Pfarrei Schröck v.2004 [Archiv]
St. Michael & St. Elisabeth
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Priestermangel als Gemeindechance?

Meinungen

Die Arbeitsgruppe "Gemeinde" der Initiative "Wir sind Kirche" hat in einer Presseerklärung vom 29.11.98 den "Priestermangel als Chance entdeckt. Hier der Wortlaut:

Priestermangel ist Chance für die Gemeindeentwicklung

Presseerklärung Nr. 85

"Der sich dramatisch zuspitzende Priestermangel in den Gemeinden* stellt
nicht nur bisherige pastorale Konzepte in Frage, sondern bietet auch ungeahnte
Chancen für die Weiterentwicklung der Kirche". Zu dieser Überzeugung
gelangten die Mitglieder der Arbeitsgruppe ,Gemeinde" der KirchenVolksBewegung Wir
sind Kirche während ihres 3. Treffens zum Thema ,Gemeinde der Zukunft" am 27.
und 28. November 1998 in Gundelsheim bei Heilbronn.

Wir sind Kirche war Gast in einer Gemeinde, die im Laufe mehrerer Jahre
ohne Pfarrer am Ort eine eigenständige Gemeindeleitung entwickelt hat. Während
in der Erzdiözese Freiburg und in der Diözese Rottenburg-Stuttgart - wie in
vielen anderen Diözesen auch - eine heftige Diskussion um die Zusammenlegung
mehrerer Pfarreien zu sog. Seelsorgeeinheiten im Gange ist, zeigt eine
kleine Gemeinde von etwa 500 Katholiken und Katholikinnen, daß Gemeindeleitung
auch in Eigenverantwortung möglich ist. ,Unsere Gemeinde will eigentlich nichts
Besonderes sein", erklärt ein Mitglied des Kirchengemeinderats den Gästen,
,aber wir haben einfach Glück gehabt, daß wir zusammenhielten und die
gewachsene Eigenverantwortung von den Pfarrern respektiert wurde, die
unsere Gemeinde mitbetreuten".

Welche grundlegenden Veränderungen durch die Umstrukturierung in
Seelsorgeeinheiten zu erwarten sind, verdeutlichte Bruno Ernsberger vom
Institut für Fort- und Weiterbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der
das Treffen fachkundig begleitete. Es sei zumindest erreicht worden, ,daß die
Gemeinden Träger der Seelsorge bleiben". Für die Teilnehmenden der Wir
sind Kirche-Tagung war die Fortschreibung der pastoralen Mangelverwaltung in
den Plänen der Diözesen unübersehbar. So äußerte der ebenfalls anwesende
Pfarrer einer Nachbargemeinde seine Sorge über die zunehmende Distanz zwischen ihm
als verantwortlichem Pfarrer und der kaum zu überschauenden Zahl der
Gemeindemitglieder, wenn immer mehr Pfarreien zusammengeschlossen würden.

Viel Ermutigendes wurde der Arbeitsgruppe ,Gemeinde" von den Anwesenden
ins Stammbuch geschrieben: Solidarität unter den selbständigen Gemeinden
sollte weitergetragen und Vernetzung untereinander vorangetrieben werden.
Entscheidend sei es, aufeinander respektvoll zu hören und an der Basis
Überzeugungsarbeit zu leisten. Mit dem Bemühen um eine dialogfähige Kirche
sei Wir sind Kirche auf dem richtigen Weg. ,Haben Sie einen langen Atem!", war
die Empfehlung auch mit Blick auf die Kirchenleitungen, die an dieser
Bewußtseinsänderung auf Dauer nicht vorbeigehen können.

Die drängenden Probleme der Gemeinden werden weiterhin einen Schwerpunkt
der Arbeit der KirchenVolksBewegung bilden. ( ....)

* Nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz vom Sommer 1998 verfügen
nur noch etwa 8.000 der rund 13.000 Pfarrgemeinden in Deutschland über einen
eigenen Priester.


Bundesweite Kontaktadresse:
KirchenVolksBewegung »Wir sind Kirche«
c/o Christian Weisner
Hildesheimer Str. 103
D 30173 Hannover
Tel.: +49 (0511) 80 00 10
Fax: +49 (0511) 988 60 50
eMail:
WskWeisner@aol.com
Internet:
www.we-are-church.org/de

 

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Stefan Krönung 1996-2007 als Pfarrer in St. Michael und St. Elisabeth

 

 

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 Update 31.05.11

März 1999