Wie kommt man an einen
Kleinbus, wenn man kein
"Diaspora"-Hilfsgefährt bekommt, nicht im
Lotto gewonnen hat und die Kirchenkasse nicht
überläuft?
Mit der Erfahrung eines
Kollegen ("Ausnehmend schlechte
Erfahrungen") war mein Optimismus leicht
gedämpft genausoleicht mit dem Slogan "Mobil
zum Nulltarif" dem Ziel mit Hilfe einer
Sponsorierungfirma nähergekommen zu sein. Gewiß,
Angebot und Traum paßten gut zusammen: Ein
werbefinanziertes Fahrzeug, ein "Freemobil"
oder ein "Mobil zum Nulltarif" war fast in
die Hände unserer Pfarrei und aller ihrer Gruppen
und Kreise gerückt. So lest nun hier, wie der Traum vorangeht...
Mein Onkel fing an,
vorzurechnen, was Sache ist. Ein guter, gebrauchter
Bus koste 25.-30.000 DM. Ohne vertragliche
Werbefinanzierung, mit der Solidarität der Gemeinde
und kleinen Sponsorenaufkleber a DM 100,00 (Wir haben
diesen Bus ermöglicht...) muß ich 150-300 Menschen
guten Willens finden und dann gehört der Bus der
Kirchengemeinde und nicht der Sponsorierungfirma.
Die ersten Reaktionen aus der
Gemeinde waren nahezu überschwenglich: "Das
wär´s doch" oder gleich mit konkreten Plänen:
"Krankenbesuche in den Kliniken zu Zeiten, wo
Nachmittags kein Bus geht mit mehreren Personen -
Kinder von der Schule in Bauerbach abholen, wenn der
Bus erst mittags geht..."
Wie soll das funktionieren?
[ Übersicht ]
Über Idee, Nutzen und Zweck,
um Spenden und Mittel durch werbewirksame Anerkennung
zu erzielen informiert aus Aachen
http://www.Sozialsponsoring.de/fs-seite.html
"Werbefinanzierte
Fahrzeuge für Vereine und caritative Einrichtungen
für 48 Monate kostenfrei zu nutzen" verspricht http://www.koenig-online.de/freemobil/freemobil.htm und zeigt Fotos.
"Das FreeMobil-Konzept
spricht gemeinnützige Institutionen, Senioren- und
Pflegeheime, ambulante Krankenpflegedienste,
Krankenhäuser und Reha-Kliniken, Kindergärten,
Gemeinden, Schulen jeder Art,
Behindertenwerkstätten, Wohlfahrtsverbände,
Hilfsdienste, Kirchen, Fördervereine, Sportvereine
und Busunternehmen im Nahverkehr an." (Werbung)
[ Übersicht ]
".... In 1997 hatte ich,
als ehrenamtlicher GF des Vereins "Wir für
Euch! - Kinder- und Jugendfreizeitförderung
Oedekoven e.V." - http://KLJBOedekoven.home.pages.de - auch Kontakt zu dieser Firma. Der
brach jedoch ziemlich schnell wieder ab, obwohl ich
mehrere Faxe zur Firma hinschickte, die eigentlich
auch angekommen sein mußten. Es meldete sich aber
niemand mehr zurück - erst ungefähr ein halbes Jahr
später. Da habe ich dann dankend abgelehnt, denn
zwischenzeitlich hatte ich Kontakt zu einer anderen
Firma aufgenommen (...). Mit dieser bin ich dann sehr
gut zurecht gekommen. Leider konnte das Projekt dann
doch nicht realisiert werden, da wir zuwenig
potentielle Werbe-KundInnen hatten.
Unser Problem dabei war wohl, daß wir als noch recht
junger Verein - Rechtsträger der KLJB-Ortsgruppe -
wohl nicht genug Reputation hatten. Einer Pfarrei
sollte es da besser ergehen.
Um ein solches Projekt realisieren zu können, müßt
Ihr viel Zeit einplanen! Auch wenn die Firmen sagen,
ihre AußendienstmitarbeiterInnen besuchen die
potentiellen WerbekundInnen (was in unserem Fall auch
so war) - für all' die anderen Dinge (Adressen
sammeln, Brief formulieren/schreiben, x-mal
ausdrucken lassen, versenden ...) seid Ihr
zuständig. Bei 'nem Pfarrbüro mit hauptlichen
MitarbeiterInnen ist das wohl machbar, bei
Ehrenamtlichen frißt das aber ganz schön am
Zeitbudget." (Via Email, 16.7.99)
... "Ausnehmend schlechte
Erfahrungen. Die Angestellten der Firma XY ließen
sich von uns eine Liste der Geschäftskunden samt
Empfehlungsschreiben der Pfarrei geben. Dann
bedrängten sie die Geschäftsleute teilweise recht
massiv (so in dem Stil: Also wenn sie hier nicht
mitmachen, werden sie wohl keine Aufträge von der
Kirche mehr bekommen) und täuschten sie regelrecht
(einige unterschrieben und merkten erst nachher, daß
es keine Einmalzahlung, sondern ein
Vier-Jahres-Vertrag war). Wir hatten nachher alle
Hände voll zu tun, um mit den Leuten wieder in ein
einigermaßen gutes Verhältnis zu kommen.
Die Firma hatte dann nicht genug Werbekunden für
einen Bus gefunden und die Suche einfach eingestellt.
Wir erfuhren davon erst nach ca. einem halben Jahr,
als wir von uns aus rückfragten, was denn nun wird.
Die Warnungen des Ordinariats bestanden also durchaus
zu Recht." (via Email, 14.7.99)
"Wir waren auch auf dem
Weg zu einem "Werbemobil" - zum Glück hat
ein Pfarrgemeinderat dieses Thema mit einem
Einzelhändler besprochen...
Wir haben gemeinsam ausgerechnet, daß die
"Werbemobilfirma" mindestens 80.000 DM
(ohne MWSt) in den fünf Jahren eingenommen hätte.
Nach einigen Gesprächen hat der Verband der
Selbständigen 30.000 DM aus der Adventsaktion
gespendet, es gab ein schönes Bild für die Presse
mit Riesenscheck und ein Bild VdS - Vorsitzenden bei
der Inbetriebnahme des supergünstigen
Gebrauchtbusses (drei Autohändler haben sich
zusammengetan und den Rest finaziert) und nun fashren
wir ohne irgendeine Werbeaufschrift in Salsarot durch
die Lande..." via Email, 14.7.99
[ Übersicht ]
"...Ich habe auch schon
einmal auf so einem Bus Werbung gemacht, und ich
werde dies nie wieder in dieser Form tun. Dieser Bus
wurde der AWO Kreisverband XY zur Verfügung
gestellt, aber die AWO hält es im gegenzug nicht
für notwendig ab und zu Getränke oder so etwas bei
mir zu bestellen. Wenn wieder eine Firma auf mich
zutritt und ich soll auf so einem Bus Werbung machen,
so werde ich mit der entsprechenden Organisation
vorher einen Vertrag über einen gewissen
Jahresumsatz abschließen oder es bleiben
lassen." (Geschäftsmann via Email, 16.7.99)
[ Übersicht ]
MOBIL Sport und
Öffentlichkeitswerbung GmbH
Moltkestr. 14, 67433 Neustadt/Weinstraße
FREEMOBIL, Straubing
http://www.koenig-online.de/freemobil
[ Übersicht ]