumen Gentium 1).

Mit anderen Worten, es geht um einen immer vertiefteren, persönlicheren Glauben des einzelnen Christen (Beziehung zu Gott) und um eine je größere Einheit der Menschen (Beziehung der Menschen untereinander). Diese Einheit darf jedoch nicht als Gleichmacherei verstanden werden, vielmehr geht es gerade darum, die persönlichen Gaben jedes/jeder Einzelnen zu entfalten, die Gemeinschaft der Menschen dadurch zu bereichern und der/dem Einzelnen eine je tiefere Selbstannahme zu ermöglichen.

Dies entspricht auch der christlichen Lehre vom Menschen. Jeder Christ hat von Gott in Taufe und Firmung eine unveräußerliche Würde und Verantwortung und ganz spezifische Gaben erhalten. Diese Gaben, die schon in der Schöpfung des Menschen durch Gott verankert sind, sollen von den einzelnen Christen wie von der ganzen Gemeinde angenommen, entfaltet und zum Nutzen der einzelnen Person wie der Gemeinde ausgeübt werden.

Auf die Gemeinde bezogen können die Konsequenzen aus dieser Grundlegung schlagwortartig in dem folgenden Satz zusammengefaßt werden: Aus versorgten sollen mitsorgende Gemeinden werden. Das entspricht auch der Zielvision des II. Vatikanischen Konzils. Die Grundhaltung einer mitsorgenden Gemeinde ist die dialogisch-partnerschaftliche Beziehung aller in der Gemeinde und die Ausrichtung der Gemeinde auf die Evangelisierung der Welt, denn alle Menschen am Reichtum der Liebe Gottes, die in Jesus Christus erschienen ist, Anteil haben.

Gemeinschaft und Sendung sind zwei Spannungspole des dynamischen Prozesses des Kirchewerdens für die Verwandlung der Welt, für den Aufbau des Reiches Gottes.

Im Gemeindeaufbau geht es deshalb nicht um die Wiederherstellung ehemals vorhandener kirchlicher Besitzstände, auch nicht um den Ausbau der Gemeinde zu einer kuscheligen Nische im Gegenwind des Zeitgeistes, sondern um Mitbau am Reich Gottes. Es ist eine der grundlegenden Aussagen der Ekklessiologie des II Vaticanums, daß Kirche nicht Selbstzweck, sondern auf das Reich Gottes, als der Zielvision Jesu, bezogen ist.

Wie lebendig aber ist der Reich Gottes Gedanke oder die Reich Gottes Vision in unserer Kirche und in unseren Gemeinden? Wenn er lebt, ist er gereinigt von imperialen Gedanken

Aus der Verkündigung Jesu wird deutlich, der Grundbaustein des Reiches Gottes ist die personale Beziehung (Nachfolge) eines jeden einzelnen Christen zu Jesus Christus als dem "Bauherrn", der im Hl. Geist zugleich Kraft und Kreativität für den Bau gibt. Diese personale Beziehung hat verschiedene Ausdrucksformen, von denen dem Gebet, der Gemeinschaft und der Evangelisation eine besondere und zugleich allgemeine Bedeutung zukommt.

Das Ziel des Gemeindeaufbaus läßt sich auch als Wachstum beschreiben, und zwar auf verschiedenen Ebenen und Dimensionen:

* persönliches Wachstum einzelner Geindemitglieder im Glauben, also in der personalen Beziehung zu Jesus Christus;

* Wachstum der Gemeinde nach innen zu mehr Vertrautheit, zur ,,Heimat" für die Glaubenden in menschlicher wie in spiritueller Hinsicht;

* Wachstum der Gemeinde im Dienst an der Welt, der Diakonie, der Evangelisierung, des sozialen und politischen Engagements;

* Wachstum der Gemeinde in quantitativer Sicht;

* Wachstum der Struktur der Gemeinde zu einem Verband von überschaubaren kleinen Gemeinschaften des Glaubens und Lebens (innere Differenzierung).

Dabei braucht dieser Wachstumsprozeß viel Langmut und Geduld. Druck und Drängen, Besserwisserei und Überheblichkeit werden dem Aufbau nicht nutzen, ihn gar stören, ja zerstören. Diesem Prinzip entspricht auch eine achtungsvolle Begegnung mit bestehenden Gruppen und Initiativen und ihr Einbezug in den Gemeindeaufbauprozeß soweit möglich.

Es geht auch um eine Umstrukturierung von einer pfarrerzentrierten zu einer christus-zentrierten Gemeinde. Dadurch werden Priester und andere hauptamtliche Mitarbeiter nicht überflüssig oder degradiert, aber ihre Aufgaben müssen neu definiert werden. Delegieren, befähigen, begleiten, motivieren, trösten werden in Zukunft wohl wichtige Worte für die Arbeitsbeschreibung eines Gemeindeleiters werden. In der Aufgabe des Priesters als Seelsorger wird sich in diesem Zusammenhang wohl eine Schwerpunktverlagerung vom Seelsorger aller zum Seelsorger der Mitverantwortlichen ergeben, und die Laien werden ihre seelsorgliche Berufung entdecken müssen.

Es ist sicher deutlich geworden, daß dieser Weg viele Unwägbarkeiten enthält, und Schritt für Schritt der Gnade bedarf. Eine besonders hohe Bedeutung kommt daher bei aller notwendiger Arbeit, Planung und Organisation dem Gebet in all seinen Dimensionen zu (Dank, Lobpreis, Fürbitte, Anbetung).

Prinzipien des Gemeindeaufbaus

1. Umkehr einzelner

Es gibt keine Erneuerung der Pfarrgemeinde ohne die Umkehr des Einzelnen. Möglichst viele Personen sollen Antwort geben auf die Herausforderung des Evangeliums, und sich für Jesus Christus als Herrn ihres Lebens entscheiden. Persönliche Umkehr im Sinne einer persönlichen (nicht privaten!) Entscheidung für Christus bildet damit einen der Fixpunkte im Vollzug des Gemeindeaufbaus.

2. Teilhabe der Gemeinde

Gemeindeaufbau kann nur dann erfolgreich sein, wenn Gemeindemitglieder diese Aufgabe zu ihrer eigenen machen. Von Anfang an muß das Projekt von vielen Menschen getragen werden, und das bedeutet, daß so früh als möglich die Gemeinde über die nötigen Schritte informiert wird und Gemeindemitglieder zu Mitarbeitern bei dem Projekt werden.

3. Engagement der Verantwortlichen

Die Sehnsucht nach einer lebendigen, missionarischen Gemeinde muß in den Herzen der Verantwortlichen lebendig sein, und das heißt, der Pfarrer, die hauptamtlichen Mitarbeiter, die Pfarrgemeinderäte und evtl. weitere aktive Mitglieder der Pfarrgemeinde müssen das Ziel des Gemeindeaufbaus zu ihrem eigenen machen und den Weg der Umkehr gehen, bereit sein zum konkreten Engagement.

4. Aufbau lebendiger Zellen

Dem Prozeß persönlicher Umkehr muß ein zweiter, korrespondierender zur Seite stehen: der Aufbau von kleinen Gruppen. Diese Gruppen sollen nicht Orte gegenseitigen Belehrens sein, sondern hier sollen Menschen um ihres Glaubens willen zusammen kommen, zum Gebet, zum Austausch über ihre Glaubens- und Lebenserfahrungen, zum Gespräch über die Hl. Schrift. Bei aller Überzeugung von dieser Zielsetzung darf aber auf die Gemeindemitglieder kein Druck ausgeübt werden, solch einer Zellgruppe zuzugehören. Andere bestehende Gruppen müssen mit Achtung behandelt werden.

5. Gemeindemissionare als Katalysatoren und Berater

In diesem Verständnis verändern sich dann auch die Gemeindemissionare von ,,Alleinunterhaltern" zu Beratern, Impulsgebern, Katalysatoren, Gesprächspartnern.

6. Verkündigung der Frohbotschaft

Die Verkündigung muß sich zunächst einmal auf die Grundthemen konzentrieren und in einfacher, bildhafter Sprache erfolgen. Die Verkündigung dieser Grundbotschaft sollte eher den Forderungen nach Klarheit, Verständlichkeit und Personorientierung entsprechen als der nach theologischer Differenziertheit. Eine Ergänzung der Wortverkündigung durch ganzheitliche Vollzüge erweist sich immer mehr als wichtig.

7. Bestandsaufnahme

Gemeindeaufbau muß ausgehen von der bestehenden Situation, deshalb ist eine unverschleierte, ehrliche Analyse der Gemeindesituation zu Beginn des Gemeindeaufbauprojekts wichtig.

8. "Erfolgskontrolle"/Prozeßbegleitung

Aufgrund zu entwickelnder Kriterien und der Überlegungen der Verantwortlichen muß die Planung für den weiteren Verlauf des Projekts stets revidierbar sein. Die Teilnehmerzahl allein ist jedoch kein zureichendes Kriterium für ,,Erfolg oder Erfolglosigkeit" des Gemeindeaufbaus.

9. Langmut und Langfristigkeit

Meines Erachtens sind für ein Gemeindeaufbauprojekt wenigstens drei Jahre zu veranschlagen, aber auch diese Vorgabe muß grundsätzlich revidierbar sein. Die wichtigste Bedeutung hat Langmut aber in Beziehung auf den Umgang der Menschen miteinander, vor allem der Anhänger des Gemeindeaufbaus mit den Skeptikern und Gegnern.

10. Hl. Geist - Kraft der Erneuerung

Der eigentliche "Erneuerer" der Gemeinden ist der Hl. Geist. Nur Gott selbst kann die Herzen der Menschen öffnen, Mitarbeiter im Gemeindeaufbau sollten sich daher zuerst als Mitarbeiter des Hl. Geistes verstehen. Das Gebet zum Hl. Geist und die Offenheit für seine Gaben sind daher letztlich das Herz alles missionarischen Handelns, und ohne Gebet kann Gemeindeaufbau nicht gelingen. Motivation (und Schulung) von Beterinnen und Betern für den Gemeindeaufbau ist daher eine wichtige Aufgabe der Verantwortlichen. Zu den ,,Herzelementen" aller Erneuerung gehört natürlich auch die Feier der Eucharistie.

Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11