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Sozialaktion im Rahmen des Weltjugendtags 2005
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Krieg ist die Hölle! Krieg ist kein Spiel!

Zusammen mit Weltjugendtagsgästen aus Kanada haben am „Tag des sozialen Engagements“ im Rahmen der „Tage der Begegnung“ am 13. August 2005 die Schröcker Malteser Kisten für einen Hilfstransporter gepackt, die nach dem Weltjugendtag mit Kleidern, Spielzeug und Medikamenten nach Bosnien starten werden.

Unter den Gästen war John Bission, der als Soldat ("Peacekeeper") und Minenräumer auf dem Balkan war und den Teilnehmern seine Erfahrungen schilderte. Oft versagte ihm die Stimme und die Zuhörer hatten Tränen in den Augen, als er von den Schicksalen der Menschen, dem Leid der Kinder und den Todesgefahren der Minen berichtete. Seine Botschaft, die er an alle Helfer richtete lautete: "Betet und arbeitetet für den Frieden. Krieg ist kein Spiel! Krieg ist die Hölle!"

Für die ehrenamtlichen Malteserhelfer und die Weltjugendtagsgäste war das eine nicht geplante Unterstützung des Anliegens in der Welt zu helfen und an konkreten Projekten der Hilfe zu arbeiten. Das gemeinsame Gebet galt den Opfern von Krieg, Terror und Gewalt, den Helfern in vielfältigen humanitären Organisationen, als um 12 Uhr in der Pfarrkirche das Mittagsläuten erklang.

Schröcker Malteser in Bosnien engagiert

Mit Ihrem VW-Bus T4, den ein Freundeskreis sponsert und unterhält sind die Schröcker Malteser mehrmals im Jahr Richtung Balkan unterwegs. An die 20 Stunden Fahrzeit liegen zwischen Deutschland und Bosnien. Oft folgt Ihnen ein Neuere Bosnische Geschichte für die Weltjugendtagsgäste: Lehramtsstudent und Helfer im Auslandsdienst Thomas Jakobi erklärt den Weltjugendtagsgästen aus Kanada die Arbeit der humanitären OrganisationenLKW mit Hilfsgütern, die der kleine Auslandsdienst sammelt, verpackt und auf die Reise schickt. Die Gruppe von etwa 8 ehrenamtlichen und freiwilligen Helfern bettelt die Reisekosten zusammen, opfert Freizeit und Urlaub für diese Arbeit im Namen der katholischen Hilfsorganisation getreu des 900 Jahre alten Leitspruchs: Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen.

Schon gleich hinter der Grenze zu Kroatien, heute ein florierendes Urlaubsland, finden sich in Bosnien die ersten Schilder, die vor Minen warnen - einer Kriegsfolge, die nach einer Statistik des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz vom Mai 2004, allein in der ersten Jahreshälfte 12 Menschen das Leben gekostet hat (2003 waren es insgesamt 54 gewesen).

Von 1991 bis 1995 herrschte auf dem Balkan ein Krieg, wie ihn Europa seit 1945 nicht mehr für möglich gehalten hatte. Die Zahl der Opfer bewegt sich zwischen 156.000 und 250.000 Toten. Über 80.000 Kriegsinvaliden und fast 140.000 Hinterbliebenenfamilien müssen versorgt werden. Die Zahl der Frauen, die während des Krieges durch Soldaten vergewaltigt worden sein sollen, wird auf 10.000 bis 60.000 geschätzt. Am 25. November 2004 meldete das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, daß noch immer 16.600 Personen vermißt seien. Das Ausmaß der Todesopfer und die Umstände ihres Todes hat die bosnische Gesellschaft überfordert. Das schwerste Massaker fand in den Tagen um den 11. Juli 1995 statt, als die als UN Schutzzone deklarierte nordostbosnische Gemeinde Srebrenica von serbischen Truppen besetzt wurde – ca. 8.000 bosnische Muslime wurden ermordet.

Das Ausmaß der Todesopfer hatte die bosnische Gesellschaft überfordert. Der größte Teil der Toten waren zudem Zivilisten; in Sarajevo, beispielsweise, wird die Zahl aufgrund einer offiziellen Mitteilung vom 27. September 1992 auf 80% Zivilisten beziffert, bei den Verwundeten waren es 75%. Die Hälfte der Gebäude in Bosnien wurde beschädigt, ungefähr 25% wurden zerstört. 1/3 der sanitären Infrastruktur sowie die Hälfte der Schulgebäude wurde zerstört oder beschädigt 10.000 Wohnungen zerstört, 100.000 weitere zerstört – das war die vorläufige Bilanz der Zerstörung von Wohnraum allein während der Belagerung von Sarajevo. Doch nicht nur der Wohnraum war betroffen, auch andere Gebäude: 23% wurden schwer beschädigt, 64% teilweise zerstört und 10% leicht getroffen.

Die Zerstörung von Wohnungen und Häusern allerdings variierte je nach Ort, an dem die Kampfhandlungen stattgefunden haben: so hat der von 1992 bis 1994 belagerte bosniakische Stadteil von Mostar neben der Ermordung von ~1.500 Personen eine Zerstörung von ~50% der Gebäude verbuchen müssen. Der Krieg hat vehement die wirtschaftliche Lage des Landes getroffen. Die Bevölkerung von Mostar hatte unter den Folgen des Krieges im ehemaligen Jugoslawien sehr zu leiden.

Seit Jahren halten sich die Malteser in Marburg-Schröck die Not der Menschen dort vor Augen. Mit Pfarrer Stefan Krönung an der Spitze organisieren sie Hilfslieferungen für die Menschen in der Stadt an dem Fluß Neretva, deren Wahrzeichen, die Brücke "Stari Most", im November 1993 zerstört worden war.
In den letzten Jahren haben die Malteser aus dem oberhessischen Schröck Hilfsgüter nach Mostar geliefert und mit dem Verein Helft Bosnien (Caritasverband Kassel) Projektarbeit betrieben.
Verteilt werden die Güter in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort. Die Brücke von Mostar, die als "Symbol des friedlichen Zusammenlebens von Muslimen und Christen" galt, konnte im Juli 2004 wieder eröffnet werden. Und genau diesem Ziel, Kontakte und Freundschaften zwischen Bosniaken und Kroaten aufzubauen, haben sich die Malteser in Schröck verschrieben. Sie unterhalten regelmäßige Kontakte zum Waisenhaus im Ostteil der Stadt.
Auch in anderen Regionen des Landes helfen die Schröcker mit Ihren Hilfsgütern und engagieren sich in verschiedenen Projekten.
 

 

Kontakt-Adressen:

Malteser Hilfsdienst e.V.
Auslandsdienst Schröck

Baumgarten 10, 35043 Marburg
Tel. 06424/92230 Fax 92231

N.N.
Ortsbeauftragter

Dr. Astrid Dörner
Ortsärztin

Spenden Sie für diese Aktion: Stichwort Notfallseelsorge


Malteser Hilfsdienst e.V.
Konto: 255 983 00
Volksbank Mittelhessen 513 900 00

(Zuwendungsbescheinigung wird gerne ausgestellt!)

Links:

 

Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11