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Pfarrei | Gnadenjahr 2000 | Pfarrarchiv
2005: 60 Jahre Ende des Zweiten Weltkriegs
Kriegsende in Schröck
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Kriegsende und Neuanfang 1945 - Die Nachkriegszeit

Am 28. März 1945 rückten amerikanische Panzer, von Moischt kommend, ins Dorf ein, das kampflos besetzt wurde. Eine Pz-Granate hatte die Scheunen des Peter Krämer (Nr. 60) und Heinrich Schäfer (Nr. 58) getroffen und in Brand gesetzt. Die Wohnhäuser und Nachbargebäude konnten durch die von den Amerikanern gestatteten Löscharbeiten geschützt werden. Die Schule und der Kindergarten wurden sofort geschlossen. Ein paar Häuser auf der Schanze mussten von den Bewohnern geräumt werden, wurden aber nach 2 Tagen wieder freigegeben.
60 Jahre Kriegsende in Deutschland: Junge Leute halten eine Nacht der Erinnerung des Friedensgebets für die WeltDer Aufenthalt auf der Straße wurde am 20.3.1946 wieder aufgehoben. Am gleichen Tage war auch Marburg kampflos besetzt worden. Am 29.3.1945 wurde nach kurzem Beschuss Anzefahr und Kirchhain besetzt, und die Kampfverbände rückten weiter nach Mitteldeutschland vor. Die Stadt und der Kreis Marburg wurden der amerikanischen Militärregierung in Marburg unterstellt, die demokratisch gesinnte Bewohner zur Verwaltung heranzog. Bürgermeister J. Fach (Nr. 101) wurde seines Dienstes enthoben und das Amt an den früheren Bürgermeister Franz Nau (Nr. 42) übertragen, der es aber nach kurzer Zeit an Josef Schüler (Nr. 36) abgeben musste. Dörfliche Uneinigkeit belastete in dieser Zeit das Gemeindeleben, so dass auch Bürgermeister Schüler das Amt am 15.8.1945 an den kommissarisch eingesetzten Bürgermeister Fürtig aus Kirchhain übergeben musste.
Aufgrund der Proklamation Nr. 2 der amerikanischen Besatzungsmacht vom 19.9.1945 wurde das Land Großhessen geschaffen und am 16.10.1945 konstituiert. Den Namen änderte später (1.12.1946) die hessische Verfassung in Land Hessen um.
Nun konnte der demokratische Aufbau von unten her erfolgen. Er begann mit der Abhaltung von den Gemeindewahlen am 20.1.1946. Bei dieser Wahl gab es im Dorf 2 Listen. Liste Nr. 1 erhielt 238 Stimmen, Liste Nr. 2 (CDU) 220. 6 Stimmen waren ungültig. Am 15.2.1946 wurden 60 Flüchtlinge aus Bad Teplitz und Umgebung von der Kreisverwaltung dem Dorf zugewiesen, die nur mit Mühe in die nicht für Untermieter gebauten Wohnungen untergebracht werden konnten. Am 3.8. 1946 wurden weitere 50 Personen aus dem Kreis Römerstadt zugeteilt (s. unter Kap. 30: Flüchtlinge und Evakuierte). Durch das Fortbestehen der Lebensmittelkarten war die Ernährung aller gesichert, wenn auch z.B. die Fleischzuteilung im Monat März des Jahres 1948 nur 100 g pro Person und Monat betrug. Auch die Kartoffeln waren damals knapp. (...)

(Aus der Schröcker Chronik)

Siehe auch Bonifatiusbote/Pfingsten 2005

[Digitalisierung von pfarrgeschichtlichen Quellen und Abhandlungen Nr. 27
kriegend.htm | 08.05.05
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