PfarreiiSchröckx2006
St. Michael & St. Elisabeth
 
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35043 Marburg-Schröck
Kettelerstr. 12 Tel. 06424/ 92230

 
 

Pfarrkirche und Pfarrei in Schröck
Das Patrozinium St. Michael und St. Elisabeth

Die 1720-1726 erbaute Barockkirche St. Michael und St. Elisabeth wurde 1730 vollendet und konnte eingeweiht werden. Die lateinische Inschrift über dem Portal des Gotteshauses erinnert daran, daß sie damals "aus Ausgaben der Gemeinde" Figur des Hl. Michael auf dem Marienaltar. Renov. 1997(Haec pagi expensis stat nova domus die), das heißt mit eigenen Mitteln und in Eigenleistung von 209 Einwohnern errichtet worden ist. Bauern schafften Sandsteine herbei, die in der Nähe gebrochen wurden, Schröcker Steinmetzen haben sie behauen, alle Einwohner halfen in irgendeiner Weise mit, wie es in alten Chroniken nachzulesen ist.

Den Erzengel Michael behielt man als Patron der alten Kirche bei, und St. Elisabeth kam mit dem Neubau als zweite Patronin hinzu.

Die unmittelbare Nachbarschaft zu Marburg und der Abbruch der Verehrung in ihrer Grabeskirche, bedingt durch die Reformation, führten zu Nennung im Dörfchen Schröck.

Der Gottestreiter St. Michael ist heute noch auf dem Siegel der Kirchengemeinde abgebildet. In den letzten Jahren ist die Kirche umfangreich renoviert worden. Dazu gehören auch wertvolle Seitenaltäre, u.a. mit der Statue des Erzengels Michael. Im Umkreis bekannt ist die Turmbekrönung, die den Drachentöter auf der Spitze - weithin sichtbar - zeigt.

Alljährlich begehen wir am 29. September die Feier zu Ehren unseres Pfarrpatrons, des Heiligen Erzengels Michael. (Fest am nächstgelegenen Sonntag).

Stichwort: Patrozinium

Das lat. patronus bedeutet ursprünglich Schutzherr, Vertreter vor Gericht für Leute, die von ihm abhängig sind oder ihn darum angegangen haben, dann allgemein fürsorglich bemühter, einflußreicher Mann. Seit dem 4. Jh. wird dieser Begriff von den christlichen Gemeinden angewandt auf hochverehrte Märtyrer, die bei der Gemeinde ihre Grabstätte gefunden haben; so nennt Leo d. Gr. die Apostel Petrus und Paulus die Patrone Roms. Orte, die kein Märtyrergrab aufzuweisen hatten, wählten sich gleichfalls einen Patron und bemühten sich um eine Reliquie davon, um sie in ihrem Kirchengebäude niederzulegen. So entsteht der Brauch, jede Gemeinde und ihr Kirchengebäude unter den Schutz (patrozinium) eines Heiligen zu stellen und dessen Fest alljährlich besonders zu begehen. Vielfach wurden Kirchengebäude aber auch nach Glaubensgeheimnissen benannt; man spricht dann genauer von Titularfest. - Unter germanischen Rechtsverhältnissen wird die schon der Antike bekannte Vorstellung besonders lebendig, das Kirchengebäude, Kloster oder der Altar stehe im Besitz des betreffenden Heiligen. Auch die persönliche Hinwendung zu Gott und zu den Heiligen übernimmt Motive aus dem germanischen Lehenswesen: Die Hingabe begründet ein auf gegenseitiger Treue basierendes persönliches Verhältnis. Aus: Adolf Adam - Hupert Berger, pastoralliturgisches Handlexikon. Freiburg - Basel - Wien. Auch am Werktag

Stichwort: MICHAEL 29. September

Verteidiger im Kampfe

Vom heiligen Erzengel Michael lesen wir in der Heiligen Schrift, in dem Buch »Geheime Offenbarung des heiligen Johannes«:

»Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt«.

Der Erzengel Michael ist also der »Vorkämpfer« der Gott treu gebliebenen Engel gegen den Teufel. Der Teufel selbst, Luzifer, der »Licht-Träger«, wollte sein wie Gott und hat sich gegen seinen Schöpfer erhoben. Deshalb mußte es zum Kampf kommen.

Schon sehr früh wurde der Erzengel Michael verehrt, besonders in der Ostkirche. Im 5. Jahr-hundert erschien Michael auf dem Berg Gargano in Süditalien. Seitdem verbreitete sich sein Kult in Italien und im ganzen Abendland. Besonders Heiligtümer auf Bergen wurden dem Erzengel Michael geweiht. - Sein Gedenktag ist der 29. September.

WISSENSWERT

Der Name »Michael« wurde besonders im deutschen Volk so gebräuchlich, daß man (liebenswürdig oder verächtlich) vom »deutschen Michel« spricht.

Die Franken verehrten Michael als den Schutzherrn der Christen im Kampf gegen die Heiden. - Von daher ist auch seine Rolle als »Verteidiger im Kampfe« zu sehen: er schützt die Kirche vor dem Angriff des Bösen.

Früher gab es ein eigenes Gebet (siehe unten), das immer nach der heiligen Messe gebetet werden mußte.

Der heilige Erzengel Michael ist der Überbringer der Opfergaben hin zum Thron Gottes. Im ersten Hochgebet der Messe heißt es: »Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar«.

Der heilige Michael wird oft dargestellt mit einer Waage in der Hand: er muß entscheiden, ob jemand in den Himmel kommen kann. Er ist auch der Geleiter der Seelen hinüber in die Ewigkeit.

Der heilige Michael ist der Patron des deutschen Volkes.

NAMEN

»Michael« bedeutet »Wer ist wie Gott?« - Der Name kommt aus dem Hebräischen und gilt heute als absolut deutscher Name.
Auf »Michael« gehen zurück: Michaela, Michaele, Michelina, Michelle, Michel, Maike, Mike (engl.), Miguel (span.), Mischa.

 

GEBET

Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe; gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz. »Gott gebiete ihm«, so bitten wir flehentlich; du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die andern bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.

Heiliger Erzengel Michael, bitte für mich und für die Kirche!

 

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 Update 10.04.06