Vorbereitung auf das Jahr 2000 in der Pfarrei
Schröck
Advent 1996
(Predigt zur
Pfarrversammlung, 1. Advent 1996)
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Liebe Schwestern, liebe Brüder
Sehr gerne greife ich die
Anregung der Bischöfe auf: Es ist gut mit einer Vision
in die Zukunft zu gehen! Es ist gut, die Türen des
Advent weit aufzutun und mutig hindurchzuschreiten -
über die "Schwelle der Hoffnung" zu gehen!
Denn nicht nur in den
wenigen Jahren, die uns von der Jahrtausendwende trennen,
sondern in den nächsten Zeiten stehen gewaltige Aufgaben
an. Wir können Sie nur lösen, im Vertrauen auf den
Herrn der Zeit und mit unser aller Mittun.
Es besteht
nämlich die Gefahr, die Kirchentüren schließen zu
müssen,
- weil
niemand mehr kommt.
- Der
Glaubensweg abgeschnitten ist.
- Die
Traditionen leer und ausgebrannt
sind.
Lassen Sie mich das ein
einigen Punkten aufzeigen. Sie sind unvollständig. Als
frischgebackener Landpfarrer fehlen mir Weit- und
Umsicht. Ich sage mal so, die Punkte müssen diskutiert
werden. Es muß weiter geforscht werden. Ich verspreche
mir da sehr viel von unserem neuen Pfarrgemeinderat.
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Weniger Hochzeiten und dreimal so viele
Scheidungen in unserem Land und unserer Gesellschaft. Das
ist eine Feststellung. Die kirchliche Eheschließung ist
damit ebenfalls betroffen. Im Umgang mit gescheiterten
christlichen Ehen tut sich die Kirche schwer. Der
Vorstoß einiger deutscher Bischöfe ist in Rom
zurückgewiesen worden: "Geschiedene und
Wiederverheiratete Christen dürfen nicht zur Kommunion
gehen" heißt die Parole. Auch in unseren Gemeinden
wird von einigen so gesprochen. Stimmt das? Wie gehen wir
hier am Ort damit um, daß Bindungen auseinander brechen?
Wie können wir helfen? Wie kann es weitergehen?
"Zwölf mal mehr
Ungläubige" soll es dem Spiegel nach im Land geben
als noch 1950. In Zahlen heißt das: 25 Millionen
Menschen in Deutschland gehören keiner christlichen
Konfession an. Unsere Jesusgeschichten, christliches
Grundwissen, unsere Riten und Bräche drohen in weiten
Kreisen in Vergessenheit zu geraten. Wenige kennen sich
aus im Glauben. Wie soll unser "Schatz"
weitergeben werden? Was erzählen wir über unseren
Glauben? Welchen Grund für unsere Hoffnung geben wir an?
- Wir brauchen dringend kleine Gruppen und
Gemeinschaften, die miteinander das Wort Gottes lesen und
meditieren. Die miteinander beten und planen.
(Bibelkreise)
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Gottesdienstbesuch ist bei
den Katholiken in den letzten 20 Jahren von 40 auf 28
Prozent gesunken. Wir haben in Schröck von 1990 auf 1996
100! sonntägliche Gottesdienstbesucher eingebüßt. Von
4 Schwestern und Brüdern findet eine/r den Weg zur
prächtigen Pfarrkirche. Wie müssen unsere Gottesdienste
aussehen, daß Mehrheiten sich angesprochen fühlen, daß
es "Feiern des Glaubens" werden. Was muß
geschehen, daß sie die "Gemeinschaft der
Gläubigen" auch repräsentieren und nicht nur den
"Heiligen Rest"?
Wie sieht unser
"Gottesdienstprogramm" aus? - die Frage muß
gestellt werden. Wer weiß, wie lange noch ein Priester
am Ort sein wird. Und an welchen Orten dann auch noch?
Welche Vorbereitungen treffen wir, damit auch
Gottesdienste stattfinden können, wenn in Zukunft
Gemeinden zusammengelegt werden. Für den
Priesternachwuchs ist keine Besserung in Sicht! - In der
Diözese Würzburg ist inzwischen jede dritte Pfarrei
ohne Priester. Sie können ja mal die Nachbargemeinden
und -dörfer abzählen, was das bedeuten würde!
Von den fast 3000
Einwohnern in Schröck und Moischt (2933) sind 1242
katholisch. Beinahe die Hälfte derer, die durch die
Taufe jährlich dazukommen, verlieren wir durch
Kirchenaustritt! Da sind unserer Verstorbenen noch nicht
dazugezählt. Bei den Kindern, die zur Taufe gebracht
werden, suchen wir oftmals die Eltern in unserer
Gemeinde. - Woran müssen wir arbeiten, daß der eine
Glaube auch in unserem Alltag überzeugt? Wie wird Glaube
weitergegeben? Was muß passieren, daß Frauen und
Männer mitziehen? Welche Kontakt müssen wir zu
Kirchenfernen suchen? Was muß passieren, daß auch
"Kirchenmüde" den "Neuanfang"
riskieren?
Und mehr wäre
aufzuzählen. Aber nicht heute!
Glauben Sie nicht, daß
ich in alledem keine Hoffnung habe. Ganz im Gegenteil.
Ich traue dem Gottesgeist und unserer Gemeinde unendlich
viel zu. "Das Volk das im Dunkeln lebt, sieht ein
helles Licht!"
Denn "Advent",
das ist nicht nur die "Ankunft unseres Gottes",
sondern es ist (frei übersetzt) unsere
"Zukunft."
Durch Christus und mit ihm
und in ihm.
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Meine Bitte lautet:
Tragen und gestalten Sie die anstehenden Veränderungen
im Geist des Glaubens, der Hoffnung und Liebe mit.
Verschließen Sie sich nicht. Überlegen Sie auch, in
welcher Form, sie mitarbeiten wollen und können. Die
Wahl zum
Pfarrgemeinderat ist nur eine Möglichkeit.
Viele unserer
Gruppen und Aktionskreise freuen sich über Zuwachs. Ein
Bibelkreis fehlt uns. Frauen und Männer, die Aufgaben in
unseren Gottesdiensten übernehmen (Lektor(in),
Kommunionhelfer(in), Vorbeter(in), Ministrant(in), Kantor(in)...) werden
immer benötigt.
Herzlichen Dank!
Stefan Krönung, Pfr
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Weihnachtspfarrbrief 1996
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Liebe Schwestern,
liebe Brüder!
"Macht hoch, die
Tür, die Tor macht weit!" ist das Lied der
Adventtage, das unsere Herzen öffnen will für die
Ankunft des Herrn. In besonderer Weise will uns in ihm
das menschliche Antlitz Gottes begegnen: Jesus Christus.
Er will bei uns zu Gast sein.
Auf Initiative von
Papst Johannes Paul soll in diesem Jahr die Tür des
Advent aufgestoßen werden in Richtung des Gnadenjahres
2000, das für die ganze Menschheit ein großes Ereignis
werden soll. Ein jeder ist aufgerufen
die
Grundfragen des menschlichen Lebens im Licht des
Glaubens neu zu bedenken sich mit der eigenen
Glaubens- und Lebensgeschichte zu versöhnen
auf Höhen und
Tiefen von 2000 Jahren Christentum
zurückzublicken
die Einheit im
Glauben zu suchen
Menschen für
die Gemeinschaft der Kirche zu gewinnen
mit
Kirchenfernen und Nichtglaubenden sprechen
sich für Arme
und Schwache einzusetzen
Versöhnung
und Frieden zu schaffen
und wichtiges
mehr.
Das diese Richtung
unseren Herzen in Schröck und Moischt gelingt, wünsche
und erbitte ich vom Herrn mit allen guten Wünschen für
Sie, liebe Schwestern und Brüder am Fest der Geburt
unseres Gottes,
(Stefan Krönung, Pfr.)
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Weihnachtspfarrbrief 1997
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Liebe
Schwestern, liebe Brüder!
"Himmlischer
König, Tröster Geist, Geist der Wahrheit,
allgegenwärtig und Fülle der Dinge,
Schatz alles Guten und Quelle allen Lebens,
komm, nimm Wohnung in unseren Herzen,
reinige und heilige uns, denn du bist der Ewig-Gute"
(Gebet aus der
Byzantinischen Liturgie)
Sagen Sie selbst, läßt
sich das Weihnachtsfest trefflicher in Gebet und
Betrachtung erschließen? Der Trost der armen
Christenheit ist Gott selbst, menschgeworden in Jesus
Christus durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Im Jahr 1997 haben wir die
drei Vorbereitungsjahre auf das Heilige Jahr 2000
begonnen. Wir setzen diese seit dem 1. Adventssonntag mit
dem "Heilig-Geist-Jahr" fort, das wir mit der
feierlichen Firmung (Bild) von 24 jungen Mitchristen durch
Weihbischof Johannes Kapp am 6.12.97 so passend begonnen
haben.
Nun laßt uns in Schröck
und Moischt unserem Gott eine würdige Wohnung in unseren
Herzen bereiten, in den letzten Tagen dieses Jahres und
an allen Kommenden 1998, daß wir uns dabei inspirieren
lassen vom Ewig-Guten, wünscht Ihnen allen und
sich selbst von ganzem Herzen
Stefan Krönung, Pfarrer
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Weihnachten 1998
Liebe Schwestern, liebe Brüder!
Drei Jahre dauert die
Vorbereitung auf das Heilige Jahr 2000. Wir sind seit
1996 dabei... Mit dem ersten Adventsonntag in diesem Jahr
bereiten wir uns auf das anstehende nächste
Weihnachtsfest vor, blicken aber schon weit nach vorne
auf den 2000. Geburtstag unseres Religionsgründers
Jesus, des Zimmermanns aus Nazareth und Erlösers aller
Menschen.
Er ist der "Weg zum
Vater" und wir sind aufgerufen, unsere
"Anhänglichkeit an Christus, den Erlöser der
Menschen" zu erneuern und einen Weg echter Umkehr zu
beschreiten. Auf diesem Weg sollen wir uns vom
"Bösen" befreien und das "Gute"
bewußt wählen. Wahrlich ein Programm, das ein Jahr
füllen kann!
Folgende Anregungen
unserer Kirche sollen uns hierbei helfen, ich empfehle
sie Ihnen und mir:
- Die Liturgie als
Feier der Großtaten Gottes und als
Verherrlichung des Vaters bewußt feiern.
- Das Bußsakrament neu
beleben
- Die Schöpfung und
Neuschöpfung in Christus entdecken, bewahren,
schützen.
- Die Bittage, den
Erntedanksonntag und die Segensfeiern im Alltag
neu entdecken und gestalten.
- Bußgottesdienste
mitfeiern und persönliche Gewissenserforschung
zur Gewohnheit machen.
- Eine Wallfahrt an der
Seite Mariens als "Weg mit Christus"
feiern.
Unsere Familien, die
Gemeinden, unsere kirchlichen Vereinigungen seien für
diese letzte Wegstrecke der Vorbereitung auf das Heilige
Jahr 2000 daran erinnert, daß es nicht ein Weg ins
Ungewisse, sondern ein "Weg zum Vater" ist.
Dieser Weg wird auch ein Weg der Umkehr sein müssen.
Auch vor Ort ist die Kirchengeschichte der letzten
Jahrhunderte nicht immer von Glaube, Hoffnung und Liebe
geprägt gewesen. Eine Gewissenserforschung wollen wir in
geeigneter Form im kommenden Jahr halten. Gott schenke
uns dazu den Geist der Liebe, der dies erst möglich
macht.
Wir wollen den Weg in
unserer Pfarrgemeinde St. Michael und St. Elisabeth gehen
im Vertrauen auf Gott, der uns Vater und Mutter ist.
Für Sie alle, Ihre
Angehörigen und Freunde erbitte ich den Segen unseres
menschgewordenen Gottes!
Ihr Stefan Krönung, Pfarrer
Weihnachten
1999
Liebe Schwestern, liebe Brüder!
"Mit Bonifatius
begann gewissermaßen die Geschichte des Christentums in
Eurem Land." rief Papst Johannes Paul II. am
18.11.1980 auf dem Domplatz in Fulda. "Viele sagen,
diese Geschichte neige sich jetzt ihrem Ende zu. Ich sage
Euch: Diese Geschichte des Christentums in Eurem Land
soll jetzt neu beginnen, und zwar durch Euch, durch Euer
im Geist des heiligen Bonifatius geformtes Zeugnis!"
Dieses Zeugnis gilt Jesus
Christus, dem Herrn der Welt und ihrer Zeit und wir
feiern das Große Jubiläum seiner Menschwerdung im
Heiligen Jahr 2000.
Wir sind eingeladen
mitzufeiern, weil wir berufen sind, die Bedeutung dieses
Datums und damit den Sinn der ganzen
Menschheitsgeschichte bewußt zu machen uns selbst
und allen Menschen. Hier in unserer Umgebung, in unseren
Dörfern, Familien und Verwandtschaften und
Nachbarschaften.
Mit vorliegendem
Weihnachtspfarrbrief halten Sie Rückblick, Ausblick und
Dokumentation unserer altehrwürdigen Landgemeinde in den
Marburger Stadtteilen Schröck und Moischt in Händen.
Viele unserer 1270 Seelen haben daran mitgewirkt und
viele stimmen mit ein in den Dank und Lobpreis Gottes,
dem unser Wirken gilt.
Für Sie alle, Ihre
Angehörigen und Freunde erbitte ich den Segen unseres
menschgewordenen Gottes am Weihnachtsfest des Jahres 1999
Ihr dankbarer,
Stefan Krönung, Pfarrer
Weihnachten
2000
Gemeindebrief
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