Fulda/ Schröck. Der
Bischöfliche Pressedienst ( http://www.bistum.fulda.net ) meldete nach dem Tag des Diakonats in
Schröck die Gründung eines
"Diakonatskreises" in der Region West des
Bistums Fulda (Dekanate Amöneburg und Marburg).
Seine Aufgaben
umschrieb Regionaldechant Bernhard Klatt, der von
Amöneburg gekommen war, kurz und zielgenau: "Er
soll ein Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils
in den Pfarreien fördern: den Dienst und den Beruf
des Diakons."
Um für diese Aufgabe zu
werben, zu informieren und Interesse zu wecken, hatte
Pfarrer Stefan Krönung am 4./5. September in seiner
Pfarrei St. Michael und St. Elisabeth in
Marburg-Schröck zu Informationstagen zum Beruf des
Diakons eingeladen. Diakon Robert Brachtl (Erlensee)
und Dr. Joachim Pasenov (Amöneburg-Roßdorf)
predigten in der Pfarrkirche Schröck vor 320
Zuhörern in den Gottesdiensten über die Aufgabe
eines Diakons.
Anschließend fanden
Informationsgespräche im Pfarrheim statt.
In seiner Predigt warb der
52jährige Robert Brachtl für den Dienst des
Diakons. Er selbst sei nun seit fast 10 Jahren zum
Diakon geweiht worden.
Man sieht nur bei genauem Hinsehen den Unterschied
zwischen einem katholischen Priester und dem Diakon,
wenn sie im Sonntagsgottesdienst predigen, die Taufe
spenden, beerdigen oder beim Ehesakrament
assistieren. Und sie werden oft mit dem Pfarrer
verwechselt. Aber sie tragen ihre Stola (Amtszeichen)
diagonal von links nach rechts, sind zudem in der
Regel verheiratet und gehen einem "ordentlichen
Beruf" nach, d.h. sie üben ihren Dienst als
Diakon nach Feierabend und am Wochenende aus.
"Ständige Diakone"
werden sie daher auch genannt, weil ihr Amt kein
Durchgangsstadium zum Priestertum, sondern ein
eigenständiges Dienstamt in der katholischen Kirche
darstellt.
Mittlerweile gibt es in der
Diözese Fulda 18 Ständige Diakone und mehr als 20
Bewerber bereiten sich auf die Weihe zum Diakon in
den Diakonatskreisen in Kassel, Hanau, Fulda und
demnächst auf der Amöneburg vor.
Robert Brachtl aus Erlensee war
jahrelang als Bilanzbuchhalter in Frankfurt
beschäftigt. Sein vierjähriges theologisches Grund-
und Aufbaustudium hat er in seiner Freizeit
absolviert und mit Zustimmung seiner Ehefrau, denn
ohne letzteres hätte der Bischof ihn nicht weihen
dürfen.
Der Dienst am
Menschen ist für den Familienvater keine bloße
Floskel, sondern eine permanente Aufforderung, die
sich aus dem Diakonenamt herleitet. Denn das Wort
"Diakon" stammt aus dem Griechischen und
bedeutet: "Diener".
"Und das will ich
sein" rief er in den Gottesdiensten in der
Schröcker Pfarrkirche den 320 Gottesdienstbesuchern
zu. "Ich wünsche mir zahlreiche Bewerber auch
aus ihren Pfarreien und danke ihrem Pfarrer Stefan
Krönung, der diese Begegnung ermöglicht hat.
Hintergrund:
Vor über 25 Jahren wurden im
Bistum Fulda die ersten Ständigen Diakone durch den
damaligen Bischof Adolf Bolte geweiht. Einer der
ersten und leidenschaftlichsten Verfechter des
Ständigen Diakonats war damals der 1971 verstorbene
Fuldaer Landgerichtsdirektor Josef Hornef.
Bereits 1959, also in dem Jahr,
in dem Papst Johannes XXIII das Zweite Vatikanische
Konzil ankündigte, hatte der promovierte Jurist mit
seinem Buch "Kommt der Diakon der frühen Kirche
wieder?" einen wichtigen Denkanstoß zur
Wiederbelebung des Diakonats gegeben.
Am Ende seines Lebens konnte
Hornef noch sehen, wie seine Ideen im Bistum Fulda
vorbereitet durch das Konzil und konkretisiert durch
das päpstliche Schreiben "Sacrum diaconatus
ordinem" von Paul VI umgesetzt wurden.