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Geschichte(n)
zur Liebe, Hochzeit und Trauung
| Anne
Norrow Lindbergh, Muscheln in meiner Hand - Wenn
man jemanden liebt. Arabische
Liebesgeschichte
Die
sieben Flammen
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Wenn man
jemanden liebt
Wenn man jemanden
liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit,
nicht Stunde um Stunde auf die gleiche Weise.
Das ist unmöglich. Es wäre sogar eine Lüge,
wollte man diesen Eindruck erwecken. Und doch ist
es genau das, was die meisten von uns fordern.
Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des
Lebens, der Liebe, der Beziehungen. Wir jubeln
der steigenden Flut entgegen und wehren uns
erschrocken gegen die Ebbe. Wir haben Angst, sie
würde nie zurückkehren. Wir verlangen
Beständigkeit, Haltbarkeit und Fortdauer; und
die einzig mögliche Fortdauer des Lebens wie der
Liebe liegt im Wachstum1 im täglichen Auf und Ab
- in der Freiheit; einer Freiheit im Sinne von
Tänzern, die sich kaum berühren und doch
Partner in der gleichen Bewegung sind.
Aus: Anne Norrow
Lindbergh, Muscheln in meiner Hand
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Ein junger Mann
und ein Mädchen liefen auf zwei verschiedenen
Landwegen. In einem bestimmten Augenblick kamen
die zwei Wege zusammen, und der Junge und das
Mädchen liefen nun gemeinsam weiter.
Der Junge trug
einen Kupferkessel auf seinem Rücken. In der
Hand hatte er ein lebendes Huhn und einen Stock,
währende er an der anderen Hand eine Ziege
führte. Nach einer Weile kamen sie an eine
Bergschlucht. Da blieb das Mädchen stehen und
sagte:"Durch diese Schlucht gehe ich nicht
mit dir." ,,Warum nicht?", wollte der
Junge wissen.
,,Du könntest
mich dort umarmen und küssen", antwortete
sie. ,,Wie soll ich dich denn umarmen und
küssen. Ich habe einen Kupferkessel auf dem
Rücken, an der einen Hand habe ich eine Ziege
und in der anderen Hand ein lebendes Huhn und
einen Stock."
Aber das Mädchen
beharrte auf seiner Meinung: ,,Du könntest mich
die Ziege halten lassen,danach den Stock in den
Boden stecken, das Huhn auf den Boden setzen und
den Kessel darüberstülpen, und dann könntest
du mich umarmen und küssen." Lange starrte
der Junge das schöne, nette Mädchen an. Endlich
sagte er:" Allah segne deine Weisheit."
Worauf sie gemeinsam durch die Schlucht gingen.
Fundort
unbekannt
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Wie ein jeder
weiß,
wohnen sieben Flammen im Weltall,
und sie bilden zusammen
die Luft, die wir atmen,
und den Boden unter unseren Füßen,
kurzum, alles und jedes.
Aber nun wohnen da auch
sieben Flammen in jedem Menschen,
denn jeder Mensch ist ein kleines Weltall -
und deshalb stehen hier
sieben brennende Kerzen auf diesem Leuchter.
Die erste Flamme
ist die Flamme der Sonne,
die die Quelle ist und der Wächter aller Dinge.
So wird auch jedes Kind
ein wenig aus der Sonne geboren
und von der Sonne beschützt.
Die zweite Flamme
ist die Flamme der Sprache.
Mit feurigen Worten suchen Menschen einander,
und eine feurige Zunge, die stammelt,
ist besser als ein kluger Kopf, der schweigt.
Die dritte Flamme
ist die Flamme der Leidenschaft.
Sie lehrt einen die Liebe,
sie erfaßt einem den ganzen Leib,
so daß ein Mensch eine brennende Seele wird,
ein lodernder Baum, der heil bleibt.
Die vierte Flamme
ist die von Hunger und Durst,
wie geschrieben steht:
Hunger ist ein Feuer, das Steine verschlingt,
Durst ist ein Feuer, nicht auszulöschen von
einem Meer.
Die fünfte Flamme
ist Gott,
der seine Funken aussendet in alles, was lebt,
bis in den Himmel und in den Abgrund.
Die sechste Flamme
ist die Flamme der Musik -
man kann sie in den Ohren haben, um damit zu
hören,
um im Mund, um damit zu singen,
in den Händen, um damit zu spielen,
und in den Füßen, um damit zu tanzen.
Die siebente
Flamme ist die Flamme der Hoffnung,
die aus Menschen
Kinder, Landstreicher und Propheten macht,
so daß sie singen:
Siebzig mal sieben Bäume werden blühen, wo wir
wohnen.
Licht wird auf dem Wasser schäumen.
Ich hoffe, daß
euer Kind ein Mensch wird,
aus dem Flammen schlagen und die Funken sprühen.
Huub
Oosterhuis
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Sonett Nr.
19
Nur eines möcht
ich nicht: daß du mich fliehst.
Ich will dich hören, selbst wenn du nur klagst.
Denn wenn du taub wärst, braucht ich, was du
sagst
Und wenn du stumm wärst, braucht ich, was du
siehst.
Und wenn du blind
wärst, möcht ich dich doch sehn.
Du bist mir beigesellt als meine Wacht:
Der lange Weg ist noch nicht halb verbracht
Bedenk das Dunkel, in dem wir noch stehn
So gilt kein
,,Laß mich, denn ich bin verwundet.'"
So gilt kein ,,Irgendwo" und nur ein
"Hier"
Der Dienst wird nicht gestrichen, nur gestundet.
Du weißt es: wer gebraucht wird, ist nicht frei.
Ich aber brauche dich, wie's immer sei
Ich sage ich und könnt auch sagen wir.
Bertold Brecht
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wird ausgebaut; UPDATE
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