Kriegsende und Neuanfang 1945 - Die Nachkriegszeit
Am 28. März 1945 rückten amerikanische Panzer, von Moischt kommend,
ins Dorf ein, das kampflos besetzt wurde. Eine Pz-Granate hatte die
Scheunen des Peter Krämer (Nr. 60) und Heinrich Schäfer (Nr. 58)
getroffen und in Brand gesetzt. Die Wohnhäuser und Nachbargebäude
konnten durch die von den Amerikanern gestatteten Löscharbeiten
geschützt werden. Die Schule und der Kindergarten wurden sofort
geschlossen. Ein paar Häuser auf der Schanze mussten von den
Bewohnern geräumt werden, wurden aber nach 2 Tagen wieder
freigegeben.
Der
Aufenthalt auf der Straße wurde am 20.3.1946 wieder aufgehoben. Am
gleichen Tage war auch Marburg kampflos besetzt worden. Am 29.3.1945
wurde nach kurzem Beschuss Anzefahr und Kirchhain besetzt, und die
Kampfverbände rückten weiter nach Mitteldeutschland vor. Die Stadt
und der Kreis Marburg wurden der amerikanischen Militärregierung in
Marburg unterstellt, die demokratisch gesinnte Bewohner zur
Verwaltung heranzog. Bürgermeister J. Fach (Nr. 101) wurde seines
Dienstes enthoben und das Amt an den früheren Bürgermeister Franz
Nau (Nr. 42) übertragen, der es aber nach kurzer Zeit an Josef
Schüler (Nr. 36) abgeben musste. Dörfliche Uneinigkeit belastete in
dieser Zeit das Gemeindeleben, so dass auch Bürgermeister Schüler
das Amt am 15.8.1945 an den kommissarisch eingesetzten Bürgermeister
Fürtig aus Kirchhain übergeben musste.
Aufgrund der Proklamation Nr. 2 der amerikanischen Besatzungsmacht
vom 19.9.1945 wurde das Land Großhessen geschaffen und am 16.10.1945
konstituiert. Den Namen änderte später (1.12.1946) die hessische
Verfassung in Land Hessen um.
Nun konnte der demokratische Aufbau von unten her erfolgen. Er
begann mit der Abhaltung von den Gemeindewahlen am 20.1.1946. Bei
dieser Wahl gab es im Dorf 2 Listen. Liste Nr. 1 erhielt 238
Stimmen, Liste Nr. 2 (CDU) 220. 6 Stimmen waren ungültig. Am
15.2.1946 wurden 60 Flüchtlinge aus Bad Teplitz und Umgebung von der
Kreisverwaltung dem Dorf zugewiesen, die nur mit Mühe in die nicht
für Untermieter gebauten Wohnungen untergebracht werden konnten. Am
3.8. 1946 wurden weitere 50 Personen aus dem Kreis Römerstadt
zugeteilt (s. unter Kap. 30: Flüchtlinge und Evakuierte). Durch das
Fortbestehen der Lebensmittelkarten war die Ernährung aller
gesichert, wenn auch z.B. die Fleischzuteilung im Monat März des
Jahres 1948 nur 100 g pro Person und Monat betrug. Auch die
Kartoffeln waren damals knapp. (...)
(Aus der Schröcker Chronik)
Siehe auch
Bonifatiusbote/Pfingsten 2005
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[Digitalisierung
von pfarrgeschichtlichen Quellen und Abhandlungen Nr. 27
kriegend.htm | 08.05.05
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