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St. Michael & St. Elisabeth
 
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35043 Marburg-Schröck
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Was macht Krankenhausseelsorge? Wie erreiche die Klinikseelsorge?

Seelsorge auf Intensivstationen   Wenn ich gefragt werde  
Kinder begegnen Sterben und Tod   Chronisch Kranke und Frömmigkeit  
Grüne Damen   Gottesdienst feiern  
Mitarbeit in der Fort- und Weiterbildung   Weitere Links  

 

"Klinikseelsorge... - ach, da gehen Sie von Bett zu Bett und sprechen den Kranken Trost zu - oder wie ist das?" Ja, wie ist das eigentlich in der Klinik? Eine große Institution - wie die Universitätskliniken - an verschiedenen Orten: auf den Lahnbergen, im Lahntal, am Ortenberg, viele Pflegende, eine große Ärzteschaft und viele andere Berufe "drumherum". Und dann noch die Klinikseelsorge, die dazu gehört und doch nicht von der Klinik beschäftigt ist, sondern von der Kirche.

Als "SpezialistInnen" für Seelsorge und Begegnung, auch beauftragt mit gottesdienstlichen und sakramentalen Aufgaben, können wir zu den Menschen gehen: zu Kranken, zu Angehörigen, zu den (beruflich damit) Beschäftigten. Und wir sind über die Stationen und über unser Büro zu erreichen.

Kranksein - das ist vieles zwischen "Nicht können" und "Nicht müssen" - braucht aufmerksame und sehr unterschiedliche Begleitung: sei es ein "einfaches" Gespräch "nur so", oder Schweigen oder ein Blick, ein Biblischer Vers, ein Gebet, spielen, taufen oder vieles mehr. Immer wieder anders - und je anders bei Betroffenen, Angehörigen oder Personal. Und auf eigene Weise ist alles Sorge um Menschen, Seelsorge.

Einige kurze Einblicke haben wir für Sie zusammengetragen wie Mosaik-Steine. Es gäbe viel mehr vorzustellen und zu erzählen. Diese Mosaiksteine müssen für heute genügen - geschrieben von 4 evangelischen und 3 katholischen Hauptamtlichen.

Traugott J.Simon, geschäftsführender Pfarrer, evangelisch

 

Seelsorge auf Intensivstationen

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D.h. viel Technik, viel Pflege, ständige ärztliche Überwachung, viele Patienten im künstlichen Tiefschlaf - heißt eine andere Welt betreten; eine, in der die Bedrohung des Lebens besonders massiv ist.

Für mich bedeutet das, auch mit Menschen in Kontakt zu treten, die nicht bei Bewußtsein sind - sie als ganze Menschen zu sehen, die der zweck-freien Zuwendung bedürfen; sie anzusprechen, evtl. auch ein Gebet zu sprechen.

Genauso nötig sind natürlich auch die Besuche bei den wachen Patienten - ihre Fragen, ängste, Hoffnungen, ihre Geschichte mit ihnen zu teilen, soweit sie das möchten.

Aber auch für die Angehörigen ist alles eine große Belastung, gerade wenn jemand lange Zeit "auf intensiv" liegt - die ständige Spannung, das Dasein zwischen Hoffen und Bangen, manchmal die drohende Aussichtslosigkeit ... ! Deshalb suche ich den Kontakt auch zu ihnen.

Seelsorge auf Intensivstationen heißt aber auch, das Sterben von Menschen zu begleiten - Ohnmacht, Schmerz, Wut, Trauer von Angehörigen mitauszuhalten, nicht zuzudecken, abzuschwächen - und auf Wunsch zu beten.

Seelsorge dort heißt auch, mich mit denen zu freuen, denen womöglich das Leben neu geschenkt ist. Und bei und in allem zu glauben, und darauf zu vertrauen, daß Gott im Leben, im Sterben und im Trauern mit uns ist.

Angelika Eberhardt, Gemeindereferentin, katholische Klinikseelsorge

 

Wenn ich gefragt werde

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Wenn ich gefragt werde: "Wie sieht eigentlich Deine Arbeit aus?" antworte ich etwa folgendermaßen: "Ich bin im Klinikum für zwei Stationen der Inneren Medizin zuständig. Ich gehe von Zimmer zu Zimmer, so weit wie ich komme. Im Zimmer stelle ich mich bei den Patienten vor, dann ergibt sich meistens ein Gespräch. Mir ist wichtig zuzuhören, den einzelnen Menschen mit dem was ihn bewegt, seien es Sorgen oder ängste oder aber auch erfreuliche Nachrichten ernst zu nehmen und Zeit dafür zu haben. Ich möchte "ein offenes Ohr" haben. So wie jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, so unterschiedlich sind auch die Besuche."

Vor einiger Zeit besuchte ich eine Frau oft, weil sie lange im Krankenhaus liegen mußte. Was mich sehr bewegt hat war, daß sie mit bei meinen Besuchen immer sagte: "Bitte beten Sie für mich": Dann habe ich für sie gebetet. Ich glaube, daß im Gebet eine große Chance liegt, nämlich nicht allein seine Sorgen und ängste und alles was uns beschäftigt zu tragen, sondern Gott um seine Kraft und Nähe zu bitten, daß er uns hilft und uns durch alles Schwere hindurchträgt.

Gunda Eidenmüller, Diakonin, evangl., nebenamtlich in der Klinikseelsorge tätig

 

Kinder begegnen Sterben und Tod

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In meinem Alltag als Klinikpfarrerin begegne ich auch Kindern auf den Stationen: Kindern, die als Patienten da sind, Operationen und Therapien über sich ergehen lassen, und Kindern, die als Angehörige ihre Familienmitglieder besuchen. Immer wieder sind so in meinen Klinikbereichen gerade auch die Kinder konfrontiert mit der Endlichkeit des eigenen Lebens, aber auch dem Sterben und Tod naher Angehöriger. In diesen krisenhaften Lebenssituationen benötigen Kinder wie Erwachsene behutsame Wegbegleitung.

Sterben und Tod, Lebensthemen, vor denen viele ihr Kind am liebsten schützen wollen - und doch begegnen Kinder nicht erst im Alltag Sterben und Tod: Der Hamster ist gestorben, ein kleiner Vogel aus dem Nest gefallen, in der eigenen Familie ist plötzlich jemand schwer krank, ... stirbt ...

Kinder begreifen sehr schnell, daß dann etwas Entscheidendes passiert und sie erleben unsere Reaktionen darauf hautnah, ziehen sich zurück, wenn sie spüren, daß wir, die Erwachsenen, völlig hilflos und fremd in unserem Verhalten sind. Kindertrauer macht oft ohnmächtig. Deshalb möchten wir sie am liebsten nicht wahrhaben. Dennoch: Lassen Sie Ihr Kind Abschied nehmen, wenn es das will und sorgen Sie für gute Vorbereitung und angemessene Begleitung (Nachbarn, Freunde, evtl. Therapeuten ...). Es ist wichtig für betroffene Kinder, daß wir sie nicht ausschließen von den auch für uns oft sehr belastenden Abschiedssituationen, sondern teilhaben lassen und mitentscheiden lassen, was sie jetzt wollen. Durch unser (Vor-) Leben eigener Gefühle können Kinder lernen, welche Möglichkeiten des Begleitens und Abschiednehmens es geben kann. Ich möchte Ihnen Mut machen, sich am Wunsch der Kinder zu orientieren .... Kinder helfen uns dabei, wenn wir sie ernst nehmen und mit ihnen solch bewegende und schwere Lebenssituationen durchleben.

Marion Kohl-Eckardt, Pfarrerin, evangelisch

 

Chronisch Kranke und Frömmigkeit

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Bei meinen Besuchen auf den Stationen des Universitätsklinikums begegnen mir Menschen, die ihre Krankheit auf ganz unterschiedliche Weise in Zusammenhang mit ihrem Glauben bringen. Manche halten ihre Krankheit für eine Strafe Gottes, deren Ursache sie gar nicht unbedingt kennen. Andere meinen, wenn es einen gerechten Gott gebe, hätten sie eigentlich nicht erkranken dürfen. Wieder andere erkennen ihre Krankheit als Wegweiser, der ihre Aufmerksamkeit in eine bisher nicht wahrgenommene Richtung lenkt und manchmal regelrecht lebensverändernde Wirkung hat. Für viele Menschen taucht ihr Glaube gerade durch eine Krankheit aus der Versenkung auf und erschließt eine Kraftquelle, die sie bisher kaum in Anspruch genommen haben. Manchmal wird ihnen bei diesem Erleben sogar zweitrangig, ob vollständige medizinische Heilung möglich ist.

Menschen auf diesem Weg begleiten zu dürfen, erlebe ich als sehr bereichernd.

Birgit Priester, Klinikseelsorgerin, evang.

 

Grüne Damen

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Seit zwei Jahren gehöre ich zum Team der ev. KlinikseelsorgerInnen als Klinikpfarrerin mit einer halben Stelle. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Bereich dreier im Lahntal angesiedelten Kliniken: der Hals-Nasen-Ohren-, der Haut- und der Zahnklinik. Dort besuche ich Patientinnen und Patienten, halte Gottesdienste und führe Gespräche mit Angehörigen und dem Personal.

Ein weiterer und wiederum ganz anderer Bereich, für den ich zuständig bin und den ich in diesem kurzen Bericht vorstellen möchte, ist die Zusammenarbeit mit der ökumenischen Krankenhaushilfe (öKH), den "Grünen Damen und Herren", die ehrenamtlich in einigen Kliniken tätig sind: im Besuchsdienst, in der Bücherwagenarbeit und im Lotsendienst. Für dieses Team bin ich zum einen Ansprechpartnerin bei belastenden Situationen in der Klinik und in Konflikten sowie für neu an dieser Arbeit Interessierte. Zum anderen bereite ich die monatlichen Treffen vor, die Gelegenheit zum Austausch über Erfahrungen in der Arbeit, zur Beschäftigung mit Themen wie "Gespräche am Krankenbett", "Depression", "Was Sterbende brauchen" u.v.m. und zur Besinnung auf eigene Möglichkeiten und Grenzen bieten.

Besonders intensive Begegnungen innerhalb der Gruppe erlebe ich während der jährlich stattfindenden Seminartage und bei gemeinsamen Ausflügen.

Angelika Richter, Pfarrerin, evangelisch

 

Gottesdienst feiern

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"... und meine andere halbe Stelle ist Klinikseelsorge für 9 psychiatrische Stationen der Nervenklinik am Ortenberg." Kurze Pause meines Gegenüber, ein Blick: "Das ist aber schwer." - So geht es mir meist. "Ja und Nein", sage ich dann. Mir ist diese Arbeit nicht nur Mühe, sondern auch Freude! Es hängt wohl - außer den oft sehr intensiven Begegnungen - an den Gottesdiensten. Ein Tagesraum in der Nervenklinik ist ja nicht eben das Einladendste. Aber schon - Kerzen und Tücher, Blätter, Blumen oder Steine auf den Tischen und die Stühle im Kreis verwandeln die Atmosphäre. Wer hier krank ist, ob mit Schlaganfall, Parkinson, Depression oder Angstzuständen, die bzw. der schätzt eine ansprechende Gestaltung. Kranke Menschen durchleben oft Grenz-Situationen des Lebens, nicht erst in Todesnähe oder Gefahr. Sie erleben Brüche des Lebens - und sind froh, wenn diese Erfahrungen - auch beim Feiern - Platz haben und sein dürfen. Darum sind die 12 oder 15 oder 25 Gäste im Tagesraum so wach und so interessiert: Dem Gewohnten durch Krankheit für eine Zeit entrissen, wird alles - auch Gottesdienst - oft sehr unmittelbar aufgenommen. Gottesdienste mit Kranken bereichern und beleben ihr Kranksein und das Leben der "Gesunden" in vielerlei Hinsicht: Ob ich sie deswegen so gerne feiere?

Traugott J.Simon, Pfarrer, evangelisch

 

Mitarbeit in der Fort- und Weiterbildung

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Klinikseelsorger/-innen am Universitätsklinikum Marburg gestalten in Zusammenarbeit mit verschiedenen Marburger Krankenpflegeschulen und im Rahmen der innerbetrieblichen Fortbildung (IBF) Aus- und Weiterbildungsangebote mit. Dazu gehören mehrtätige Seminare zu den Themen: "Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden und Umgehen mit Trauernden" und Gesprächsführungstrainings.

Innerhalb des Faches "Ethik" in der Krankenpflegeausbildung stehen jeweils aktuelle ethische Fragestellungen auf dem Programm, so z.B. "Sterben in Würde - Palliativtherapie im Hospiz", "Pflege von Patienten/-innen unterschiedlicher Glaubensrichtungen", "Wahrheit am Krankebett", "Begleitung von Angehörigen" etc.

Nicht zuletzt lernen sich bei den unterschiedlichsten Fortbildungsveranstaltungen die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen näher kennen, so daß eine effektivere Zusammenarbeit möglich ist.

Günter Tucher, Pastoralreferent, katholisch

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Quelle:

Was macht denn so "die" Klinikseelsorge? in KIM, 99-01, im Internet 11.01.99
 zuletzt auf www.elisabethkirche-mr.de gefunden.

Weitere Links:

Grenzgang Klinikseelsorge - Woche für das Leben 2003 http://www.ekd.de/woche/2003/mader.html und http://www.ekd.de/woche/2003/mader.html 

Wie erreiche ich die Klinikseelsorge in Marburg?

Dienste, die wir Ihnen in der Pfarrgemeinde Schröck anbieten können

Tod, Trauer und Auferstehung - Das Zeugnis des Glaubens

 

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 Update 10.04.06

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