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Bei einem Treffen von
Vorstand Mitarbeiterkreis und VWR sind am
Dienstagabend (8.3.99) Überlegungen besprochen
worden, wie Schröck und Moischt ohne eigenen
Priester in Zukunft arbeiten kann. Dabei sind drei
Modelle bedacht worden: Die Achse Bürgeln,
Ginseldorf, Bauerbach, Schröck mit Moischt könnte
als Pfarrei zusammengefasst und von einem Pfarrer
betreut werden. Mittelpunkt des Seelsorgebezirks
wäre räumlich Bauerbach.
Die Kombination von Schröck und Roßdorf ist
unglücklich. Roßdorf gehört zur Stadt Amöneburg
und Roßdorf zählt unter 1000 Katholiken.
Neue Idee war von Schröck aus mit der Pfarrei Cappel
zusammenzuarbeiten und den Ebsdorfergrund
mitzuversorgen.
Weitere
Äußerungen:
"Schröck und
Bauerbach wären wie zwei Ochsen, die das Geschirr
zerstören würden..."
"Roßdorf passt besser zu Mardorf"
"Wir wollen
unseren Pfarrer nicht hergeben"
"Schröck ist
stark genug, eine Diasporagemeinde mitzutragen"
"Papst Pius XII
sagt: "Wir gehören nicht zur Kirche - wir sind
die Kirche". Und als Kirche sind wir eine
Gemeinschaft, die Gebete und Gottesdienst pflegt und
"heilig hält". Die Predigt und die
Weitergabe des Glaubens, die Feier der Sakramente und
Sakramentalien und die Vorbereitung darauf, gehören
zum unverzichtbaren Leben der Pfarrgemeinde. Das
Miteinander in verschiedenen Gruppen und Kreisen und
die Veranstaltungen im Jahreskreis prägt das Gesicht
unserer Gemeinde. Mithelfen und Mitgestalten lautet
der Auftrag, der jedem getauften und gefirmten
Christen zukommt. Dies ist auch nötig vor dem
Hintergrund starker Veränderungen und
Einschränkungen in der Pfarrseelsorge, die der
Priestermangel mit sich bringen wird. In den
nächsten Jahren werden im Dekanat Marburg an die
drei Priester weniger arbeiten können - was das für
kleine Gemeinden wie Schröck bedeutet, lässt sich
leicht erahnen. Als Pfarrer dieser Gemeinde will ich
gerne das Mögliche tun und dem Wirken des Heiligen
Geistes allzeit vertrauen." Stefan Krönung,
Weihnachtspfarrbrief 1997
"... Ich wünsche
Dir alles Gute für Deine Besprechung morgen in
Fulda: Ich druecke Dir, unserer Gemeinde und auch ein
bißchen mir selbst ganz fest die Daumen und hoffe
genau so lange das Beste, bis das Gegenteil
irgendwann beschlossen wird. Schließlich waere es
nicht das erste Schroecker Wunder, oder?In diesem
Sinne: Toi, toi, toi für morgen." 14.3.99
Neuestens:
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"...möchte ich
Ihnen noch kurz meine große Erleichterung mitteilen
über die Verteilung, bzw. geplante, der Pfarreien.
Ich kann nur sagen, Gott, sei Dank! Sind unsere
Gebete erhört worden? Für unsere Kinder und auch
für mich wäre es wirklich schlimm geworden, wenn
wir Sie demnächst hätten vielleicht verabschieden
müssen. Für mich kann ich sagen, endlich nach 30
Jahren kann ich als Laie getrost mit einem Pfarrer
zusammen arbeiten und das mit Spaß und Freude!! Also
auf mit neuem Schwung, versuchen wir das Beste daraus
zu machen, für mich ist so eine geteilte Situation
im Übrigen nichts Neues." 18.3.99
"hi hi ...
schön, da macht sich ja mal einer richtig gedanken -
weiter so !"
gruß r.p. aus stausebach via Email 10.4.99
"Spinner können wir hier in
Schröck nicht gebrauchen !!!!! Weg mit Ihnen!!!...."
(Anonymer Brief an Pfr. Krönung, Feb. 2002)
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Ein Hoffnungstext
Utreia:
Weiter geht’s.
Vielleicht ist schwer für eine
Landpfarrei, sich auf Veränderung einzustellen. Alles ist ja über
Jahrhunderte seinen bewährtem Gang gefolgt, vom Erntedank über St.
Martin nach Weihnachten, nach Ostern, nach Fronleichnam bis zur
Erntezeit. Und nach dem Winter gings von vorne los! Alles und immer
wieder.
Und doch blieben die Veränderungen
nirgends aus.
Der Ruf auch bei der harten Landarbeit hieß:
"Weitermachen". Und "Weiter gehts" ist nun
auch das Wort, das nach Morgen weist.
"Utreia" – Weiter gehts! Das ist kein zorniger Ruf, der schwer
klingt nach Traurigkeit oder Verzweiflung, sondern eine
hoffnungsfrohe Botschaft. Man bezeugt Sie bis auf den heutigen Tag
auf dem Weg, der einem Monate lang bei Wind und Wetter als Pilger
nach Santiago de Compostella führt.
Weiter geht es zudem mit der
unverfrorenen Hoffnung, dass uns einer dabei begleitet, der mehr
Überblick hat über unser Geschick und unsere Kirchtürme.
Natürlich ist auch für eine kleine
Landpfarrei die anstehende Veränderung in der Seelsorge kein
ungefährlicher Weg. Es ist wohl auch ein Weg, der uns an die
Grenzen unserer individuellen Möglichkeiten führt. Es ist ein Weg,
der zugleich von manchen Konflikten geprägt ist, die uns aber nicht
Angst machen, sondern die sich durchzustehen lohnt. Und manche
dieser Auseinandersetzungen wird auch uns verändern und
weiterführen.
Mit uns Menschen ändert sich die
Kirche. Mit uns Menschen ändern sich die politischen und
gesellschaftlichen Verhältnisse in unseren Dörfern und
Stadtteilen, in unserer Gesellschaft. Wir sind nicht einfach Opfer
der fremden Systeme, wir sind Gestaltende im Rahmen der
Zusammenhänge, die wir erleben.
Wenn wir uns selber dabei beschneiden
und unsere Kraft "zur Seite legen" und ruhen lassen, dann
sind wir es, die als Subjekte auch die menschenfeindlichen Systeme
stabilisieren.
Wir werden lernen, "die Zeichen
der Zeit" zu lesen, wie die Witterung, der wir unterworfen
scheinen. Wenn der Regen kommt, können wir uns schützen, der
Trockenheit helfen wir mit Bewässerung nach und machen Stück um
Stück uns unabhängiger von dem, was vermeintlich unabänderlich
ist.
Nichts desto trotz werden wir uns
dabei voll Vertrauen dem Herrn des Wetters anvertrauen, der allein
Schlimmstes verhindern kann.
In diese Situation hinein sprechen
dann die arbeitenden und sorgenden Bauern ihre
Hoffnungsgebete:
"Gott, du Schöpfer aller Dinge,
du hast uns Menschen die Welt anvertraut und willst, dass wir ihre
Kräfte nützen. Aus dem Reichtum deiner Liebe schenkst du uns die
Früchte der Erde: den Ertrag aus Garten und Acker, Weinberg und
Wald, damit wir mit frohem und dankbaren Herzen dir dienen. Erhöre
unser Gebet: Halte Unwetter und Hagel, Überschwemmung und Dürre,
Frost und alles, was uns schaden mag, von uns fern. Schenke uns
alles, was wir zum Leben brauchen."
Für unseren Weg der neuen
Pastoralstrukturen heißt das dann übersetzt: "Gott, du
Schöpfer aller Dinge, du hast uns Menschen die Welt anvertraut und
willst, dass wir ihre Kräfte nützen und die Systeme, die uns
umgeben gestalten. Aus dem Reichtum deiner Liebe schenkst du uns
manchen Ertrag, der in Solidarität und Humanität die Kirche und
die Gesellschaft weiterbringt, damit wir mit frohem und dankbaren
Herzen dir dienen. Erhöre unser Gebet: Halte Unwetter und Hagel
inhumane und menschverachtende Konflikte von uns fern, Sorge dafür,
dass wir nicht überschwemmt werden von unnützen und ablenkenden
Gedanken und Papieren, aber dass man uns auch nicht mit dürren
Argumenten abspeist oder ganz vertrocknen lässt. Sorge dafür, dass
eisig verhärtete Positionen auftauen und halte alles, was uns
schaden mag, von uns fern. Schenke uns alles, was wir zum Leben
brauchen in dieser komplexen Welt. Schenke uns die Struktur Deiner
Liebe, die uns leben läßt.Utreia: Weiter gehts!"
S. Krönung nach einem Text von R.
Hartmann