In der
Reformationszeit war das Pfarrdorf Schröck durch die
Landgrafen von Hessen evangelisch geworden, wurde
aber nach dem Übergang an das Hochstift Mainz im
Jahre 1608 wieder katholisch. Urkundlich erscheint
"Scrickede" erst im Jahre 1226 und hatte
damals schon einen Pfarrer.
Der eigenartige
Ortsname geht wohl - wie alle Schrecken-Flurnamen
(vgl. Schrecksbach bei Ziegenhain) auf ein altes Wort
"scric" für Riß, Sprung zurück. Die
Seelsorge übte das Kollegiatstift Amöneburg aus.
1821 wurde Schröck Filiale von Roßdorf und 1884
wieder selbständige Pfarrei.
Die barocke
Pfarrkirche St. Michael wurde in den Jahren 1712 bis
1720 erbaut, vermutlich nach einem Plan des Kasseler
Baumeisters Karl du Ry. Die Weihe erfolgte erst 1726
durch den Mainzer Weihbischof in Erfurt, Christoph
Ignaz von Gudenus.
Laut Schröcker
Chronik (Nau, 102) war er Generalvikar von
Thüringen, Hessen und Eichsfeld.
Dr. Bernhard
Opfermann (Hildesheim) weiß über die
Familiengeschichte des Konsekrators unserer
Pfarrkirche (Gottesdienstordnung, 29.5.-5.6.1988) zu
berichten:
"Johann
Moritz von Gudenus, geb. 1639 in Heiligenstadt, gest.
1688 in Erfurt, war der jüngste Sohn des
reformierten Pfarrers und Konvertiten Moritz Gudenus.
Er war Jurist und Schriftsteller. Gleich seinem
ältesten Bruder studierte er in Würzburg und
Ingolstadt Rechtswissenschaft, wurde Assessor am
kurfürstlichen Gericht in Erfurt,
Universitätsprofessor und Stadtschultheiss ebenda.
Er war Dr. beider Rechte und 1680-82 Rektor der Uni
Erfurt.
Er heiratete Maria Katharina Röning aus Duderstadt,
die Schwester des berühmten Komissarius Herwig
Röning. Ihrer Ehe entsprossen 13 Kinder, darunter
Söhne, von denen Christoph Ignaz (1726-47)
Weihbischof in Erfurt und Johann Leopold (1711-13)
Weihbischof in Worms waren. 1797 wurde ihm und seinem
Bruder Johann Daniel im Erfurter Dom ein Gedenkaltar
mit Inschrift gesetzt, nachdem er früh gestorben
war."
From:
"Josef Gudenus"
<jm.gudenus@teleweb.at>
To: <Stefan@kroenung.de>
Date: Tue, 9 Feb 1999 22:13:17 +0100
Sehr geehrte Verfasser der Webpage
Katholische Pfarrgemeinde in Schröck und
Moischt!
Über eine Internet Suche bin ich auf Ihre
Homepage gestoßen, die mich sehr
angesprochen hat. Im besonderen habe ich mit
großem Interesse die geschichtlichen
Ausführungen über die Pfarrei Schröck und
den Schröcker Brunnen gelesen. Es wird Sie
vielleicht interessieren, daß ich ein
Nachkomme des Mannes bin, der Ihre barocke
Pfarrkirche St. Michael 1726 eingeweiht hat:
des Erfurter Weihbischofs, Christoph Ignaz
von Gudenus. Obwohl mir über ihn schon
einiges bekannt war, ist es doch immer wieder
faszinierend auf neue geschichtliche Spuren
zu stoßen. Sollten Sie über weitere Quellen
seines Wirkens verfügen, bin ich Ihnen für
jeden Hinweis dankbar.
Für die Gestaltung Ihrer Informationsseiten
und alle Ihre ehrgeizigen Vorhaben wünsche
ich Ihnen alles Gute und sende herzliche
Grüße und Gottes Segen an die ganzen
Kirchengemeinde
Graf Josef von Gudenus
WienFrom: "Josef Gudenus"
<jm.gudenus@teleweb.at>
To: <Stefan@kroenung.de>
Date: Sat, 13 Feb 1999 18:01:13 +0100
Vielen herzlichen Dank für die gesendete
Bilddatei, der "Aktennotitz", die
gut angekommen ist. Selbstverständlich gibt
es einiges über den Weihbischof Christophl
Gudenus zu berichten (es gibt ein Ölbild von
ihm) und ich werde Ihnen gerne etwas
zusammenstellen.
jmgudenus@teleweb.at
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Der
Schröcker Brunnen - Elisabethbrunnen (E. Sturm)