Die 50 Jahrfeier unserer
örtlichen Kolpingfamilie ist der Anlaß, das
Kolpingwerk in Erinnerung zu rufen und zugleich die
Einladung auszusprechen, mit Idee und Tat die Zukunft
von Kirche,
Pfarrgemeinde und Verband zu gestalten.
Das Kolpingwerk ist eine
Bildungs- und Aktionsgemeinschaft, in der die
Grundlagen und Ideen des Gründers Adolph Kolping
weiterleben. Unsere Kolpingfamilie ist dabei eine der
rund 2 800 örtlichen Gruppen, die zusammen mehr als
275 000 Jugendliche, Frauen und Männer aus allen
Berufen vereinen. Sie haben das Ziel jeden einzelnen
im christlichen Glauben zu stärken und zum
tatkräftigen Einsatz in Familie, Arbeitswelt,
Kirche, Gesellschaft und Staat fit zu machen. So
spricht sich beispielsweise das Kolpingwerk
Deutschland mit vielen anderen kirchlichen Gruppen
für die Einführung des Ständigen Diakonates der
Frau in unserer Kirche aus.
Als Pfarrer der Gemeinde und
Präses der örtlichen Kolpingfamilie bin ich froh
und dankbar, daß wir dieses Werk vor Ort haben, mit
allen seinen Gliedern. Das Gemeindeleben wird in
vielerlei Hinsicht von Kolpingschwestern und
Kolpingbrüdern gestaltet. Und es gibt keine Arbeit
in und vor Pfarrheim und Kirche, die nicht
fachkundig, liebevoll und rasch erledigt wird.
Gebe Gott, daß auch weiterhin
Frauen und Männer zu diesem Tun bereit sind. Er
vergelte den Gründern und Mitgliedern ihre Mühen
und segne unsere Pfarrgemeinde St. Michael u. St.
Elisabeth in Schröck und Moischt.
Für das Jubiläumsjahr rufe
ich auf zur Aktion: "Fit mit Fünfzig - neue
Mitglieder für unsere Kolpingsfamilie"!
Präses
Stefan Krönung, Pfr
Der Schuster
blieb nicht bei seinem Leisten
Adolph Kolping
(1813-1865) war Priester, Sozialreformer, Publizist,
Seelsorger und "Gesellenvater". In Kerpen
bei Köln geboren, wuchs er in ärmlichen
Verhältnissen auf. Nach einer kurzen Schulbildung
begann er im Alter von 13 Jahren eine Lehre als
Schuhmacher. Zehn Jahre arbeitete er in diesem Beruf
und wanderte wie andere Gesellen von Ort zu Ort.
Im Alter von 23 Jahren
wagte er einen ungewöhnlichen Schritt und entschied
sich, Priester zu werden. Seinen Lebensunterhalt
mußte er selbst verdienen. Er studierte in München
und Bonn Theologie. Am 13. April 1845 wurde Adolph
Kolping in der Kölner Minoritenkirche zum Priester
geweiht. Als Kaplan erhielt er seine erste Stelle in
Elberfeld, wo er dem Elend der Arbeiter im
gesellschaftlichen Wandel der Industrialisierung
begegnete. Die Handwerksburschen hatten durch den
Zusammenbruch des Zunftwesens ihr Zuhause in der
Familie des Meisters verloren. In der Stadt an der
Wupper lernte Kolping den kurz zuvor vom dortigen
Lehrer gegründeten Gesellenverein kennen und wurde
dessen Präses. In einem solchen Zusammenschluß
erkannte er ein geeignetes Mittel zur Bewältigung
sozialer Probleme. Hilfe zur Selbsthilfe, sozialer
Wandel durch Veränderung des Menschen, so wird sein
Ansatz später charakterisiert.
Kolping kam bald nach
Köln, wo er am 6. Mai 1849 den ersten Katholischen
Gesellenverein gründete. Innerhalb kurzer Zeit
verbreitete sich die Idee der Selbst- und
Gemeinschaftshilfe bis an die Grenzen Europas und
nach Übersee.
Am 27. Oktober 1991
wurde Adolph Kolping in Rom von der Kirche selig
gesprochen. Heute setzt sich sein Lebenswerk in mehr
als 50 Ländern in allen Erdteilen fort.