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FAQ zum Klappern am
Karfreitag, Karsamstag und am Ostermorgen in Schröck
Version 1.1 (1999-2005)
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| Ministranten haben vielfältige Aufgaben...
Klappern und Rasseln in der Karwoche gehört auch dazu |
Was ist das
"Klappern"? |
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Weil nach altem Brauch
vom Gloria der Messfeier am Gründonnerstagabend an
bis zur Osternachtsfeier die Glocken schweigen, um
auch die Erinnerung an die "glockenlose
Zeit" der ersten Jahrhunderte wach zu halten,
werden Schlagbretter und ähnliche Holzwerkzeuge
genutzt, um die Gläubigen an regelmäßige Gebets-
und Gottesdienstzeiten zu erinnern (da ja bis zu
Beginn unseres Jahrhunderts die Zeit fast
ausschließlich vom Stundenschlag des Kirchturms
signalisiert wurde).
Es wird immer noch
erzählt, die Glocken würden nach Rom geschickt, um
dort neu gesegnet zu werden. Das ist zwar ein
"Ammenmärchen", aber es stimmt, dass auch
teilweise in evangelischen Kirchen nicht geläutet
wird, weil das ein Zeichen der Trauer über das
Leiden und den Tod Christi ist.
Der Brauch ist sehr
eng mit dem kirchlich-gottesdienstlichen Leben der
(kath.) Pfarrgemeinden verbunden. Immer wieder wird
versucht, das Klappern und Rasseln in vorchristliche
Zeiten und ihren Riten zu vermuten, etwa um die
Wintergeister mit Lärm zu vertreiben oder den
Frühling herbeizurufen. Dafür gibt es wenig
Anhaltspunkte.
In der Schweiz
("Chläpperlen") gibt es Regionen, da
werden zum Ostergottesdienst die Instrumente mit in
die Kirche genommen und in einem bestimmten Moment
einen Riesenlärm veranstaltet. Das gleich danach zum
ersten Mal erschallende Glockengeläute muss den
Gläubigen wahrlich himmlisch in den Ohren geklungen
haben. |
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Wer macht dabei mit?
Es ist in Schröck
Tradition, dass nur
Ministranten am Karfreitag, Karsamstag und
am Ostermorgen im Dorf umherziehen. Die später
gesammelten Geschenke, meistens Geldbeträge,
verstehen sich dann als Belohnung für den
ganzjährigen Dienst am Altar.
Beim Startschuss am Karfreitag um 6
Uhr ist Pfarrer Krönung dabei. Jahr für Jahr üben wir den
"Engel des Herrn".
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Was wird gerufen?
Es sind drei Rufe, die
gebräuchlich sind.
Am Karfreitag und
Karsamstag um 6.00 Uhr und um 18.00 Uhr (19.00 Uhr)
heißt der Ruf "Ihr Christen lobpreiset
den Herrn und betet den Engel des Herrn".
Um 12.00 Uhr lautet
der Text: "Wir rufen zum englischen
Gruße".
Zu den Gottesdiensten
(Kreuzweg 10/11 Uhr, Karfreitagsliturgie 15 Uhr,
Osternacht 5.30 Uhr): "Wir rufen die
Christen zur Kirche."
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Was ist ein
"englischer Gruß"?
Es ist der
"Gruß" des Engels Gabriel an Maria in
Nazareth gemeint. Nicht ein Gruß aus
Großbritannien...
Bei der Verheißung der Geburt Jesu im
Lukasevangelium (Lk 1,26-38) sind die Gebetssätze
entnommen:
(Im sechsten Monat
wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in
Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt.
Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus
dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war
Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei
gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie
erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser
Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr:
Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott
Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen
Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus
geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten
genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron
seines Vaters David geben. Er wird über das Haus
Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft
wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie
soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der
Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über
dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich
überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und
Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine
Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn
empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie
jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist
nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd
des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.
Danach verließ sie der Engel.)
(Ave Maria)
Gegrüßet seist du,
Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit
dir. Du bist gebenedeit .unter den Frauen, und
gebenedeit
ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt
und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Wie geht der "Engel
des Herrn"?
Der Engel des Herrn
(lat. Angelus) ist ein altes Gebet (vgl. Gotteslob
2,7; S.21), dass am Morgen, am Mittag und am Abend
beim Glockenschlag gebetet wird. Es lautet so:
(V.) Der Engel des
Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing
vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du,
Maria . . .
(V.) Maria sprach:
Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach
deinem Wort.
Gegrüßet seist du,
Maria . . .
(V.) Und das Wort ist
Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du
Maria . . .
(V.) Bitte für uns
heilige Gottesmutter,
(A.) dass wir würdig
werden der Verheißung Christi.
(V.) Lasset uns beten.
- Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere
Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir
die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
Laß uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit
der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch
Christus unsern Herrn. Amen.
Womit wird gerasselt und
geklappert?
Rasseln und Klappern
sind in unserem Dorf im Einsatz. Meistens sind es
altehrwürdige Gerätschaften aus Familienbesitz, die
von Generation zu Generation weitergegeben und ab und
an nach Verschleiß ersetzt werden. Oftmals werden
sie im Eigenbau hergestellt.
Bei der Rassel bewegt
ein von einer Kurbel bewegter Zahnkranz die
Schallbretter auf einem Resonanzkasten. Bei der
Klapper ist es ein Holzhämmerchen, dass im Takt auf
ein Schallbrett schlägt.
In den Dörfern
Oberhessens finden sich verschiedenste
Gerätschaften.
Karl Weitzel hat in
einem Buch ("Ihr Christen erhebt euch zum
Herrn und betet den Engel des Herrn. Religiöser Brauch in
Oberhessen: Rasseln ersetzten Glocken in der
Karwoche, Stadtallendorf 1997.) diesen Brauch
dokumentiert. (Schröck: S. 54, 55.)