Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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Was ich schon geantwortet habe ...

Alltagsantworten als Pfarrers aus meiner Schröcker Zeit 1996-2006
Stichworte:

Frauenpriestertum

Marienerscheinungen

Waffensegnungen

Hexenverbrennungen

Priester ohne Amt

Feuer und Liturgie

(wird fortgesetzt)

Auch Jesus ging an keiner Not vorüber

Hier ist zu lesen, warum der Gottesdienst bei Sirenenalarm zu unterbrechen ist!

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Glauben Sie an Marienerscheinungen?

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Kaum. Die großen Wallfahrtsorte und ihre Erscheinungen (Fatima, Lourdes etc.) liegen geschichtlich Jahrzehnte zurück, da ist es schwer, etwas Vernünftiges zu sagen. Ihre Wirkungsgeschichte ist nicht zu leugnen und Segen und Bekehrung können dort wie anderswo ihren Ausgang nehmen.
Die aktuellen Orte wie Marpingen, Heroldsbach etc. sind für mich einfach nur skurril.

Beim umstrittenen Theologe Eugen Drewermann habe ich mal gelesen, dass die Kirche ihre Gläubigen an der Nase herum führe. Bei "aktuellen Marienerscheinungen" verhalte sie sich meist taktisch. Sie erkenne die Erscheinungen erst an, wenn sich die Lage beruhigt habe, richte dann ein Wallfahrtsheiligtum ein und gewinne damit jahrhundertelang Geld und Macht. Hilfe benötigen nach Meinung Drewermanns auf jeden Fall die "Seherinnen". Denn Maria erscheine fast immer Mädchen oder Frauen, die ein Problem mit ihrer Sexualität hätten. (Krö 9/1999)

Was Medjugorje angeht, so bin ich mehr als skeptisch, ja einfach nur enttäuscht. Wir sind mit den Schröcker Maltesern und dem Kassler Verein Helft Bosnien e.V. mehrmals in BIH und in Mostar gewesen und haben dabei auch Medjugorje als Pilger und Beter besucht. Ich nehme auf jeder Reise eine reservierte und fast feindselige Haltung gegenüber Muslimen wahr. Der Internetserver hat die Landeskennung von Kroatien - der geplante Radiosender arbeitet mit Radio Herzeg-Bosna zusammen, ein Name, der zu einem Phantomstaat gehörte, der von Kroatien aus in BIH inszeniert und finanziert wurde. Das ganze ist mir eher "nationalistisch" als "fromm" vorgekommen. Auch wurden Devotionalien, Kleinschriften und Hl. Messen mit der Kroatischen Kuna - nicht der "Konvertible Mark", der neuen Währung Bosniens bezahlt.
Jahre nach dem Krieg wurden Pilger beim Besuch in Ost-Mostar auf "Lebensgefahr" hingewiesen. Die Taxifahrten in die 30 KM entfernten Ruinen Mostars haben "Kultstatus". Das Franziskanerkloster in Mostar waren bislang noch nicht einmal bereit, uns bei unseren humanitären Aktionen zu unterstützen und wir hatten "nur mal nach einem Abstellplatz für PKW" angefragt.

Ich werde nicht vergessen, wie wir erzählt bekamen, wie am Tag vor dem Angriff Kroatiens auf Mostar die UN-Blauhelme aus der bedrohten Stadt abzogen und in Medjugorje stationiert wurden. Natürlich war so das "Wunder" vom wunderbaren Schutz der Gottesmutter komplett, nur warum war der Schutz für die 30 km entfernten Menschen an der Neretwa nicht mehr da und das Morden griff um sich?

Anfang April 2000 besuchte FRA SLAVKO BARBARI die Kriegsverbrecher in Den Haag. Sein Eindruck: "Es wird das kroatische Volk in diesen guten und edlen Menschen gerichtet." (PRESS BULLETIN 142, 3 Mai 2000). Was soll das? Eine Antwort per Email ist auch nach Wochen nicht an mich erfolgt.

(Krö 5/2000)

 

Hat es Waffensegnungen gegeben?

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Immer wieder einmal wird an allen deutschen Stammtischen behauptet, die Kirche habe im Krieg auch Waffen gesegnet. Im sogenannten Rituale - ein Buch, das alle kirchlichen Segensformeln für die verschiedensten Zwecke enthält - befindet sich kein Formular für die Segnung von Waffen und Kriegsgerät. Wo etwa ein Priester eigenmächtig eine Waffensegnung vorgenommen haben sollte, hätte er dies nicht im Namen oder im Auftrag der Kirche getan uns schon gar nicht mit dem Rückhalt Jesu Christi.

Als ich vor Jahren vom örtlichen Schützenverein eingeladen wurde, den neuen Pistolenstand "einzuweihen" habe ich mich geweigert. Ich schrieb sinngemäß, dass ich den Eifer der Vereine für Geselligkeit gut fände, einen solchen Segen aber mit Dienst und priesterlichem Auftrag nicht vereinbar hielte. Da waren die schlichtweg sauer. (Krö1996/2000)

Was denken Sie über das Frauenpriestertum?

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Ein Gespräch mit einer älteren Katholikin im Dorf hat mir klargemacht, dass der große Wiederstand - bevor Lehramt, Papst oder Dogmatik bemüht werden - von Frauen ausgeht. Sie möchte das nicht. Punkt. Auf einem Katholikentag und danach habe ich mit einer Gruppenleiterin aus unserer Pfarrei das Thema ausführlicher diskutiert. Eigentlich wünsche ich mir sogar Frauen in diesem Amt, aber ich wünsche mir ebenfalls, dass damit auch das Amt verändert wird, biblischer, menschlicher wird und nicht nur in dem Sinn, dass ich "Nachlassverwalter" und "Museumswärter" in sterbenden Gemeinden in unserem Land bin. Ich freue mich da auf eine spannende Entwicklung. (Krö 11/1999)

(Anmerkung: Es gibt kath. Mitchristen, die über solche Äußerungen durch Anzeige und Denunziation reagieren und auch neuerdings in den neuen Medien erstaunlich gut agieren. Ihnen sei gesagt: Es bleibt hier doch alles auf dieser Homepage stehen ;-)) )

Ihre Kirche hat Hexenverbrennungen durchgeführt

Ja. Und das macht mich unendlich traurig. Der Aberglaube gerade in katholischen Landstrichen hat unter den Menschen die Angst vor Hexen geschürt und die daraus entspringende Hexenverfolgung grassierte in katholischen wie in den evangelischen Dörfern und Städten Oberhessens wie überall. Mit Margret Lemberg (S.92) aber gilt es festzustellen, dass gerade in der Mainzer Diözese und damit in dem Amöneburger Dekanat (zu dem Schröck zu zählen ist) nach dem Dreißigjährigen Krieg im deutlichen Unterschied zu allen anderen Ländern im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation keine Hexenprozesse mehr erwähnt werden. Seit dem Amtsantritt des Erzbischofs Johann Philipp von Schönborn im Jahr 1647 (!) haben keine Hexenprozesse in der Mainzer Diözese stattgefunden, was sicherlich dem Einfluss des Jesuiten Friedrich von Spee zu verdanken ist.

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Priester ohne Amt

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Bis Sommer haben 2002  zwei junge Pfarrer das Bistum verlassen. Die Nachrichten waren nicht in der Kirchenzeitung Bonifatiusboten zu lesen und auch nicht im Amtsblatt des Bistums. In einem mir bekannten Fall war die Suspendierung eine Formsache von 15 Minuten, nachdem der Betreffende mit Freunden eine Stunde im dunklen Gang der Personalabteilung hat warten müssen. Es ist traurig, dass Hilfe und Begleitung nur im Freundeskreis geschieht. Die Pfarrer verschwinden heimlich, bekommen noch ein Übergangsgeld.. und das wars. Das ist nach 10 und mehr Pfarrerjahren schlimm und für meine Begriffe unmenschlich. Mehrere hundertausende Priester sind davon weltweit in den letzten Jahren betroffen.

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Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

 © 1996-2007  - www.pfarrei-schroeck.de  

 Update 31.05.11

1999 begonnen - Es gilt die letztdatierte Fassung (vgl. Updatehinweis)

 

8.Jan.: "Wissen Sie überhaupt, daß
jetzt Weihnachten ist." 


Du hast gerade einen Tag lang Steine aus
einem zerstörten Gebäude neben der Hauptkaserne der UNO bearbeitet.
Plötzlich hörst du ein pfeifendes Geräusch, jemand ruft
etwas auf kroatisch, und eine Sekunde später gehen alle Einheimischen
der Arbeitsbrigade in Deckung. Fünf Sekunden später bist du auch
hinter einem Baum oder einer Mauer, denn es sind wirklich Geschosse. Das
passierte drei von unseren Freiwilligen gestern nachmittag in Pakrac. Bald
darauf gingen sie zu UNCIVPOL, um zu melden, was geschehen war. Sie füllten
Formulare aus und wurden zur kroatischen Polizei geschickt, um zu fragen,
was los sei. Auf der Polizeistation hörten sie, es sei eine Weihnachtsfeier
auf der "anderen Seite". Man nahm weiter keine Notiz von dem Vorfall. 

"...also, das ist Weihnachten..." 


Daß die "andere Seite" ihr Weihnachtsfest
feierte, wußten wir schon. Jan hat es mir am Telefon erzählt.
Die ganze Nacht über waren Detonationen zu hören gewesen. Viel
mehr Lärm als letzte Woche und vor zwei Wochen bei der römisch-katholischen Weihnachtsfeier. Später an diesem Abend berichteten die kroatischen
Nachrichten, 16 kleine Granaten seien in dieser Nacht auf Pakrac abgefeuert
worden. Es entstand kein wirklicher Schaden, und niemand wurde verletzt.
Aber unsere Freiwilligen werden sich's heute morgen zweimal überlegen,
ehe sie hinausgehen, um an derselben Arbeitsstelle zu helfen. Gestern abend
gingen sie nicht ins Skorpija. Das erste Geschoß, das man erlebt,
macht einen nachdenklich. Ich erinnere mich daran, wie ich letztes Jahr nördlich von Mostar zwei Tage hinter einem Felsen in der Falle saß. 


Wir sprachen über die riesigen Mengen
von Lebensmitteln, die zur Zeit in dieses Gebiet gebracht oder vielmehr
"dagelassen" werden von privaten humanitären Organisationen auf ihrem
Weg nach Sarajewo oder Mittel- oder Nord-Bosnien, die nicht weiter als
bis nach Herzegowina gelangen können. Sie möchten nicht mit voller
Ladung zurückkehren und lassen ihre Hilfsgüter in Medjugorje.
Diese stehen jetzt vor den Häusern einiger ausländischer Organisationen
herum, erzählt man mir. Die Lagerhäuser sind voll. Vor ein paar
Wochen mußten sie sogar einige Tonnen vernichten, da das Verfalldatum
weit überschritten war. 


20km weiter verhungern die Menschen oder
sind nahe daran, aber nicht nur diejenigen, die auf der anderen Seite der
Frontlinie leben. Selbst in der von Kroatien kontrollierten Herzegowina
scheint es Probleme mit der Versorgung zu geben. Das Gebiet von Ravno z.B.,
wo wir nächstes Frühjahr mit dem Wiederaufbau beginnen wollen,
ist fast von allen vergessen. Die Leute denken an Mostar und Dubrovnik,
vielleicht auch an Stolac oder Caßlina und natürlich an Medjugorje.
Aber sie haben auch bemerkt, daß einige der ausländischen Organisationen
sich aus Medjugorje und aus BiH zurückziehen. Es kommen jetzt mehr
"Pilger" als letztes Jahr, aber nur, wenn eine neue Welle von Flüchtlingen
vorbeikommt, die in den Zelten (!) hinter der Kirche schlafen. (Es gibt
fast 40.000 leere Betten in Privathotels im selben Ort!) Dann ist es etwas
voller; im übrigen ist dies eine leere Touristenstadt (an Weihnachten
war dort sonst Hochsaison). Eine Stadt des Friedens mitten in einem Kampfgebiet. 


Mir ist gesagt worden, ich solle nicht
über die Brücke in der Herzegowina sprechen, und die meisten
Leute sind derselben Ansicht, daß es alles andere als ein Unfall
war. Es geht nämlich das Gerücht, daß die alte Brücke
viel zum Schmuggeln von Waffen und Lebensmitteln benutzt wurde. Den Gerüchten
zufolge wurde der Schmuggel hauptsächlich von UNPROFOR oder anderen
UNO- und internationalen Hilfsorganisationen betrieben, und sie brachten
nicht nur Lebensmittel und Medikamente, sondern auch Waffen und Munition.
Nein, dieser Angriff war gut geplant. Man kann nicht so leicht Schmugglerware
über eine Pontonbrücke schaffen, man wird ja aus großer
Entfernung gesehen. Ich erinnere mich an die Fotos von Edin, er war mit
einer der ersten Gruppen in Mostar, nachdem die vereinigten HVO und BiH-Armija-Streitkräfte
Mostar den bosnischen Serben und der JNA abgenommen hatten. Sie setzten
mit diesen kleinen Gummibooten über die Neretva, 50m unterhalb der
Brücke. Es war absolut sicher, sagten sie mir später, kein Geschoß
kann einen dort erreichen. Die Brücke sah nicht so sicher aus an den
Tagen, bevor sie ihren letzten Schuß erhielt. 

http://www.zerberus.de/texte/wam_kat/zagrebtagebuch.html 

 

Waffensegnungen

-> 
Segnungen
Von Gegnern unserer Kirche wird immer wieder der Vorwurf erhoben, daß die Kirche 
Waffen segne. Was ist dazu zu sagen?
Zunächst ist zu sagen, daß weder das "Rituale Romanum", wie es Papst Paul V. 
im Jahre 1614 promulgiert hat, also das offizielle Buch der Kirche, das alle 
Segnungen enthält, noch die sorgfältig revidierte Neuausgabe von Papst Pius 
XI. von 1925 einen Waffensegen kennt. Auch das nach dem Zweiten Vaticanum herausgegebene 
"Benediktionale" für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebiets kennt 
einen solchen Waffensegen nicht. Somit entbehrt der Vorwurf, "die Kirche" segne 
Waffen, einer offiziellen Grundlage.
Es trifft jedoch zu, daß einzelne Geistliche aus einem überzogenen patriotischen 
oder religiös verbrämten Fanatismus heraus solche wie immer gearteten Waffensegnungen 
vorgenommen haben. Dabei konnten sie sich aber niemals auf amtliche Texte "der 
Kirche" berufen. Die Kirche lehnt Waffengewalt als Mittel der Konfliktlösung 
ab. Erinnert sei an die Verlautbarung von Papst Johannes Paul II. zum Weltfriedenstag 
am 1. Januar 1999. Dort sagt er: "Gewaltanwendung ist kein Mittel zur Lösung 
politischer und sozialer Probleme. Krieg baut nicht auf, sondern zerstört ... 
Und doch verzeichnet die Chronik weiterhin Kriege und bewaffnete Konflikte mit 
zahllosen Opfern. Wie oft haben meine Vorgänger und ich selbst das Ende dieser 
Schrecken herbeigerufen! Ich werde damit so lange fortfahren, bis man verstehen 
wird, daß der Krieg den Niedergang jedes wahren Humanismus bedeutet."
Ein weiterer Vorwurf der Waffensegnung durch die Kirche richtet sich gegen die 
dem Papst und den Bischöfen für die mittelalterliche Königsweihe und die Aufnahme 
in den Ritterstand vorbehaltene Segnung zum Übertragen der Schwertgewalt. Sie 
wurde auch gebraucht, wenn der Papst verdienten, für die Christenheit dienenden 
Heerführern einen geweihten Degen schenkte. Die dabei verwendete Weiheformel 
bezeichnet das Schwert als Verteidigungswaffe zum Schutz des Glaubens und zur 
Erhaltung des Friedens. Da der Ritter zu diesem Schutz verpflichtet war, gab 
es auch nur für ihn diese Weihe. Die Waffen anderer Stände wurden nicht geweiht. 

Kirchengegner verweisen in diesem Zusammenhang auf das angebliche Weihen von 
"Mordwerkzeugen", mit denen während der Kreuzzüge viel Böses angerichtet wurde. 
Da hilft auch der Hinweis wenig, daß den Rittern bei der Schwertweihe gesagt 
wurde, daß "die Heiligen nicht im Zeichen des Schwertes, sondern nur durch den 
Glauben Reiche besiegen".
(Mit freundlicher Genehmigung der katholischen Bistumszeitungen übernommen.Autor: 
Helmut Krug)
www.autobahnkirche.de