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Die Maltesern bringen sich mit professionellen
Notfallseelsorgern und Krisenhelfern ein

Einsatzgliederung PSNV
 

Einsatzkonzept zur Notfallseelsorge bei der Fußball-WM 2006 (FD)

Im Auftrag des Bischöflichen Seelsorgeamtes hat Pfarrer Stefan Krönung eine Gruppe von Krisenhelfern und Notfallseelsorgern aus dem Bistum Fulda für die Spieltage der Fußball-weltmeisterschaft in Frankfurt aufgestellt. Die Psychologin Ulrike Rösler aus Marburg und die Notärztin Dr. Astrid Dörner haben mit vielen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern das Konzept entwickelt und unterstützen die Vorbereitung und Durchführung.

Die Führungsgruppe der SEG PSNV in Maintal-Dörnigheim: Malteser engieren sich im Rahmen der Psychosozialen Unterstützung in Frankfurt (Juni 2006)Die Notfallseelsorge wurde bereits im vergangenen Jahr von der Stadt Frankfurt angefragt gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr und dem Stadtgesundheitsamt die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) während der Fußball-WM 2006 zu gewährleisten. Zur Bewältigung dieser großen Aufgabe wurden die benachbarten Bistümer Mainz, Limburg und Fulda höchstpersönlich von der Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, Frau Petra Roth, um Unterstützung angefragt und der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen konnte sehr schnell und bereitwillig diese Unterstützung zusagen.

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Aufgaben der Krisenhelfer und Notfallseelsorger sind von der Innenministerkonferenz im Rahmen des „Nationalen Sicherheitskonzeptes“ vorgegeben. Es geht von 2% Verletzten während einer Großveranstaltung aus. Das bedeutet für das Frankfurter Stadion mit 48.000 Zuschauern 960 Verletzte. Diese werden von Notärzten in verschiedene Kategorien gesichtet. Je nach Verletzungsgrad wird 1 Seelsorger bzw. PSNV-Fachkraft für 5 – 10 Verletzte eingeplant. Dazu rechnen wir in einem Großschadensfall etwa mit der gleichen Anzahl an unverletzt Traumatisierten (z.B. Augenzeugen, die selbst bedroht waren) und Angehörigen, die vor Ort kommen. Außerdem müssen Seelsorger und andere geschulte Kräfte für die Begleitung und Nachsorge von Einsatzkräften der Feuerwehr, der Rettungsdienste und anderen Hilfsorganisationen zur Verfügung stehen. Darauf müssen PSNV-Fachkräfte an jedem Spieltag in Frankfurt vorbereitet sein.

Diese Fachkräfte setzen sich in Frankfurt zusammen aus ca. 80 Notfallseelsorgern, Pfarrern und Mitarbeitenden aus den psychosozialen Einrichtungen des Evangelischen Regionalverbandes Frankfurt. Sie werden unterstützt durch Notfallseelsorgern und Krisenhelfern aus der „Nachbarschaft“.

Das Bistum Fulda hilft gerne

„Wir haben uns für diese bislang einmalige Anforderung große Mühe gegeben, ein vernünftiges Konzept zu erstellen,“ beschreibt der 40jährige Pfarrer und langjährige Notfallseelsorger aus dem Kriseninterventionsdienst Marburg-Biedenkopf, der zusammen mit der Marburger Psychologin Ulrike Rösler und der Notärztin und Internistin Dr. Astrid Dörner das Einsatzkonzept in diesen Tagen vorstellt: „Wir haben uns an bewährten Einsatztaktiken aus Rettungsdienst und der Notfallvorsorge orientiert, denn niemand kann vorhersagen, was die Helfer bei einem Schadensereignis wirklich erwartet. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Teams die sich kennen und gut organisiert sind, besser helfen können, als eine Hand voll Helfer, die in großer Zahl an Unglücksorte wie Eschede oder Erfurt zu Hilfe mit bester Absicht eilen wollen.

Der Pfarrer, der selbst eine Zugführerausbildung bei den Malteser absolviert hat beschreibt sein Team: „Nach den Vorgaben für eine „Schnell-Einsatzgruppe“ ist unsere Unterstützung konzipiert. Profis des Malteser Hilfsdienstes haben uns bei der Realisierung geholfen und unterstützen in Logistik und Kommunikation das Unternehmen.

Schnell-Einsatz-Gruppen entstanden ursprünglich aus den großen Einheiten des Katastrophenschutzes. Mittlerweile haben sie sich jedoch über die Kernbereiche Betreuung und Sanitätsdienst auch bei Spezialaufgaben bewährt. Eine „SEG Psychosoziale Notfallversorgung“ gab es bisher noch nicht, das ist dann unsere Erfindung geworden.“

Pfarrer Stefan Krönung hat eine Fachausbildung in Krisenintervention und bringt eine zehnjährige Erfahrung in der Notfallseelsorge und Krisenintervention im In- und Ausland mit. Ihm zur Seite steht die Marburger Psychologin Ulrike Rösler. Sie ist die ehrenamtliche Diözesanreferentin für den Bereich Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) bei den Maltesern der Diözese Fulda und im Kriseninterventionsdienst Marburg-Biedenkopf (KID) in der Einsatzkräftenachsorge tätig. Den medizinischen und sanitätsdienstlichen Bereich der Einsatzgruppe koordiniert die Notärztin und Internistin Dr. Astrid Dörner. Alle drei sind ehrenamtliche Malteser und einsatzerfahrene Profis, zertifiziert nach dem amerikanischen Standard des „Critical incident Stress Management“ (CISM). Sie werden von Gruppenführern aus dem Bereich der Notfallvorsorge in Logistik und Einsatzführung unterstützt.

Das Kernteam besteht aus der Gruppe von bis zu 18 ausgebildeten Krisenhelfern und Notfallseelsorgern. Die freiwilligen und ehrenamtlichen Spezialisten sind während der WM-Spiele für die Stadt Frankfurt im Einsatz. „Wir sind an jedem Spieltag 11 Stunden in Bereitschaft und können uns gut vorstellen  Siege oder Niederlagen in unserem Bereitschaftsraum mitzufeiern ohne in einen Einsatz zu kommen“ sagt Krönung, „wir sind aber auch sofort einsatzbereit, um auf Anforderung der Einsatzleitung psychosoziale Unterstützung zu leisten.“ Ein Krisenzentrum für Aufgaben im Bereich PSU befindet sich in der Nähe des Stadions. Dort kann die Schnell-Einsatzgruppe um Krönung im Schadensfall Leichtverletzte, unverletzt Traumatisierte und deren Angehörige betreuen.

Je nach Schadenslage werden bis zu 9 weitere Behandlungsplätze in Frankfurt eingerichtet und eine weitere Schule in der Nähe der Messe zur Verfügung gestellt, wo nachalarmierte Notfallseelsorger und psychosoziale Kräfte eingesetzt werden.

Aufgabe der Seelsorger und Krisenhelfer ist es, die Schwer- und Leichtverletzten während der Wartezeiten zu begleiten und ihnen beizustehen. Außerdem geht es darum, den unverletzt Traumatisierten in  Einzel- und Gruppengesprächen zur Verfügung zu stehen und ihnen zu helfen die erste Phase des Schocks zu bewältigen und sie zu stabilisieren.
„Unsere Schnell-Einsatzgruppe PSNV hat darüber hinaus speziell geschulte Krisenhelfer, die erschöpfte Einsatzkräfte begleiten können und für Nachsorgegespräche zur Verfügung stehen,“ beschreibt Ulrike Rösler eine weitere mögliche Spezialaufgabe der Gruppe.

Für sie ist klar, dass die „SEG PSNV“ über die Fußballweltmeisterschaft hinaus Bestand haben wird. „Auch für Schadensfälle im Gebiet des Bistums Fulda und Großereignisse ist es wichtig, eine gut ausgebildete Gruppe von Krisenhelfern und Notfallseelsorgern bereit zu halten. Man braucht nicht viel Phantasie, um sich Arbeitsgebiete vorzustellen: Große Zugunglücke auf den Einsenbahnstrecken quer durch Hessen, Busunglücke auf den Autobahnen und andere schlimme Ereignisse, die eintreffen können. Wer dann erst beginnt, Vorbereitungen zu treffen, hat es unnötig schwer. Man gründet auch nicht erst die Feuerwehr, wenn es schon brennt.“ Für die Vorbereitung der Einsatzkräfte aus der „SEG PSNV“ unterrichtet die Psychologin aus Marburg „Belastungen in Extremsituationen und Umgang mit Stress“ „Grenzbelastungen und Umgang mit Hochstress“ und schult die Eigenbeobachtung der Helfer: „Wenn unsere SEG in den Einsatz kommt, dann müssen sich unsere Helfer voll auf die anfallenden Aufgaben konzentrieren. Das wird nicht leicht.“ Die Krisenhelfer lernen mit Einsatzstress umzugehen und werden angeleitet, rechtzeitig persönliche Grenzen und Belastungen zu bemerken. Das Einsatzkonzept sieht vor allem rechtzeitige Ablösungen vor. Auch Pfarrer und Helfer aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf gehören zu dieser Spezialistengruppe.

Stefan Krönung

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 Update 31.05.11

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