Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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Pfarrei | Liturgie und Gottesdienst

Riten - Zeichen - Gesten

Ministranten bei der Bittprozession (Mai 1998) Meßdieneraufnahme in Schröck am Sonntag, 5.7.98

Kreuzzeichen - Weihwasser - Segnungen ... Start!

Das fällt auf... Bei den Katholischen ist vieles anders. Da gibt es Wegkreuze und Kreuzzeichen, Weihen und Segnungen, Weihwasser und Weihrauch, Heiligenbilder und Votivtafeln, Rosenkranz und Prozessionen.... Außenstehenden sind diese Dinge oft fremd und unverständlich. Manche sehen darin ein wildes Gestrüpp von Äußerlichkeiten, die den Blick auf das Wesentliche - nämlich Christus - zu verstellen scheinen.

Aber auch die, die von Kindheit vertraut sind mit dem "typisch Katholischen", fragen sich manchmal, was und woher das alles ist. Ein Antwort soll hier versucht werden.

In allen Religionen aber gibt es Zeichen, Riten, Gesten und Gebräuche. Ideen und Überzeugungen lassen sich eben nicht in den Intellekt einschließen, sondern wollen im Alltag Gestalt finden. So gehören auch zum katholischen Lebensgefühl sichtbare und zeichenhafte Äußerungen des Glaubens.

Das Kreuzeichen

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Wer in katholische ländliche Gegenden kommt, findet dort an Wegen und Kreuzungen Bildstöcke und Kreuze. Blumen zeugen von fortdauernder Verehrung. Diese Bilder und Kreuze sind Zeichen unserer Hoffnung, dass wir durch den Kreuzestod befreit, erlöst sind. Im Betrieb unseres Alltags brauchen wir manchmal derartige Denkanstöße.
Einen ähnlichen Sinn hat das Kreuzzeichen, mit dem wir Katholiken gewöhnlich ein Gebet und den Gottesdienst beginnen. Die Worte, die dabei gesprochen werden: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, sind das kürzeste Bekenntnis unseres Glaubens an den dreieinigen Gott. Das Kreuz wiederum will zum Ausdruck bringen, dass man sich als Christ unter das Kreuz stellt, was natürlich auch die Bereitschaft einschließen muss, Christus nachzufolgen. Kaum verständlich, dass das Kreuzzeichen im Laufe der Zeit für manche zum Zeichen konfessioneller Unterscheidung geworden ist. Heute übernehmen auch nichtkatholische Christen zunehmend wieder diesen Brauch.
Ein derart wichtiges Zeichen darf natürlich nicht gedankenlos und oberflächlich vollzogen werden, wie man das manchmal sieht. Das wirkt dann eher komisch als ehrfürchtig. Machen Sie dagegen einmal den Versuch, am Beginn Ihres Gebetes ein Kreuzzeichen über sich zu zeichnen: langsam von der Stirn zur Brust, von der linken zur rechten Schulter, so dass es Sie ganz "einhüllt". Sie können dann die Erfahrung machen, wie ein solches Kreuzeichen sammeln kann.

Das Weihwasser

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Mit dem Kreuzeichen ist oft ein anderer religiöser Brauch verbunden. das Weihwassernehmen. So z.B. wenn Gläubige eine Kirche betreten bzw. wieder verlassen. Das Weihwasser erinnert an die Taufe. Durch das Kreuz Christi sind wir erlöst - durch die Taufe bekommen wir Anteil an der Erlösung. Damit ist die Verbindung von Kreuzzeichen und Weihwasser gegeben. Der Gebrauch von Weihwasser ist vor allem immer dann sinnvoll, wenn wir uns ins Bewusstsein heben wollen, dass wir vor Gott Sünder sind, die nur durch Ihn rein und heilig werden können. Deshalb die Weihwasserbecken am Eingang aller katholischer Kirchen. - Was aber ist "Weih-Wasser" ?

Weihen und Segnungen

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Immer wieder liest man in der Zeitung, dass irgendwo eine Brücke oder eine Schule "eingeweiht" wurde. Der allgemeine Sprachgebrauch unterscheidet kaum zwischen "weihen" und "segnen".
Von einer "Weihe" im eigentlichen Sinn spricht die Kirche nur bei Menschen und Dingen, die sie dadurch ganz in den Dienst Gottes stellen will.
So werden z.B Kirchen, Altäre, Kerzen, Kelche, Glocken , Wasser und Friedhöfe geweiht und dadurch für eine ausschließlich religiöse Funktion bereitgestellt.

Davon unterscheidet die Kirche "Segnungen". In der Umgangssprache bedeutet Segen etwas Gutes, Glück, Heil. So kann ein alternder Mensch sagen:" Es ist ein Segen für mich, dass ich noch gesund bin."
Dabei schwingt immer das Wissen mit, dass Segen nicht verfügbar ist. Segen kommt von Gott.

In vor- und außerchristlichen Religionen glaubten die Menschen, durch magische Riten diesen Segen "erzwingen" zu können. Manche modernen Erscheinungen von Magie, Teufelskulten, Horoskope, Talismanen und Glücksteine lassen erkennen, wie sehr diese Vorstellungen die christliche Aufklärung überdauert haben. Im umgekehrten Sinn kennen wir aber auch den Begriff des "Unsegens", der in früheren Zeiten dem Einfluss von Dämonen zugeschrieben wurde. Gegen ihn musste man sich ebenfalls mit Amuletten oder dergleichen schützen.

Ganz anders im Christentum: Dort ist kirchlicher Segen zu allererst Lobpreis und Anerkennung der Schöpfermacht Gottes, und erst daraus ergibt sich eine Bitte. Das wird aus den Texten aller Segensgebste deutlich. Wenn die Kirche segnet, weiß sie, dass die ganze Welt Gott untersteht, dass aber auch Sünde in der Welt ist, und dass das Böse Macht ausübt. Beim Segensgebet unterstellt die die Kirche Menschen oder Dinge, die dem Menschen dienen, Gottes Schutz und erbittet seine Hilfe. So segnet die Kirche Mütter, Kranke, Kinder, aber auch Haus und Wohnung, Speise und Trank, Feld und Flur, Tiere und Autos.....
Von Christus wissen wir, dass er Kindern die Hand auflegte und sie segnete, dass er Brot und Wein segnete.

Meist ist es der Priester, der eine Segnung vollzieht. Aber auch jeder Gläubige kann segnen. So segnen beispielsweise Eltern ihre Kinder. Wenn jemand über sich das Kreuzzeichen macht, segnet er sich selbst. Zu jedem Segen gehört das Kreuzzeichen. Dadurch wird deutlich, dass jede Segensbitte Hilfe und Wirksamkeit nur von Christus erwartet. Nur in seinem Namen geschieht der Segen. Hier liegt der große Unterschied zu allem abergläubischen Zauber, z.B. wie er in unserer aufgeklärten Welt mit Maskottchen getrieben wird. Da schreibt der Mensch einem Stück Blech unglückbannende Kraft zu.
Segnung im christlichen Sinne aber ist Fürbitte der Kirche, und davon erhoffen wir uns, was Christus dem gläubigen Gebet versprochen hat: "Und was immer Ihr erbittet in meinem Namen, das werde ich tun...."
Sollte ein Christ Hilfe von äußeren Zeichen selbst erwarten, etwa von einer geweihten Medaille, oder meinen, allein der Gebrauch gewisser Worte, Formeln und Gegenstände schütze ihn vor Unglück, so wäre das sündhafter Aberglaube.

Immer wieder einmal wird behauptet, die Kirche habe im Krieg auch Waffen gesegnet. Im sogenannten Rituale - ein Buch, das alle kirchlichen Segensformeln für die verschiedensten Zwecke enthält - befindet sich kein Formular für die Segnung von Waffen und Kriegsgerät. Wo etwa ein Priester eigenmächtig eine Waffensegnung vorgenommen haben sollte, hätte er dies nicht im Namen oder im Auftrag der Kirche getan uns schon gar nicht mit dem Rückhalt Jesu Christi.

(Quelle: Glaubensinformation)

Der Weihrauch

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... Weihrauch hat nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblattes eine entzündungshemmende Wirkung und kann nach Studien sogar bestimmte Tumorerkrankungen hemmen. Anders als ähnlich wirkende Stoffe sei das Harz des indischen Weihrauchbaumes nur wenig giftig.

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Siehe auch "Grundgebete"

Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11

1997